Shimpū Tokkōtai (jap. 神風特攻隊, Kamikaze Spezialtruppen) war eine japanische Flieger-Spezialtruppe im Zweiten Weltkrieg. Tokkōtai ist Abkürzung für tokubetsu·kōgekitai (特別攻撃隊) = „Spezial-Angriffstruppe“. Die Tatsache, dass der bekannte Begriff Kamikaze in der japanischen Bezeichnung nicht auftaucht, liegt an einer Besonderheit der japanischen Sprache, die es erlaubt, bestimmte Schriftzeichen (die Kanji) je nach Zusammenhang verschieden auszusprechen. Shimpū und Kamikaze sind zwei verschiedene Aussprachen der Zeichen 神風. Der Begriff Kamikaze selbst steht im Deutschen für einen Selbstmordangriff auf militärische Ziele.
Als die militärische Lage für die japanischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg immer aussichtsloser wurde, stellte die japanische Marine 1944 Sonderkampfverbände ihrer Marineflieger auf, die sich mit ihren Flugzeugen auf die amerikanischen Schiffe während des Pazifikkriegs stürzen sollten („Ein Schiff - ein Flugzeug“), in der Hoffnung, die drohende Niederlage dadurch abwenden zu können. Diese Einheiten wurden in Japan als Shimpū Tokkōtai (神風特攻隊, dt. Göttlicher-Wind-Spezialtruppen) bezeichnet. In den USA wurden die Schriftzeichen irrtümlich als Kamikaze gelesen, wodurch sich dieser Begriff – allerdings nur außerhalb Japans – für Selbstmordangriffe eingebürgert hat.
Der erste Einsatz der Sondertruppe fand am 20. Oktober 1944 bei den Philippinen statt.
Am 15. August 1945 bat der Schöpfer und Kommandeur der Tokkōtai, Vize-Admiral Ōnishi Takijirō (大西瀧次郎), die Familien der geopferten Piloten um Vergebung und tötete sich.
Die Verlustrechnung "Ein Schiff = Ein Flugzeug" ist nicht die ganze Wahrheit des Kamikaze-Krieges. Man muss dabei auch das Reichweite-Problem bedenken. Ein Jagdbomber hat eine Kampfreichweite von 1000 km, das ergibt einen Kampfradius von 500km abzüglich Driftverlusten durch Wind und einer Reserve, die eingeplant werden musste, da sich während eines Einsatzes der Flugzeugträger selbst bewegt und der heimkehrende Flieger oft erst nach dem Träger suchen musste. Eine Notwasserung bedeutete praktisch den Tod, zudem einen unehrenhaften. Ein no-return-Angriff vergrößert somit den Kampfradius des Jagdbombers auf mehr als das Doppelte. Da 1944 die japanischen Flugzeugträger keine Aufklärungsüberlegenheit mehr hatten und sich auf stetigem Rückzug befanden, stand den japanischen Piloten die Wahl offen, ob sie mit ihrem Träger versenkt werden, oder ihre Kameraden und den Krieg durch ein persönliches Opfer retten wollten.
Ein weiterer Vorteil von Kamikaze-Einsätzen bestand darin, daß sie von Katapultschiffen gestartet werden konnten.
Einige der eingesetzten Flugzeugtypen:
Pazifikkrieg (Verband) | Militärischer Verband (Japan) | Suizid
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