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Der Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg, Krieg zwischen den Staaten (War Between the States) oder sogar Krieg der nördlichen Aggression (War of Northern Aggression) genannt) war der militärische Konflikt zwischen den Nordstaaten und den aus den Vereinigten Staaten (Union) ausgetretenen Südstaaten (Konföderation). Er begann mit der Beschießung Fort Sumters am 12. April 1861 und endete mit der Kapitulation der letzten Armee der Konföderation im Juni 1865. Der Sezessionskrieg war der verlustreichste und blutigste aller Kriege der USA und neben der amerikanischen Revolution der einzige größere Krieg auf US-Staatsgebiet. Viele Familien hatten sowohl Mitglieder, die auf der Seite der Nordstaaten kämpften, als auch Mitglieder, die für die Südstaaten in den Krieg zogen. Der Sezessionskrieg ist noch heute im kollektiven Gedächtnis der USA sehr präsent, besonders in den Südstaaten, deren Territorium viel stärker betroffen war.

Ein gespaltenes Land


Innerhalb von drei Monate nach der Wahl Abraham Lincolns im November 1860 traten sieben Staaten aus der Union aus:

Bundesstaat Sezession am Beitritt zu den CSA
South Carolina 20. Dezember 1860 Gründungsstaat
Mississippi 9. Januar 1861 Gründungsstaat
Florida 10. Januar 1861 Gründungsstaat
Alabama 11. Januar Gründungsstaat
Georgia 19. Januar 1861 Gründungsstaat
Louisiana 26. Januar 1861 Gründungsstaat
Diese sechs Staaten, in denen die mit Sklavenarbeit betriebene Plantagenwirtschaft (Erdnüsse, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war, gründeten am 4. Februar 1861 einen von den USA unabhängigen Staatenbund, die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA). Die Verfassung war mit Ausnahme der ausdrücklichen Erlaubnis der Sklaverei der US-amerikanischen sehr ähnlich. Mit dem Kampf um Fort Sumter begannen die Konföderierten den Krieg und besetzten diesen und andere Stützpunkte des US-Militärs auf ihrem Gebiet. Als Reaktion mobilisierte Lincoln die Streitkräfte, um die Stützpunkte zurückzuerobern. Vier weitere Bundesstaaten traten aus der Union aus. Texas hatte sich der Konföderation bereits früher angeschlossen.
Bundesstaat Sezession am Beitritt zu den CSA
Texas 1. Februar 2. März 1861
Virginia 17. April 1861 7. Mai 1861
Arkansas 6. Mai 1861 18. Mai 1861
Tennessee 6. Mai 1861 16. Mai 1861
North Carolina 13. Mai 1861 16. Mai 1861

Vier „Sklavenhalterstaaten“ verblieben in der Union; in Virginia spalteten sich die nordwestlichen Kreise von der Konföderation ab. Diese fünf Staaten bildeten die „Grenzstaaten“ (Border States).

In Delaware hatte nach den Präsidentschaftswahlen Lincolns demokratischer Gegenkandidat John C. Breckinridge die Mehrheit der Stimmen erhalten. Am 3. Januar 1861 entschieden sich die Abgeordneten des Staates gegen eine Sezession.

Auch in Maryland hatte Breckinridge den Wahlkampf gewonnen. Marylands Repräsentantenhaus lehnte am 27. April 1861 die Sezession ab. Milizverbände marschierten nach Washington D.C. und Baltimore. Dort kam es zu ernsthaften Unruhen und Ausschreitungen. Diese Ereignisse sowie die Angst vor einer Invasion der Hauptstadt selbst veranlassten die US-Regierung, Truppen in Maryland zu stationieren und das Kriegsrecht auszurufen. Hätte Maryland die Union noch verlassen, so wäre dies für die US-Regierung eine Katastrophe gewesen, da Washington D.C. zwischen Maryland und Virginia zu einer isolierten Exklave geworden wäre. Die psychologischen Auswirkungen auf die Bevölkerung hätten das Erreichen der Kriegsziele der Union in Frage stellen können. Selbst mit Maryland auf Unionsseite grenzte die Hauptstadt der Nordstaaten unmittelbar an feindliches Territorium. Richmond, Virginia, die Hauptstadt der CSA, war nur 100 Meilen entfernt.

Missouri blieb ebenfalls in der Union. Der mit der Konföderation symphatisierende Gouverneur Claiborne_Fox_Jackson berief die Miliz ein. Unions-Brigadegeneral Nathaniel_Lyon griff Jackson am 14. Juni 1861 an und verfolgte ihn und die Reste der Miliz in die Südwestecke des Staates. In das entstandene Vakuum hinein rekonstituierte sich die gewählte Versammlung und bildete die provisorische Regierung. Uscivilwarmap.jpg Die Sezessionisten proklamierten die Sezession Missouris. Die Konföderation erkannte diese Regierung am 30. Oktober 1861 an. (siehe die Missouri_secession).

Kentucky erklärte sich neutral. Als Südstaatentruppen im Süden und Osten Kentuckys einmarschierten, organisierten Anhänger der Konföderation eine Versammlung, die einen konföderierten Gouverneur wählte. Als jedoch Truppen der Konföderation Columbus, Kentucky besetzten, schwenkte die öffentliche Meinung wieder auf Unionskurs um. Die konföderierte Regierung wurde abgesetzt und Kentucky blieb loyal zur Union.

In Virginia wollten die Menschen in den nordwestlichen Counties bei der Union bleiben. Die „Wiederhergestellte Regierung Virginias“ (“Restored Government of Virginia”) erklärte den Austritt Virginias aus der Union am 11. Juni in Wheeling für ungültig. Diese Gebiete traten am 20. Juni 1863 als 35. Bundesstaat der Union bei.

New Mexico war damals noch kein Bundesstaat, sondern lediglich Territorium. Die südliche Hälfte schloss sich der Sezession an. Die Konföderation nahm sie als Arizona-Territorium mit Mesilla als Hauptstadt auf. Diese Gegend war von Weißen nur wenig bevölkert und spielte im Krieg nur eine untergeordnete Rolle.

Kalifornien war seit dem Eintritt in die Union 1850 ein Staat ohne Sklaverei gewesen. Lincoln hatte hier eine relative Mehrheit. Es gab etliche Sympathisanten der Südstaaten und ihres Präsidentschaftskandidaten John C. Breckenridge, der 28% der Stimmen gewonnen hatte. Kalifornien galt als „nördlicher“ Staat. Die kalifornischen Soldaten waren nicht der US-Regierung unterstellt, Kalifornien selbst sandte sie in den Kampf gegen die Südstaaten. Darüberhinaus finanzierte das neu entdeckte Gold Kaliforniens zum Teil den Krieg.

Ursachen


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Der Krieg entzündete sich an den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gegensätzen von Norden und Süden. In den Nordstaaten wurde die Industrialisierung immer weiter fortgesetzt, der Norden verlangte vom Süden die Abschaffung der Sklaverei. Die südstaatliche Plantagenwirtschaft war jedoch weitgehend von der Arbeitskraft der Sklaven abhängig. Der Sklaverei-Konflikt wurde allerdings erst ab der zweiten Hälfte des Bürgerkriegs durch die so genannte „Emancipation Proclamation“ von Abraham Lincoln zum eigentlichen Kriegsgrund erklärt; zunächst stand die Frage der Rechte der einzelnen Gliedstaaten im Vordergrund.

Doch auch in diesem Punkt ging es im Kern um die Auseinandersetzung zweier Wege in die ökonomische Zukunft der USA. Die Wirtschaft der Südstaaten basierte auf dem Export von Rohmaterialien (insbesondere Baumwolle) und dem Import von Manufakturwaren. Schutzzölle - wie sie die Nordstaaten für ihre im Aufbau befindlichen Industrien gegen die europäische Konkurrenz verlangten - konnten die Preise für die Importe nur erhöhen. Außerdem musste mit Abwehrmaßnahmen der Abnehmer der Rohmaterialien (z. B. England) gerechnet werden. Wie es in diesen Streitpunkten weiter gehen sollte, musste letztlich der Kongress entscheiden. Deshalb wurde die Frage, ob in den neu hinzukommenden Territorien Sklaverei erlaubt oder verboten sein solle, zu einer Frage, wer in den folgenden Jahren im Kongress die Mehrheit hätte - die eher industrialisierten und schutzzöllnerischen Nordstaaten oder die eher agrarischen und freihändlerischen Südstaaten. Dieser Konflikt beherrschte die politische Diskussion bei mehreren wichtigen Maßnahmen seit den 1850er Jahren, die vom Kongress blockiert und deshalb zu den Wahlkampfschlagern Lincolns wurden. Dabei ging es um staatliche Landzuweisungen für Arbeitslose sowie für die Errichtung von höheren Schulen und um den Bau einer transkontinentalen Eisenbahn. Sie sollten das Wachstum und den Wohlstand im Sinne der Nordstaaten fördern, und dafür trat Lincoln zusammen mit seiner Partei, den Republikanern, ein. Diese Maßnahmen mussten nach Ansicht der Südstaatler über kurz oder lang zu einer politischen Übermacht des Nordens im Kongress führen. Sie konnten zudem nicht erwarten, dass der Kongress mit dieser Mehrheit für den Schutz ihres Eigentums, als das aus ihrer Sicht ihre Sklaven galten, in allen Staaten der USA sorgen würde. Bei einer Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf die neuen Territorien und Staaten liefen sie Gefahr, dass ihre Sklaven als freie Menschen behandelt würden, also z. B. bei einer Flucht nicht durch die Polizei eingefangen und ihnen wieder ausgeliefert würden.

Die Sklavenproblematik wurde im Jahr 1857 weiter verschärft, als der Oberste Gerichtshof in seiner Entscheidung im Fall Dred Scott v. Sandford erklärte, Schwarze könnten, unabhängig davon ob sie Sklave waren oder nicht, niemals die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten erhalten. Ferner erklärten die Richter auch jeden Versuch durch den Kongress, die Sklaverei zu beschränken oder abzuschaffen, als mit der Verfassung unvereinbar, da dieser eine Enteignung ohne ordentliches Gerichtsverfahren darstellt, wie der 5. Zusatzartikel zur Verfassung verlangt.

Darum kam es mit der Wahl des republikanischen Kandidaten Abraham Lincoln am 6. November 1860 zum Präsidenten der USA zur Spaltung (Sezession), obwohl Lincoln in der Frage der Sklaverei immer wieder betont hatte, dies sei Sache der Einzelstaaten. Da zur damaligen Zeit zwischen der Wahl und dem Amtsantritt eines Präsidenten noch jeweils etwa vier Monate lagen, entwickelte sich nun ein gefährliches Machtvakuum, weil der abgewählte, aber noch amtierende James Buchanan nicht zu energischen Entscheidungen bereit war. In den Monaten um die Jahreswende 1860/61 erklärten immer mehr der Sklavenhalterstaaten des Südens ihren Austritt aus der Union. Ein am 4. Februar 1861 in Washington zusammengetretener Friedenskongress löste sich ohne Resultat auf. Bereits am 6. Februar versammelte sich in Montgomery ein Kongress der abgefallenen Staaten, welcher am 11. März der so genannten Konföderation ihre neue Verfassung gab. Zum Präsidenten der Südstaaten wurde Jefferson Davis gewählt. Auch Lincoln, der erst am 4. März 1861 mit seiner Amtsantrittserklärung reagieren konnte, scheiterte mit seinen Versöhnungsbemühungen. Mit der Eroberung von Fort Sumter durch die südstaatlichen Truppen begann schließlich der offene Krieg zwischen der Union und der Konföderation. Die größeren Ressourcen brachten dem Norden einen deutlichen Vorteil im Ankauf von Material aus dem Ausland. Zur Zeit des Kriegsbeginns hatte niemand geglaubt, dass die Sklaverei je abgeschafft werden würde; die strittige Frage war lediglich die Einschränkung ihrer Verbreitung.

Kriegsverlauf


Ausgangslage

Die Südstaaten wurden von einer energischen, zweckbewussten, staatsmännisch geschulten Aristokratie geleitet, die die USA seit ihrer Gründung dominiert hatte. Viele Offiziere des Heeres und der Marine stammten aus dem Süden und schlossen sich diesem an, wie z.B. P. G. T. Beauregard, Joseph E. Johnston, Robert E. Lee, Thomas Jonathan Jackson, James E. B. Stuart, James Longstreet, Ambrose Powell Hill, Nathan B. Forrest, Leonidas Polk, William Joseph Hardee, Patrick R. Cleburne, Braxton Bragg, John C. Breckinridge, Edmund K. Smith, Jubal A. Early, John B. Gordon, John B. Hood, Daniel H. Hill, Albert S. Johnston, William Mahone und Joseph Wheeler. Dort organisierten sie die Streitmacht der Konföderation. Dies wurde dadurch erleichtert, dass Kriegsminister Floyd schon 1860 viele Waffen und Geschütze in die südlichen Arsenale geschickt hatte, während die Unionsflotte über alle Meere zerstreut worden war. Daher waren die Südstaaten am Anfang des Kriegs dem Norden entschieden überlegen.

Die Bevölkerung des Nordens (die Grenzstaaten Maryland, Kentucky, Tennessee, Missouri u. a. verhielten sich schwankend) war für eine Erhaltung der Union. Lincoln rief am 15. April 75.000 Freiwillige zu den Waffen. Diesen fehlte es aber an Organisation. Die Truppen wurden von den Einzelstaaten, welche auch die Offiziere ernannten, auf Zeit gestellt. Das gänzlich vom Kriegsministerium unabhängige Oberkommando erhielt zuerst der 75jährige Brevet-Generalleutnant Winfield Scott. Ausrüstung, Ausbildung und Verpflegung der Unionstruppen waren anfangs mangelhaft und wurden erst allmählich besser. Daher erlitt der Norden trotz seiner zahlenmäßigen Überlegenheit anfangs Misserfolge.

Erste Hälfte des Bürgerkriegs

Sezession wom 02.jpg Beim ersten Vordringen der Bundestruppen unter Brigadegeneral Irvin McDowell gegen die Stellung der Konföderation bei Manassas Junction erlitten die Nordstaaten in der ersten Schlacht von Bull Run eine vollständige Niederlage (21. Juli 1861). Der nun zum Oberbefehlshaber des Nordens ernannte General George B. McClellan schlug am Potomac River ein Lager auf und nutzte Herbst und Winter dazu, die von den Staaten gestellten Freiwilligen und Milizen - über 500.000 Mann - auszubilden. Währenddessen wurden durch eine schnell geschaffene Kriegsflotte die Häfen der Südstaaten blockiert oder sogar besetzt. Es gelang der Konföderation jedoch oft, die Blockaden zu brechen. Südstaatliche Kreuzer wurden zum Teil auch in England ausgerüstet, das sich von der Sezession ein Gleichgewicht der Macht in Nordamerika erhoffte. Die Verhaftung südstaatlicher Abgesandter auf einem englischen Schiff durch die Nordstaaten(Trent-Affäre, November 1861), drohte bei der gereizten Stimmung beider Teile sogar einen Krieg zwischen der Union und England herbeizuführen.

