Das Shopville (auch ShopVille oder Shop Ville geschrieben) ist eine weitläufige Unterführung unter dem Zürcher Bahnhofplatz, die eine Einkaufspassage umfasst, welche das ganze Jahr über geöffnet hat. Mangels eines eigenen Namens hat sich der Begriff ab 1990 auch für die seither anschliessenden unterirdischen Ebenen des Hauptbahnhofs etabliert.
Mit dem Shopville wurde der Bahnhofplatz zur fussgängerfreien Zone, die Tramhaltestelle Bahnhofplatz zu einer grossen Insel, die nur noch durch das Shopville zu erreichen war. Mit dem Shopville probte man die teilweise auch in den Tiefbahn-Projekten vorgesehene Verbannung der Fussgänger von der Oberfläche in den Untergrund. Um den Fussgängern diese nach heutigen Massstäben makabre Idee schmackhaft zu machen, gestaltete man die Unterführung verhältnismässig grosszügig, als kleines Einkaufszentrum – ebenfalls ein in der Schweiz neues Konzept, welches sich erst in den kommenden Jahren etablieren sollte – welches der Stadt seither Mieteinnahmen beschert.
Das Shopville verfehlte seine Wirkung nicht und die führte – anders als von der Stadt erhofft – zu einer noch grösseren Ablehnung der Tiefbahnprojekte in den folgenden Jahren. Damit geriet auch die beim Bau zumindest in Teilen bereits erstellte Kaverne unter dem Shopville, die bei einer Realisierung der Tiefbahn zur U-Bahn-Station ausgebaut worden wären, in Vergessenheit.
Zu einem eher unerwarteten Wendepunkt kam es 1990, die Grundlage hierfür hatte man bereits 1982 (?) gelegt. Die Annahme des Projekts S-Bahn Zürich und die Verlängerung der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) zum Hauptbahnhof änderte die Bedeutung des Shopville nachhaltig.
Der Bau der S-Bahn Zürich führte zur Untertunnelung von Hauptbahnhof, Sihl und Limmat und der neue Bahnhof Museumstrasse musste irgendwie über den Hauptbahnhof erschlossen werden. Aus rechtlichen Gründen (Projekt von regionaler Bedeutung), welche einer der Grundlagen für die Schaffung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) widersprachen (ausschliessliche Berücksichtigung nationaler Interessen), durften sich diese damals nicht am Bau der S-Bahn Zürich beteiligen. Mit Kanton und Stadt Zürich arbeitete man daher eine Umgehung dieser Regelungen aus und erhielt das Recht eingeräumt, ein eigenes Einkaufszentrum zu betreiben. Im Gegenzug bauten die SBB unter dem Hauptbahnhof eine grösszügige Anlage bestehend aus zwei Hallen und den Passagen Bahnhofstrasse und Löwenstrasse, welche die gleichnamigen Strassen für die Personenströme unter dem Hauptbahnhof hindurch zur Museumstrasse verlängern und über das städtische Shopville erschlossen werden.
Da der neue Teil der Anlagen, welcher den SBB gehört und zur Eröffnung der S-Bahn Zürich im Mai 1990 offiziell eingeweiht wurde, nie einen Namen bekam, bürgerten sich schnell die Bezeichnungen neues Shopville oder einfach nur Shopville ein. Seither werden auch beide Teile gemeinsam von Stadt und SBB als Gesamtanlage verwaltet, für die Geschäftsführung seitens der Stadt ist die City Vereinigung Zürich verantwortlich.
Die Erweiterung führte auch zu einem neuen Sicherheitskonzept, die permanente Präsenz von Sicherheitskräften und die konsequente nächtliche Schliessung, welche im neuen SBB-Teil bereits fester Bestandteil der Zugänge war, führten zu einer merklichen Aufwertung der Anlage, welche zwar auch danach nicht besonders beliebt, aber immerhin sehr gut frequentiert war.
Die ursprüngliche von 7 bis 7-Regelung (7–19 Uhr) wurde nach einiger Zeit auf 8 Uhr bis 20 Uhr geändert, was die Öffnungszeiten mehr als 10 Jahre lang prägte.
Das Shopville wurde in neuerer Zeit mit ironischem Unterton unter dem Motto "Das einzige Einkaufszentrum mit eigenem Hauptbahnhof" vermarktet. Eine Überraschung erlebten daher die SBB Anfang 2003 bei der Ankündigung eines neuen Konzepts für die sieben grossen nationalen Bahnhöfe (neben Zürich auch Genf, Lausanne, Bern, Basel, Luzern und Winterthur). Die Bahnhöfe sollten – wo noch nicht geschehen – umgebaut und nach dem Vorbild von Zürich mit Ladenpassagen erweitert und für verschiedene Events vermietet werden. Dieses in Zürich bereits seit dem Abbruch der Provisorien (kurz nach 1990) praktizierte Bewirtschaftungskonzept sollte nun neu unter der Marke RailCity zusammengefasst werden, einem hierfür neu geschaffenen Geschäftsbereich innerhalb der SBB Immobilien.
Nachdem sämtliche Zürcher Medien bereits darüber spöttelten, dass die SBB versuche, das Shopville neu zu erfinden, gaben auch die Stadt Zürich und die City Vereinigung den SBB zu verstehen, dass man aufgrund des hohen Bekanntheitsgrads nicht daran denke, das Shopville umzubenennen. Vor der Umbenennung, die ohnehin erst für 2004 geplant war, mussten die SBB nochmals über die Bücher und präsentierten schliesslich eine Lösung: die unterirdischen Einkaufsebenen tragen den Doppelnamen ShopVille-RailCity, mit der Einsicht, dass die Bevölkerung ohnehin nur ersteren verwendet. Die Haupthalle dagegen, die für verschiedene Events genutzt wird, trägt formell nur den Namen RailCity Zürich.
Im Shopville finden sich neben den für ein Einkaufszentrum üblichen Branchen auch Restaurants und Imbissstände.
Das Shopville hat das ganze Jahr über wochentags bis 21 Uhr, am Wochenende bis 20 Uhr geöffnet.
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