Elektro-hydraulische_Servolenkung.jpg
Zur Reduzierung der Lenkkräfte im Stand, beim Rangieren oder bei geringen Fahrgeschwindigkeiten verfügen heute viele Fahrzeuge über eine so genannte Servolenkung.
Je nach Ausführung wird unterschieden:
Hydraulischer Antrieb
Dabei handelt es sich um ein
hydraulisches System, bestehend aus der vom
Motor angetriebenen Pumpe, dem Ölvorratsbehälter, dem Servoventil, dem Hydraulikzylinder sowie den dazugehörigen Druckleitungen.
Aufwändigere Servolenkungen arbeiten geschwindigkeitsabhängig. Die hydraulische Kraftunterstützung der Lenkbewegungen nimmt mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit ab.
- Nachteile: Die Servopumpe (Hydraulikpumpe) fördert ständig einen Volumenstrom durch die Lenkung. Da aber die Lenkung bei der Geradeausfahrt oder geringen Lenkbewegungen keine Servounterstützung braucht, fließt das Öl direkt wieder zurück in den Behälter. Den Druck, der dabei entsteht, nennt man Durchflussdruck. Dies lässt sich mit einem Gartenschlauch vergleichen, durch den man ungehindert Wasser fließen lässt. Die Pumpe läuft zwar ständig mit, verbraucht aber weniger Energie als andere Verbraucher im Auto, wie z.B. Klimaanlage, heizbare Heckscheibe, Sitzheizung etc. In dem Moment, wo eine Lenkbewegung ausgeführt wird, wird ein Teil dieses Volumenstromes in den Arbeitsraum der Lenkung umgeleitet. Es entsteht ein Druck im System. Den höchsten Druck erreicht man dann, wenn man die Lenkung voll in eine Richtung einschlägt. In diesem Moment wird der komplette Volumenstrom in den Arbeitsraum eingeleitet, ohne dass Öl direkt zurückfließen kann. Die Pumpe geht auf Block. Der entstehende Druck wird durch das Druckbegrenzungsventil auf einen maximalen Druck eingeregelt, den sog. Systemdruck. Dadurch entsteht das Pfeiffen, welches man hin und wieder beim Einparken hört, da dann der Ölstrom vollständig in die Arbeitsräume der Lenkung eingeleitet wird. In diesem Fall wird die maximale Leistung der Servopumpe erbracht, sie kann, je nach Fahrzeug, 21 kW und mehr betragen.
- Vorteil: Keine Elektrik, Defekte oder Schäden sind offensichtlich und die Funktion ist relativ leicht nachzuvollziehen.
Elektrischer Antrieb
Die elektrisch-mechanische Servolenkung ist eine
elektrische Hilfskraftlenkung, die nur dann arbeitet, wenn Lenkbewegungen stattfinden.
- Nachteile: Elektrische Systeme sind bei Defekten oder Schäden in der Funktion weniger leicht nachzuvollziehen. Bei programmgesteuerten Digitalsystemen gibt es Sicherheitsbedenken bezüglich nicht auszuschließenden Fehlern im Programmcode, den so genannten "Bugs".
- Vorteile: Situations- und bedarfsgerechte Servounterstützung führt zu einer Kraftstoffersparnis von bis zu 0,2 l/100 km. Lenkradmomentregelung in Abhängigkeit der Fahrzeuggeschwindigkeit erlaubt eine Auflösung des Zielkonfliktes von niedrigen Parkmomenten und höheren Lenkmomenten im Fahrbetrieb. Das Lenksystem kann für weitergehende Fahrerassistenzaufgaben genutzt werden (z.B. Parkassistent, Spurhalteassistent, etc.).
Siehe auch
Fahrerassistenzsystem
Power steering | パワーステアリング | stuurbekrachtiging | Servostyring