Im Bürgerkrieg kam es 1862 besonders im Westen zu wichtigen Entscheidungen. Nachdem es 1861 gelungen war, Missouri der Union zu erhalten - die Bevölkerung war im Verhältnis ca. 2:1 für den Norden - besetzten die Generäle George H. Thomas und Ulysses S. Grant im Februar 1862 auch Kentucky und Tennessee und rückten den Mississippi River abwärts vor. Der Versuch der Konföderation, mittels der von General Henry H. Sibley geführten New Mexico-Offensive den Südwesten und die kalifornischen Pazifikhäfen zu erobern, scheiterte nach einigen kurzen Anfangserfolgen im April 1862. Admiral Farragut konnte währenddessen die Einfahrt in die Mississippimündung erzwingen und New Orleans am 1. Mai 1862 besetzen. Der Kampf konzentrierte sich im Westen um das von der Konföderation stark befestigte Vicksburg, das nach einer langen, seit dem 18. Mai 1863 andauernden Belagerung am 4. Juli 1863 von Grant erobert wurde. Mit der Kontrolle über den Mississippi hatte die Union die Südstaaten von Texas und Arkansas abgeschnitten.

In Virginia brach McClellan nach langem Zögern im März 1862 zum Halbinsel-Feldzug, der eine Landung an der Mündung des York Rivers und einen Vormarsch gegen die Konföderierten-Hauptstadt Richmond von Süden her vorsah. Zahlreiche blutige Gefechte, darunter die Sieben-Tage-Schlacht am Chickahominy (25. Juni bis 2. Juli), erbrachten kein entscheidendes Resultat, so dass McClellan gegen den Willen von Präsident Lincoln den Rückzug befahl.

General John Pope wurde in der Zweiten Schlacht von Bull Run (29./30. August) geschlagen und zog sich nach Washington zurück. Der konföderierte Oberbefehlshaber Lee versuchte nun einen Einfall in Maryland und Pennsylvania, und überschritt am 4. September den Potomac mit seiner Army of Northern Virginia. Am 17. September wurde er bei Antietam von McClellan nach verlustreichem Kampf gestoppt und zum Rückzug nach Virginia gezwungen.

Da McClellan die Übermacht der Nordstaaten während der Schlacht von Antietam nicht nutzten konnte, um den Südstaaten eine entscheidende Niederlage zuzufügen, wurde er am 17. November durch General Ambrose E. Burnside ersetzt. Er unternahm einen erneuten Vorstoß auf Richmond, erlitt aber am 13. Dezember bei Fredericksburg eine empfindliche Niederlage. Sein Nachfolger Joseph Hooker drang im April 1863 über den Rapidan vor, wurde aber in der Schlacht bei Chancellorsville (2. - 5. Mai) ebenfalls von Lee besiegt. Lee versuchte einen zweiten Einfall über Maryland und weiter nach Norden, wurde aber in der blutigsten Schlacht des ganzen Krieges bei Gettysburg (1. - 3. Juli) von General George G. Meade über den Potomac zurückgeworfen.

Schlacht von Gettysburg

Die Schlacht von Gettysburg halten viele Experten für die entscheidende Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges. Sie ereignete sich zwischen dem 1. und dem 3. Juli 1863 bei der Kleinstadt Gettysburg in Pennsylvania, nur wenige Meilen nördlich der Grenze zu Maryland. Ursprünglich sollte sie laut den föderierten Kommandeuren am kleinen Flüsschen Pipe Creek (30 km entfernt) stattfinden. Eine Division des Konföderiertengenerals A. P. Hill wollte sich und ihrem III. Korps Schuhe aus dem Örtchen Gettysburg „organisieren“ (die Südstaatenarmee litt chronisch an Schuhwerkmangel). Die morgendliche Attacke geriet aus dem Ruder. Die größte Schlacht des „Civil War“ fand an einem Ort und zu einem Zeitpunkt statt, den keiner der Kommandeure auf beiden Seiten so haben wollte. Sie endete mit der Niederlage der Südstaatenarmee unter General Robert E. Lee und beendete die letzte Offensive der Südstaaten auf dem Territorium der Nordstaaten.

