article

Seyni Kountché (* 1. Juli 1931 in Fandou; † 10. November 1987 in Paris) war von 1974 bis 1987 Staatspräsident von Niger.

Soldat


Kountché trat 1949 in die französische Armee ein und diente im Indochinakrieg, später im Algerienkrieg. 1957 wurde er Sergent. Nach der Unabhängigkeit Nigers von Frankreich am 3. August 1960 wechselte er 1961 in dessen Armee. Von 1965 bis 1966 besuchte er eine Offiziersschule in Paris und wurde später stellvertretender Stabschef, 1973, nunmehr Oberstleutnant, Stabschef der Armee.

Präsident


Am 15. April 1974 leitete Kountché den Militärputsch gegen den autoritär regierenden Präsidenten Hamani Diori. Die Verfassung wurde suspendiert, das Parlament aufgelöst, alle politischen Parteien verboten und Gegner des alten Präsidenten aus den Gefängnissen entlassen bzw. durften aus dem Exil zurückkehren. Er versprach die Wirtschaft anzukurbeln und die internationale Hilfe wegen der Hungersnot, die Niger wie die übrigen Staaten der Sahelzone plagte, gerecht zu verteilen.

Außenpolitik

Außenpolitisch setzte er wie sein Vorgänger auf gute Beziehungen zu Frankreich, daneben verstärkte er die Kontakte zu den arabischen Staaten und auch zur Volksrepublik China. Die Beziehungen zu Libyen waren wegen der angeblichen Unterstützung aufständischer Tuareg durch Libyen gespannt, es kam mehrmals zu Gefechten an der gemeinsamen Grenze. In der 1980er Jahren unterstützte er den Tschad in seinem Konflikt mit Libyen. Die Vereinigten Staaten wurden in seiner Amtszeit das wichtigste Geberland für Entwicklungshilfe, im Dezember 1984 besuchte er den Präsidenten Ronald Reagan in Washington.

Innenpolitik

1976 und 1983 scheiterten Versuche ihn zu stürzen. Ab 1981 unternahm er Anstrengungen dem Land eine neue Verfassung zu geben und Zivilisten an der Regierung zu beteiligen. Am 24. Januar 1983 ernannte er mit Mamane Oumarou einen Zivilisten zum Premierminister. Die Macht im Land lag aber weiterhin beim seit 1974 agierenden Militärrat Conseil militaire suprême (CMS). Kountché, der auch der Preuße Afrikas genannt wurde, gehörte zu den Militärdiktatoren des Kontinents, die um eine echte Entwicklung ihrer Länder bemüht waren, wenngleich seine Erfolge begrenzt blieben.

Tod

1986 verschlechterte sich Kountchés Gesundheitszustand. Er starb in einem Pariser Krankenhaus an einem Gehirntumor. Der CMS bestimmte Oberst Ali Saibou zum Nachfolger.

Trivia


Das Fußballstadion der Hauptstadt Niamey trägt ihm zu Ehren den Namen Général Seyni Kountché.

Mann | Nigrer | Politiker (Niger) | Präsident (Niger) | Geboren 1931 | Gestorben 1987

Seyni Kountché | Seyni Kountché

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Seyni Kountché".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld