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Shintarō Ishihara (jap. 石原 慎太郎 Ishihara Shintarō; * 30. September 1932 in Kōbe) ist ein japanischer Schriftsteller und Politiker. Seit 1999 ist Ishihara Gouverneur der Hauptstadtpräfektur Tokio (oft in westlichen Medien als Tokios „Bürgermeister“ bezeichnet).

Ishihara erhielt 1956 den bedeutendsten japanischen Literaturpreis, den Akutagawa-Preis. Er war Mitglied der Liberaldemokratischen Partei Japans (LDP), die auch Premier Koizumi stellt, und gilt als Politiker der harten Hand.

Politische Maßnahmen


Baupolitik

Die Tokioter Innenstadt (=der Innnenbereich der Yamanote-Eisenbahn-Ringlinie) ist vielerorts noch großflächig von [[Einfamilienhaus|Einfamilienhäusern ]] dominiert und hat mit circa zwei Millionen Einwohnern eine geringere Bevölkerungsdichte als die Randbezirke. Für diese Innenstadt gab Ishihara die Steigerung der Bevölkerung um eine Million Einwohner, also um 50%, als mittleres Ziel aus. Das führt vor allem zu einer liberalen Genehmigungspolitik von Wohn-Hochhäusern und -Wolkenkratzern.

Auch als Ausgleich sind private Bauherren nun verpflichtet, das Dach ihres Gebäudes mit Rasen oder Grünpflanzen zu begrünen, falls die Dachfläche 1000 m² übersteigt. Von Ämtern der Präfektur errichtete Gebäude (die unter anderem über 200.000 Wohnungen verwaltet) müssen bereits ab 250 m² Dachfläche begrünt werden.

Allerdings erteilte Ishihara gleichzeitig auch Privatfirmen die Erlaubnis, Baugenehmigungen bis zu einer gewissen Größe zu erteilen, was bisher dem Bauamt vorbehalten war. Diese vordergründig entbürokratisierende Maßnahme hat de facto zur Folge, dass sich Baufirmen, allen voran die allmächtigen zenekon in Japan nun selbst ihre Genehmigungen geben können.

Rechtsnationalistische Gesinnung


Bereits 1989 machte Ishihara durch sein Buch "Japan kann Nein sagen" auf seine nationalistischen Ansichten aufmerksam.

Inzwischen ist Ishihara mehrfach auch international durch rechtsextreme Äußerungen aufgefallen. So bezog er sich auf Korea und die Volksrepublik China mit dem alten japanischen Begriff, der diese Länder als Kolonien Japans während ihrer japanischen Besetzung charakterisierte. Auch nachdem das Thema in Ostasien Wellen geschlagen hatte, entschuldigte er sich nicht.

Ein Erlass der Tokioter Gouverneurs erlaubt den japanischen Rechtsradikalen (jap. 右翼 Uyoku), auf allen Straßen der Präfektur mit beliebig vielen Parolenwagen umherzuziehen und dabei über Lautsprecher Kampflieder und rechtsextreme Parolen zu verbreiten.

Fernsehstar


Ishihara war schon vor seiner Politikerkarriere ein bekannter Mann, der oft gleichzeitig mit seinem damals noch berühmteren Bruder, dem Sänger und Schauspieler Yujiro Ishihara (* 28. Dezember 1934, † 17. Juli 1987), im Fernsehen zu sehen war.

Auch den Gouverneur Ishihara sieht man auch außerhalb der politischen Sendungen alle paar Wochen als Stargast in Variety-Shows im japanischen Fernsehen, so als Gast in der japanischen Ausgabe von Wer wird Millionär. Oft nimmt er dabei als Tandem einen seiner zwei längst erwachsenen Söhne mit. In diesen Sendungen äussert er sich nicht politisch, sondern ist einfach nur ein prominenter Gast.

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