Diese Niederlage und die gleichzeitige Eroberung Vicksburgs bildeten den Wendepunkt des Krieges. Es war der Konföderation nicht geglückt, Washington und einige Nordstaaten zu erobern. Im Westen hatte sie dagegen große Verluste erlitten und es machte sich bei ihr eine Erschöpfung an Geld und Menschenkräften bemerkbar. Die industrialisierte Wirtschaft des Nordens konnte die Verluste besser ausgleichen.

Das Ende des Krieges

Gleichzeitig machte sich auch im Norden eine allgemeine Kriegsmüdigkeit bemerkbar, die sich mitunter durch offene Anfeindungen gegenüber den Afroamerikanern äußerte, die als Sündenbock dienten. Zeitweise war auch die Armee der Nordstaaten mit dem Problem konfrontiert, nicht genügend Rekruten zu haben, um die bisherigen Verluste zu ersetzen. Die Aufstellung schwarzer Einheiten („Buffalo Soldiers“) bot für die Einzelstaaten des Nordens eine bequeme Möglichkeit, ihre Soll-Kontingente aufzustellen, und die Problematik bei der Aushebungsfrage zu lindern. Dies bot sich umso mehr an, als viele Afroamerikaner bereits seit Kriegsbeginn darauf drängten, rekrutiert zu werden. Dies wurde jedoch zunächst abgelehnt, um Sklavenhalterstaaten, die in der Union verblieben waren, nicht zu verprellen. Im Kriegsverlauf trat diese Frage immer weiter in den Hintergrund.

Zunächst nur als Sicherungs- und Hilfstruppen eingesetzt, stellten afroamerikanische Einheiten ihre hohe Moral und Kampfkraft beim Angriff auf Fort Wagner am 18. Juli 1863 unter Beweis. Zum Ende des Krieges stellten diese Einheiten einen bedeutenden Anteil der Nordstaaten-Armee – ihr Einsatz war kriegsentscheidend. Infolgedessen formulierte der Norden nun offen die Aufhebung der Sklaverei und die völlige Niederwerfung der Rebellion als Ziele des Krieges. Lincoln erließ am 22. September 1862 eine Proklamation, welche alle Sklaven - allerdings nur in den Landesteilen unter Kontrolle der Konföderation - vom 1. Januar 1863 an für frei erklärte. Bei der Präsidentschaftswahl 1864 siegte Lincoln über den Kandidaten der Demokratischen Partei, George B. McClellan; zum Vizepräsidenten wurde Andrew Johnson gewählt.

Nach dem Ulysses S. Grant durch einen Sieg in der Schlacht von Chattanooga im November 1863 die Vormachtstellung der Nordstaaten-Armee im westlichen Kriegsschauplatz festigen konnte, wurde er Anfang 1864 von Präsident Lincoln zum vom Kongress neu geschaffenen Rang eines Generalleutnant befördert und zum Oberbefehlshaber aller Nordstaaten-Truppen an den westlichen und östlichen Kriegsschauplätzen ernannt. Bis dato hatte in der Geschichte der USA lediglich der erste Präsident George Washington diesen militärischen Rang inne. Er übergab sein westliches Kommando an seinen Vertrauten William T. Sherman, während George Meade das Kommando über die Army of the Potomac im Osten behielt; jedoch unter strategischen Führung Grants. Anfang Mai 1864 setzte Grant den Vormarsch Richtung Richmond fort und lieferte Lee in der „Wildnis“ (Wilderness) und bei Spotsylvania eine Reihe blutiger Gefechte mit wechselndem Erfolg. Nach einer Niederlage beim Versuch, den Chickahominy River zu überqueren, versuchte er Petersburg anzugreifen, das er nach einem vergeblichen Überrumpelungsversuch belagerte. Gemeinsam mit dem im Shenandoah-Tal operierenden Generalmajor Philip Sheridan gelang es ihm schließlich im Herbst, Lees Defensivstellung bei Richmond zu durchbrechen und sich am rechten Ufer des James River zu behaupten.

