Die Shawnee, oder auch Shawanos / Shawanoes, sind ein ursprünglich im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Kentucky und im westlichen Pennsylvania ansässiges Indianervolk Nordamerikas.
Aufgrund der Gebräuche der Shawnee vermuten einige Wissenschaftler, dass sie gegen 1500 in den nordöstlichen Gebieten der Großen Seen siedelten, die Meinungen gehen hier jedoch auseinander.
Sicher ist, dass sie um 1650 im südlichen Ohio und im nördlichen Kentucky lebten.
Nach der Schlacht am Monongahela im Jahr 1755 kämpften die Shawnee einige Jahre auf der Seite Frankreichs im Franzosen- und Indianerkrieg, bis sie im Jahre 1758 den Vertrag von Easton unterzeichneten, in dem die Stämme des Ohiotal den Kampf gegen die Briten in Pennsylvania einstellen.
Nach der französischen Niederlage 1763 schlossen sich die Shawnee dem Pontiac-Aufstand an, welcher jedoch ein Jahr später scheiterte. Sie kämpften weiter gegen die weißen Siedler, welche die Heimat der Shawnee überschwemmten, obwohl die britische Kolonialregierung in der königlichen Proklamation des Jahres 1763 die Besiedlung dieses Gebietes eindeutig untersagt hatte. Während des daraus resultierenden Krieges, genannt Dunmores-Krieg, wurden die Shawnee im Jahre 1774, unter der Führung von Cornstalk, von einer anglo-amerikanischen Truppe in der Schlacht von Point Pleasant geschlagen.
In der Zeit zwischen 1774 und 1779 wichen große Gruppen von Shawnee dem Druck der weißen Siedler aus und wurden im heutigen Missouri sesshaft.
1782 kämpften die Ohio-Shawnee, zusammen mit den Briten und anderen Indianerstämmen aus dem Ohiotal, in der Schlacht von Blue Licks und schlugen eine amerikanische Truppe unter dem Kommando von John Todd.
Während des Little-Turtle-Krieges zwischen den jungen Vereinigten Staaten und einer Konföderation von Indianerstämmen, stellten die Shawnee, zusammen mit den Miami, den größten Teil der Krieger. Nach der Schlacht von Fallen Timbers 1794 unterzeichneten die meisten der Shawnee-Gruppen ein Jahr später den Vertrag von Greenville, in dem große Teile ihrer Heimat den Vereinigten Statten abgetreten wurden. Einige Gruppen lehnten diesen Vertrag jedoch ab und zogen es vor, sich ihren Stammesgenossen, welche nahe Cape Girardeau in Missouri siedelten, anzuschließen.
Bis zum Jahre 1800 waren nur noch die Unterstämme der Chillicothe und Mequachake zurückgeblieben, der größte Teil der Hathawekela, Kispokotha, und Piqua war nach Missouri umgesiedelt. Ab 1805 schlossen sich viele Shawnee der stammübergreifenden Bewegung von Tecumseh und seinem Bruder Tenskwatawa an, die schließlich zu Tecumsehs Krieg und seinem Tod im Jahre 1812 führte. Dieses war der letzte vergebliche Versuch des Shawnee-Stammes, den weißen Mann aufzuhalten.
Die Ohio-Shawnee unterzeichneten 1817 den Vertrag von Fort Meigs, in dem sie ihre noch verbleibenden Stammesgebiete aufgaben und dafür drei Reservationen in Wapaughkonetta, Hog Creek (in der Nähe des heutigen Ada) und Lewistown (hier zusammen mit den Seneca) erhielten.
Missouri trat den Vereinigten Staaten 1821 bei und nach dem Vertrag von St. Louis wurden die 1.400 Missouri-Shawnee gewaltsam von Cape Girardeau nach dem südöstlichen Kansas, in die Nähe des Kansas-Flusses, umgesiedelt. Nur die Black-Bobs-Gruppe widersetzte sich dem, ging erst südlich Richtung Arkansas und ließ sich dann im Jahre 1833 im nordöstlichen Kansas nieder.
Etwa 200 Ohio-Shawnee folgten im Jahre 1826 dem Propheten Tenskwatawa und schlossen sich ihren Stammesgenossen in Kansas an, der Großteil folgte jedoch ihrem Häuptling Black Hoof, der sich jedem Versuch, das Heimatland der Shawnee aufzugeben, widersetzte. 1831 ließ sich die gemischte Shawnee-Seneca-Gruppe aus Lewistown ins Indianerterritorium (das heutige Oklahoma) umsiedeln. Nach dem Tod von Black Hoof im gleichen Jahr gaben auch die letzten 400 Shawnee in Wapaughkonetta und Hog Creek ihr Land auf und zogen in die Shawnee-Reservation in Kansas.
Während des Amerikanischen Bürgerkrieges floh die Black-Bobs-Gruppe aus Kansas und schloss sich den Absentee-Shawnee in Oklahoma an. Nach dem Krieg wurden die Shawnee in Kansas ein weiteres Mal vertrieben und nach Oklahoma umgesiedelt. Dabei wurde der Shawnee-Teil der Lewistown-Gruppe als Östliche Shawnee bekannt und die ehemaligen Missouri-Shawnee, da sie sich während des Krieges auf die Seite der Vereinigten Staaten gestellt hatten, als Loyale Shawnee. Die letztere Gruppe wurde von der Regierung offiziell als Teil der Cherokee betrachtet, weshalb sie auch Cherokee-Shawnee genannt wurden.
Heute lebt der größte Teil der Shawnee-Nation noch immer in Oklahoma.
Durch die Kriege mit den USA im 18. und 19. Jhdt wurden die vorher bestehenden Gruppen stark dezimiert und vermischt, heute werden allgemein 3 Unterabteilungen anerkannt.
Es gibt außerdem eine ca. 600 Mitglieder zählende Shawnee-Nation United Remnant Band (URB), welche behaupten, von Shawnee abzustammen, die der Vertreibung im Jahre 1830 entgehen konnten. Diese Gruppe wird weder vom BIA, noch von den anderen offiziellen Gruppen anerkannt, ist jedoch vom Bundesstaat Ohio im Jahre 1979 bestätigt worden *.
Heute zählen alle Gruppen gemeinsam etwa 14.000, die Mehrzahl davon lebt in Oklahoma.