article

Shetland-Inseln
ScotlandShetlandIslands.png
VerwaltungssitzLerwick
Fläche:1.466 km²
Bevölkerung:21.988 (29. April 2001)
Bevölkerungsdichte: 15,0 Einw./km²
ISO-Code:GB-ZET
ONS-Code:00RD
Website: www.shetland.gov.uk
Flagge
Flag of Shetland.svg
Details
Die Shetland-Inseln * (engl. Shetland Islands; frühere Namen: Hjaltland, Yetland oder Zetland) sind eine zu Schottland gehörende Inselgruppe zwischen den Orkney und den Färöer. Sprachwissenschaftler sehen eine Verbindung mit der in altirischen Texten erwähnten Insel Catt (die Insel der Catten oder Chatten), die ansonsten aber nicht identifizierbar ist. Ausgenommen der abseits liegenden Inseln Fair Isle und Foula, erstrecken sie sich über ein 80 mal 120 km großes Areal zwischen dem 59. und 61. Grad und bilden den nördlichsten Teil Großbritanniens. Von den 1.426 km² Fläche entfällt etwa zwei Drittel auf die Hauptinsel Mainland. Administratives Zentrum und größte Stadt der Shetlands ist Lerwick auf Mainland.

Geografie


Die Hauptinseln sind

Nahegelegen sind die Inseln Foula und Fair Isle.

Vorgeschichte


shet-nors.png | shet_map.png | Shetlandinseln_(Landsat).jpg Die Shetland-Inseln sind seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Die Bewohner betrieben Ackerbau und Viehhaltung und errichteten 16 so genannte heelshaped Megalithanlagen (z. B. Islesburgh, Muckle Ward auf Vementry, Punds Water, Ronas Hill) und stellten Menhire auf; einige als Alignement (Menhire) oder Steinkreis. Im 2. Jahrtausend v. Chr. (Bronzezeit) wurde das Klima feuchter und kälter, weshalb die Bewohner näher an der Küste siedelten. In der Eisenzeit entstanden hier noch heute zu besichtigende Brochs, runde Steintürme (z. B. Broch of Mousa der Jarlshof oder Clickhimin), aber auch Blockhouses, Ringforts, Rampart Forts, Earthhouses Souterrains und Wheelhouses oder Tempel wie Stanydale prägen das Bild des Archipels. Siehe *.

Geschichte


Die Skoten, von deren Überfällen die Römer berichten, stammen ursprünglich aus Irland. Zur Zeit des Königreichs von Dalriade dehnten sie sich vom Co. Antrim in Nordirland nach Argyll in Westschottland aus. Im restlichen Schottland und auf den nördlichen Inseln lebten die im Jahre 297 n. Chr. erstmals in römischen Berichten erwähnten Pikten (die Bemalten). Im 9. Jahrhundert landeten hier die Wikinger an und nannten die Inseln Hjaltland. Sie etablierten neue, eigene Gesetze und vor allem eine eigene Sprache, welche sich zum Norn entwickelte. Im 10. Jahrhundert wurden sie christianisiert. Um 1195 n. Chr. wurden die Inseln für einige Zeit direkt der Krone Norwegens unterstellt. Die Shetlands gehörten auch später zu Norwegen. Im 14. Jahrhundert vereinigte sich Norwegen (mit seinen Besitzungen) mit Schweden und Dänemark.

Die Shetland-Inseln gelangten als Mitgift der Tochter des dänischen Königs Christian I. 1469 zu Schottland, als diese König James III. von Schottland heiratete. Seitdem wuchs der schottische Einfluss auf die Inseln. Das Old Norn als allgemein verbreitete Sprache starb im 19. Jahrhundert aus. Dennoch gibt es bis heute vor allem auf der nördlichsten Insel Unst noch ein paar alte Menschen, die Norn sprechen und sich an die alten Sagen und Geschichten erinnern.

Im Zweiten Weltkrieg spielten die Shetlands eine gewisse Rolle bei der Unterstützung des norwegischen Widerstands und bei der Flucht aus dem besetzten Norwegen. Vor hier aus wurden Kommandounternehmen durchgeführt und Agenten eingeschleust. Mit vorwiegend norwegischen Fischereibooten wurde die Überfahrt zwischen den Shetlands und der gesamten norwegischen Küste bewerkstelligt, was nur in der Winterzeit möglich war. Bekannt wurden die Aktionen als „Shetland Bus“, von denen die bekanntesten wohl die Angriffe auf das deutsche Schlachtschiff Tirpitz im Jahr 1942 und die Schwerwasseranlage der Norsk Hydro in Rjukan (Telemark) waren.

Geologie und Morphologie


Die Inselgruppe entstand am Ende des Paläozoikums im Rahmen der Kaledonischen Gebirgsbildung. Sie ist aus unterschiedlichen Sedimentgestein aufgebaut. Shetlands Oberfläche ist felsig. Der Archipel handelte sich die Bezeichnung The old rock ein, weil hier harte, zu den ältesten Gesteinen der Erde gehörende Sedimente dominieren. Shetland-Mainland, Yell und der Westen von Unst sind aus kristallinen Schiefern und Gneisen aufgebaut. Nord-Mainland besteht überwiegend aus Granit. Gabbro und Serpentin bilden den Osten von Unst und Fetlar. Sandstein findet sich nur an den West- und Osträndern des Archipels. Für das dortige Relief sind die eiszeitlichen Gletscher verantwortlich. Das Landschaftsbild ähnelt hier dem der Orkney, während der übrige Teil der Shetlands rauh ist. Die Bodenschicht ist dünn, Felsblöcke, Moore und saure Wiesen, zahlreiche kleinen Seen und Teiche sind vorhanden. Die harten Gesteine Mainlands boten den Eismassen enormen Widerstand. Diese folgten den Schwachzonen in der Erdkruste, den Falten- und Bruchlinien aus der Zeit der Gebirgsbildung oder den mit Kalkablagerungen gefüllten Tälern. So entstanden die mächtige Gletschertäler und die langen und tiefen Voes: (Bowland, Clousta, Culbinsbourgh, Footabrough, Leiraness, Papil, Quarf, Scalloway, Scatsta, Setter, Snarraness, Sound, Sullom, Tresta). Pittoreske Formen, die das westseitige Küstenpanorama prägen, entstanden im Zusammenspiel von Westwind und Brandung, die die Felsen unterhöhlten. Indem in der zu dünnen Decke von Meereshöhlen Löcher einbrachen, entwickelten sich Gloups. Ins Land schneidende Felsspalten erweiterten sich zu so genannten Geos. Die Geos und Gloups und das Felsentor des Dore Holm vor der Westküste von Esha Ness bieten den eindrucksvollsten Anblick im Nordwesten von Mainland.

Einwohner


Von den rund 24.000 Shetländern lebt rund 1/3 in der Inselhauptstadt Lerwick (7.500). Zweitgrößter Ort ist die ehemalige Hauptstadt Scalloway mit rund 1.250 Einwohnern. Die früher gesprochene nordische Sprache Norn wurde durch Schottisches Englisch abgelöst.

Wirtschaft


Die bedeutendste Industrie der Inseln ist die Öl-Industrie, von den Ölfeldern Ninian und Brent in der Nordsee zwischen den Shetlands und Norwegen führt eine unterseeische Pipeline in die Bucht Sullom Voe, an der Europas größtes Öl-Terminal errichtet wurde. Die Ölfelder haben aber inzwischen ihr Förderpeak (Peak-Oil) überschritten, die Förderdrücke sinken also. So ist ein Ende der Ölförderung absehbar.

Darüber hinaus hat es schon immer eine ausgeprägte auf Lachsfang und in früheren Zeiten auch Heringsfang spezialisierte Fischereiwirtschaft gegeben. Neuester Zweig ist die Zucht von Lachsen in Farmen, womit in den 90er Jahren begonnen wurde. Landwirtschaft kann bei den vorherrschenden Klima- und Bodenbedingungen nur als Weidewirtschaft betrieben werden. Gehalten werden neben Schafen auch einige wenige Galloway-Rinder, die besonders genügsam sind.

Als weiteres wirtschaftliches Standbein gilt der Tourismus, der hauptsächlich von privaten B&B-Unterkünften für Individualtouristen geprägt ist. Einige ehemalige Fischer bieten inzwischen Rundfahrten zu den Klippen der Natur- und Vogelschutzgebiete, zum Beispiel zur Südseite von Bressay oder zur Insel Noss, an.

Verkehr


Man kann die Shetlandinseln mit der Fähre oder dem Flugzeug erreichen.

Die wichtigsten Fährverbindungen sind:

Eine regelmäßige Flugverbindung besteht zwischen dem Verkehrslandeplatz Sumburgh an der Südspitze und Edinburgh sowie Aberdeen.

Innerhalb der Inselgruppe wird die Verbindung zwischen den einzelnen Eilanden ebenfalls durch Fähren aufrecht erhalten. Darüber hinaus sind inzwischen einige der Inseln mit Brücken untereinander verbunden. Darüber hinaus verkehren auf den Inseln diverse Buslinien.