Gleichzeitig drang General William T. Sherman vom Westen her in Georgia ein. Dabei kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen, weil gezielt Zivilisten von Unionstruppen attackiert wurden. Er besetzte im September 1864 Atlanta (siehe auch Atlanta-Feldzug) und marschierte von dort nach Savannah am Atlantischen Ozean, wo er am 21. Dezember einzog und die Verbindung mit der Unionsflotte herstellte. Im Januar 1865 rückte er durch South und North Carolina nach Norden, zog am 22. März bei Goldsboro ein Unionsheer zusammen und vollendete Ende März die Einschließung Lees, der nur noch 60.000 Mann unter seinem Befehl hatte.

Am 3. April rückten die Bundestruppen in Petersburg und Richmond ein. Lee ergab sich am 9. April bei Appomattox Court House, Johnston und der Rest der konföderierten Tennessee-Armee am 26. April bei Durham Station, North Carolina. Im Mai gaben Richard Taylor und Nathan Bedford Forrest in Alabama auf, und Edmund Kirby Smith, Kommandeur der konföderierten Truppen westlich des Mississippi, kapitulierte Anfang Juni. Eine letzte Gruppe unter der Führung des indianischen Brigadegenerals Stand Watie legte Mitte Juni 1865 die Waffen nieder. Damit war der Bürgerkrieg nach vierjähriger Dauer beendet.

Folgen


Im amerikanischen Bürgerkrieg kamen etwa 600.000 Menschen ums Leben. Die Kriegskosten überstiegen 8 Milliarden Dollar. Die Unionsarmee zählte am Ende des Kriegs über 1 Million Mann, die Flotte 671 Schiffe.

"''Die alte föderative Republik, in der nur das Postamt den Durchschnittsbürger in Berührung mit der nationalen Regierung brachte, wich einem zentralisierten Gemeinwesen, das die Menschen direkt besteuerte und zur Erhebung dieser Steuern eine eigene Behörde einrichtete, das die Männer zur Armee einzog, die Zuständigkeit der Bundesgerichte ausweitete, eine nationale Währung und ein nationales Bankensystem schuf und die erste nationale Wohlfahrtsbehörde * einrichtete. Elf der ersten zwölf Zusätze zur amerikanischen Verfassung hatten die Vollmachten der nationalen Regierung beschnitten; sechs der nächsten sieben Zusätze, angefangen beim 13. Verfassungszusatz von 1865 dehnten diese Vollmachten auf Kosten der Einzelstaaten wieder aus.
Mit dieser Veränderung im föderativen Gleichgewicht ging eine Verschiebung der politischen Macht von Süden nach Norden einher." (McPherson, Für die Freiheit sterben, S. 845f.)

Verfilmungen


Folgende Filme spielen zur Zeit des Sezessionskriegs bzw. handeln davon:

Literatur


Die Literatur bezüglich des Bürgerkrieges ist kaum zu überschauen. Als Auswahl sollten folgende Bände genügen, deren umfassende Bibliographien weitere Literatur erschließen können.

  • James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, List Verlag Berlin, ISBN 3-471-78178-1, auch Weltbild Verlag, Augsburg 2000; Der Autor erhielt hierfür den Pulitzerpreis. Die beste einbändige Darstellung des Krieges, die auch detailliert auf die Ursachen eingeht.
  • Shelby Foote, The Civil War. A Narrative, 3 Bde., New York 1958-1974, ISBN 0-7126-9812-4; Sehr gut geschriebene Darstellung des Krieges, wenn auch ohne fachwissenschaftlichen Apparat.
  • Bernd G. Längin: Der Amerikanische Bürgerkrieg. Eine Chronik in Bildern - Tag für Tag. Bechtermünz Verlag, 275 S., ISBN 3-86047-900-8, auch Weltbild Verlag, Augsburg 1998; reich bebildert, aber leider ohne Register.

Siehe auch


Weblinks


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