| Sex Pistols | - bgcolor="#FFFFFF" | Gründung: | 1975 | - bgcolor="#FFFFFF" | Auflösung: | 1980 | - bgcolor="#FFFFFF" | Genre: | Rock / Punk-Rock | - | Gründungsmitglieder | - bgcolor="#FFFFFF" | - bgcolor="#FFFFFF" | Gesang: | John „Johnny Rotten“ Lydon | - bgcolor="#FFFFFF" | Gitarre: | Steve Jones | - bgcolor="#FFFFFF" | Bass: | Glen Matlock | - bgcolor="#FFFFFF" | Schlagzeug: | Paul Cook | - | Spätere Mitglieder | - bgcolor="#FFFFFF" | Bass: | John "Sid Vicious" Ritchie |
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Singles
Die Sex Pistols können wohl zu Recht als wichtigste Band der englischen Punkgeschichte gelten, auch wenn ihre Musik schon damals mehr Hard Rock als typischer Punk war. Die Band selbst lehnte das Etikett „Punk“ für sich auch immer ab. Einfache Akkorde, gerade Basslinien, schnelles, hartes Schlagzeug, wie sie als Musikform noch bei heutigen Punk-Bands zu finden sind, wurden eher von anderen Bands wie den Ramones oder den Buzzcocks aus Manchester entwickelt. Neben der Musik trugen besonders die provokativen Texte und das schockierende Auftreten der Sex Pistols dazu bei, dass Punk zur bestimmenden Musik- und Kulturbewegung der späten 1970er Jahre wurde, und sie selber zu deren Ikone.
Die Ursprünge der Band reichen zurück bis ins Jahr 1973, als die Schulfreunde Steve Jones, Paul Cook und Warwick Nightingale beschlossen, mit gestohlenem Equipment eine Band zu gründen. Im Juni 1974 stieß Glen Matlock als fester Bassist dazu und die noch namenlose Gruppe hatte in dieser Besetzung Anfang 1975 ihren ersten Auftritt auf einer Party. Im Juni 1975 wurde Gitarrist Nightingale (der den ersten eigenen Song "Did you no wrong" geschrieben hatte) aus der Band geworfen, Steve Jones wechselte vom Gesang zur Gitarre und ein neuer Sänger wurde Ende August 1975 in John Lydon gefunden. Die Band verbrachte den Herbst mit intensiven Proben und trat am 5. November 1975 unter dem neuen Namen Sex Pistols zum ersten Mal auf. Der Grossteil des Songwritings wurde von Glen Matlock übernommen, während es Steve Jones' Aufgabe war, Matlocks Ideen zu möglichst knappen und aggressiven Arrangements zu komprimieren. John Lydon übernahm das Schreiben von Texten (bis auf den Song "Pretty vacant", der komplett von Glen Matlock stammte). Nach ihrem Auftritt am "100 Club Punk Festival" (September 1976) bekamen sie einen Vertrag bei der Plattenfirma EMI. Ihre erste Single, "Anarchy in the U.K.", erschien im November 1976, wurde aber nach einem aufsehenerregenden Fernsehauftritt sofort von EMI zurückgezogen. Wegen ständiger Querelen mit John Lydon verließ Glen Matlock im Februar 1977 die Gruppe und wurde durch Sid Vicious ersetzt, der zwar das passende Image hatte, aber als Bassist nur rudimentäre Kenntnisse vorzuweisen hatte. Folgerichtig wurden im Studio die Bassläufe von Gitarrist Steve Jones eingespielt. Die zweite Single, "God Save The Queen", sollte zuerst bei A&M erscheinen, wurde aber noch vor der Veröffentlichung wieder eingestampft. Reich an Abfindungen, aber ohne erhältliche Plattenveröffentlichungen, unterschrieb die Band schließlich bei dem eigentlich verhassten Hippie-Label Virgin, wo im Mai 1977 "God Save The Queen" noch rechtzeitig zum Thronjubiläum der Queen veröffentlicht wurde. Die Single wurde angeblich die Nummer 1 in den englischen Charts, tauchte aber in den offiziellen Listen nie auf, angeblich wegen royalistischer Loyalität der Verantwortlichen. Die Single erlangte auch eine Menge Aufsehen, als die Band sich zum Geburtstag der Queen 1977 ein Boot mietete (welches ausgerechnet Queen Elizabeth hieß), auf dem sie mitten auf der Themse vor Journalisten und geladenen Gästen in voller Lautstärke ein Konzert gab. Das Boot wurde von der Wasserschutzpolizei aufgebracht und die meisten der Passagiere verhaftet. Die Publicity rächte sich jedoch in den folgenden Wochen, als Mitglieder der Band von Royalisten überfallen wurden. Um der aufgeheizten Stimmung in England zu entkommen, gingen die Sex Pistols auf eine kurze Skandinavien-Tour. Eine England-Tour folgte, allerdings unter Pseudonym, um Auftrittsverbote zu umgehen. Im November 1977 erschien die erste (und eigentlich einzige) LP "Never Mind The Bollocks Here's The Sex Pistols", eine Klage wegen angeblicher Obszönität des Titels wurde abgewiesen.
Anfang 1978 gingen die Sex Pistols auf USA-Tournee, an deren Ende Johnny Rotten die durch die Machenschaften ihres Managers zerüttete Band verließ. In der Folge hielt der Rest der Band noch kurze Zeit zusammen, bevor sie sich endgültig trennten. Rotten, der sich wieder Lydon nannte, gründete Public Image Ltd., Jones und Cook die Professionals. Malcolm McLaren veruntreute die Einnahmen der Band mit dem selbstverliebten Kinofilm „The Great Rock'n'Roll-Swindle“ und nutzte die Anfänge von Rap und Hip-Hop für eine Solokarriere. Er wurde in den 1980er Jahren von den überlebenden Bandmitgliedern wegen seiner Machenschaften erfolgreich verklagt. Glen Matlock gründete die Rich Kids und Sid Vicious strebte ebenfalls eine Solo-Karriere an und wurde Teil der New Yorker Heroin-Szene. Mit seiner Version des Frank Sinatra-Songs „My Way“ konnte er sogar Charterfolge verbuchen. Ende 1978 wurde er jedoch in New York angeklagt, seine Freundin Nancy Spungen ermordet zu haben, starb aber vor den Verhandlungen am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin. Die überlebenden Mitglieder der Band gingen 1996 auf der Höhe des Punk-Revivals auf Welt-Tournee. Im Sommer 2002 spielten sie nochmal zum 50. Thronjubiläum der Queen und im Jahr 2003 eine erneute Revival-Tour in den USA.
Am 13. März 2006 sollten die Sex Pistols bei einer Zeremonie im New Yorker Waldorf Astoria Hotel offiziell in die Hall of Fame der Rock-Stars aufgenommen werden. Die Gruppe lehnte dies jedoch ab und veröffentlichte ein Pamphlet, in dem es unter anderem hieß Wir kommen nicht ... * euer Museum. Urin in Wein. und die Eintrittspreise der Veranstaltung thematisiert wurden: 25.000 Dollar für einen Tisch im Saal und 15.000 Dollar für einen Blick von der Galerie.
Wir sind nicht eure Affen lautete das auf der Website der Band veröffentlichte Fazit. Susan Evans, Exekutivdirektorin der Stiftung Rock and Roll Hall of Fame, äusserte Verständnis.
In einem Interview mit MOJO (März 2006) äusserte John Lydon, dass es ein Angebot für einen Sex Pistols-Auftritt in Japan gebe, der eine gute Gelegenheit für eine Live-DVD sein könne. Festlegen wollte er sich in dieser Sache aber nicht.
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