Kultur, Filme, Theater, Musik


Alljährlich am letzten Dienstag im Januar gibt es ein regionales gesellschaftliches Großereignis, das „Up Helly Aa“-Fest. Etwas später im Frühjahr findet jährlich das Shetland Folk-Festival statt. Das schottische Volksinstrument Geige, hier „Fiddle“ genannt, zu spielen, gehört zu den hergebrachten Traditionen. Die Brauchtumspflege der „Shetland-Fiddelers“ ist in Folkmusikkreisen europaweit für ihre Leistungen bekannt. Zugleich gibt es seitens der jüngeren Shetländer zahlreiche Rockbands. Originalität haben diese allerdings am ehesten, wenn sie in ihren Eigenkompositionen an die nur hier so zu findende Folkmusik-Melodien anknüpfen.

  • Jürgen u. Ute Schimmelpfennig: „Strandpiraten an kalten Kuesten: Skua, die grosse Raubmöwe auf den Shetland-Inseln; ein Film“. BR, Muenchen 1984. 1 Videokassette * (43 Min.).
  • Berliner Universität d. Künste (Hrsg.): „Inseln am Netz: Beispiel Shetland-Inseln“. 1997. Umfang 1 Videokassette.
  • Musik: Catriona Macdonald & Ian Lowthian - „opus blue“, Acoustic Radio, 1993, C.M. Distribution: Starbeck, Harrogate, North Yorkshire, HG2 7HY, England.

Literatur


  • Jérôme Bonnin: „Short-term sediment resuspension on the continental slope and geochemical implications: the Faeroe-Shetland Channel“. Utrecht : Rijksuniv. te Utrecht, Inst. voor Aardwetenschappen, 2004. 152 S. (Schriftenreihe: Geologica ultraiectina 238; Utrecht, Univ., Dissertation 2004) ISBN 90-5744-097-0
  • Claudia Eidtmann: „Die Nahrung von Eissturmvögeln (Fulmarus glacialis) auf den Shetland-Inseln“. Kiel : Inst. für Meereskunde, Abt. Meereszoologie an der Christian-Albrecht-Univ., 1999. 76 Bl. (Kiel, Univ., Diplomarbeit, 1999)
  • Rainer Maresch: „Umwelterziehung im Geographieunterricht: das Tankerunglück „Braer“ am 5. Januar 1993; Auswirkungen auf Menschen, Industrie und Umwelt der Shetland-Inseln“. Freiburg, Paed. Hochsch., Wiss. Hausarb., Realschule, Geographie, 1996. 94 Bl.. Illustrationen., graph. Darstellungen.
  • Wolfgang Schlick: „Die Orkney und Shetland-Inseln: Landschaft und Kultur im Nordatlantik“. DuMont, Köln 1989 298 S. (DuMont Kultur-Reiseführer) ISBN 3-7701-2174-0
  • Wolfgang Maack: „Die Shetland-Inseln - ihre siedlungs-, wirtschafts- und sozialgeographische Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Erdölförderung“. 170 S. Illustrationen, Hamburg, Univ., Dissertation 1989
  • Heinz Heineberg: „Wirtschaftsgeographische Strukturwandlungen auf den Shetland-Inseln“. Paderborn: Schöningh, 1969 142 S. (Schriftenreihe: Bochumer geographische Arbeiten 5; Bonn, Univ., Diss., 1967)
  • Stiftung F.V.S. zu Hamburg (Hrsg.): „Verleihung des Europa-Preises für Volkskunst 1994 an die Shetland Fiddlers' Society, Shetland-Inseln (Großbritannien) und an das Alba Regia Tanzensemble, Székesfehérvár (Ungarn)“ Stiftung FVS Hamburg, 1994 23 S.

Siehe auch: Shetland-Pullover, Shetlandschafe, Shetlandpony, Siedlungsgeographie, Sozialgeographie, Wirtschaftsgeographie, Eissturmvogel, Nordatlantik

Weblinks


Inselgruppe (Europa) | Geographie (Großbritannien) | Schottland | Schottische Grafschaft | Unitary Authority (Schottland)

Шетландски острови | Shetland | Shetlandsøerne | Shetland Islands | Ŝetlandaj Insuloj | Islas Shetland | Shetlandi saared | Shetlandinsaaret | Hetland | Îles Shetland | Shetland-szigetek | Isole Shetland | シェトランド諸島 | 셰틀랜드 제도 | Shetlandeilanden | Shetlandsøyane | Shetland | Szetlandy | Шетлендские острова | Shetland | Shetlandy | Shetlandsöarna

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Shetlandinseln".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld