Shāndōng (), im Deutschen manchmal auch Shantung geschrieben, ist eine Provinz an der chinesischen Ostküste. Shandong liegt am Unterlauf des Gelben Flusses (Huang He). Nachbarprovinzen: Anhui, Hebei, Henan und Jiangsu.
Der Gelbe Fluss drückt der Provinz Shandong seinen Stempel auf, denn er ist einerseits für die Schwemmebene, auf welcher der Großteil der Provinz liegt, verantwortlich, andererseits hat er seinen Lauf mehrmals gewechselt, wobei die Bevölkerung der Provinz in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. verlief der Gelbe Fluss in mehreren Armen durch die heutige Provinz, wobei die meisten dieser Arme nördlich seines heutigen Laufes waren. Bereits vor etwa 2000 Jahren begann man mit dem Bau von Deichen entlang des Flusses, wobei diese Deiche die Änderung des Flusslaufes etwas begrenzt haben, andererseits verschlimmern sie jedoch die Überschwemmungen, wenn der Fluss über die Deiche tritt. In den 3000 Jahren der Geschichtsschreibung in China wurden die Unterläufe des Gelben Flusses mehr als 1500 Mal überschwemmt. Eine bedeutende Änderung des Flusslaufes geschah im Jahre 1128, als nach einer großen Überschwemmung der Gelben Fluss im nördlichen heutigen Jiangsu in das Gelbe Meer zu münden begann. Im Jahre 1855, wiederum nach einer katastrophalen Überschwemmung, bewegte sich das Flussbett wieder in Richtung Norden, wo es sich bis in das 12. Jahrhundert befand und wo es sich auch heute befindet. Eine Folge dieser schlimmen Überschwemmung war auch, dass der Kaiserkanal seine Schiffbarkeit einbüsste.
Qingdao wirkt auf alten Postkarten wie eine kleine Kopie von Wilhelmshaven. Die meisten der großen, alten Häuser wurden zerstört. Appartementblocks und Bürogebäude prägen die Skyline der heutigen Vier-Millionen-Stadt.
Zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen und zur Zeit der streitenden Reiche gab es in Shandong zwei Staaten: Qi im Gebiet des heutigen Linzi und Lu im Gebiet des heutigen Qufu. Lu war die Heimat von Konfuzius. Es war jedoch relativ klein und unterlag schließlich dem im Süden gelegenen Chu. Der Staat Qi dagegen war die ganze Epoche über eine größere Macht.
Zur Zeit der Qin-Dynastie ist gab es erstmals einen zentralisierten chinesischen Staat. Während der Han-Dynastie gab es im Gebiet des heutigen Shandong zwei Provinzen: Qingzhou und Yanzhou. Zur Zeit der drei Reiche gehörte Shandong zum Königreich Wei.
Nach einer kurzen Zeit der Einheit wurde Shandong zusammen mit dem Rest dem Rest Nordchinas von Nomaden aus dem Norden erobert. Im nächsten Jahrhundert wechselten die Herrscher Shandongs schnell.
Unter der Ming-Dynastie umfasste die Provinz in etwa das selbe Gebiet wie heute zusammen mit einigen Gebieten Liaonings (im Süden der Mandschurei). Die Mandschu strebten aber immer mehr nach Unabhängigkeit und eroberten schließlich ganz China, 1644 Shandong. Zur Zeit der Qing-Dynastie nahm es mehr oder weniger seine heutigen Grenzen an. Shandong war eine der Regionen Chinas mit den meisten Rebellionen gegen die Qing. Nennenswert sind etwa die Aufstände der Weißen-Lotus-Sekte, die Gruppe der Acht Trigramme, die im Jahr 1780 rebellierte, oder die Nian-Rebellion; auch der Boxer-Aufstand hatte seine Wurzeln in Shandong.
Im Ersten Weltkrieg beendeten die Japaner den deutschen Einfluss in der Region gewaltsam und Qingdao wurde 1922 wieder ein Teil Chinas, gefolgt von Weihai im Jahr 1930.
1937 startete Japan seine Invasion in China. Shandong wurde vollständig von den Japanern besetzt. Ein gewisser Widerstand gegen die neuen Besatzer blieb aber bis zum Ende des Weltkrieges bestehen.
Schon im Jahr 1945 kontrollierten die Kommunisten einige Teile Shandongs. Bis 1949 vertrieben sie die Guomindang endgültig aus der Provinz.
In den letzten Jahren hat sich die Wirtschaft Shandongs - vor allem des Ostens - sehr schnell entwickelt und Shandong ist zu einer der reichsten Provinzen Chinas geworden.
Im August 2005 fand an den Küsten Shandongs das erste gemeinsame große Militärmanöver der Streitkräfte Chinas und Russlands statt. Dass dabei Landeoperationen geübt wurden, hat nicht nur in Taiwan Ängste geschürt.
Die Viehzucht ist ebenfalls bedeutend, Shandong ist der wichtigste Produzent von Geflügelfleisch in China, daneben gehört es zu den führenden Provinzen in der Rinder-, Schweine- und Schafzucht. Die Küstenregionen sind reich an Fischen, Krebsen und Seetang; trotzdem stammt die Mehrheit des Fischfanges aus Zuchtbetrieben.
Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet 35% des BIP und beschäftigt 25% der Arbeitskräfte. Handel, Gastgewerbe und Transport spielen die wichtigsten Rollen; der Außenhandel und der internationale Tourismus spielen eine untergeordnete Rolle.
In Shandong gibt es ein dichtes und gleichmäßig über die Provinz verteiltes Straßennetz. Es gibt mehr als 71.000 km Straßen, davon mehr als 2000 km Autobahn.
Wichtige Häfen gibt es in Qingdao, Yantai, Rizhao und Weihai; Qingdao ist, gemessen am Frachtumschlag, der siebentgrößte Hafen Chinas. Der wichtigste Binnenschifffahrtsweg ist der Xiaoqing; insgesamt sind mehr als 2500 km Wasserstraßen schiffbar.
Größere Flughäfen gibt es in Jinan und Qingdao. Von Yantai nach Dalian, das an der anderen Seite des Bohai-Golfes in der Provinz Liaoning liegt, gibt es seit Kurzem die erst kommerzielle Wasserflugzeugstrecke.
99,3% der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Größere ethnische Minderheiten sind die Hui (0,6%) und die Manju.
Qufu, der Geburtsort des Konfuzius gehört zu den Nationalschätzen erster Ordnung.
Aus Shandong stammen neben Konfuzius auch Mengzi, der, geboren im Staat Zou im südlichen heutigen Shandong jener Philosoph war, zu den bedeutendsten Schülern des Konfuzius gehört und dessen Erbe erhielt. Ein weiterer bedeutender Philosoph aus Shandong war Zou Yan, der im 3. Jh. v. Chr. die Theorie der fünf Elemente entwickelte. Aus der Region um Jinan stammte Bian Que, der als Erfinder der traditionellen chinesischen Medizin gilt. Zhou Yongnian, ebenfalls aus Jinan, war der Gründer des chinesischen Bibliothekswesens. Im 12. Jahrhundert war Li Qingzhao eine der bedeutendsten Dichterinnen des Landes.
Die Analphabetenrate in Shandong ist mit 8,5% (2000) relativ hoch und die zweithöchste in Ostchina.
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