Josef („Sepp“) Herberger (* 28. März 1897 in Mannheim; † 28. April 1977 in Weinheim-Hohensachsen (Bergstraße)) war ein deutscher Fußball-Trainer. Von 1936 bis 1942 und von 1950 bis 1964 war er für die deutsche Fußballnationalmannschaft verantwortlich.
Von 1921 bis 1926 war Herberger Mitarbeiter der Dresdner Bank in Mannheim. Weil er dort in der Betriebsmannschaft spielte, wurde ihm für ein Jahr der Amateurstatus aberkannt. 1921, 1924 und 1925 wurde er dreimal in der deutschen Fußballnationalmannschaft eingesetzt; im ersten Länderspiel erzielte er zwei Tore.
Während seiner Zeit bei Tennis Borussia Berlin (1926 - 1930) war Herberger beim Berliner Bankhaus Fürstenberg und Glocke angestellt. Daneben studierte er an der Deutschen Sporthochschule für Leibesübungen. 1930 machte er mit der Arbeit Der Weg zur Höchstleistung im Fußballsport sein Diplom als Sportlehrer und wurde als Jahrgangsbester mit der August-Bier-Plakette ausgezeichnet.
Seine Trainerlaufbahn begann Herberger bei Tennis Borussia. 1932 wechselte er als Verbandstrainer zum Westdeutschen Spielverband in Duisburg. Nach der Entlassung von Dr. Otto Nerz - wegen des vorzeitigen Ausscheidens der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 – wurde er vom DFB-Chef Linnemann zum Reichstrainer berufen. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1938 musste er die deutsche Mannschaft auf Anweisung der Regierung mit Spielern aus dem mittlerweile ans Deutsche Reich angeschlossenen Österreich mischen. Die nicht eingespielte Elf scheiterte bereits in der Vorrunde. Trotzdem blieb er bis 1942, als kriegsbedingt der Länderspielbetrieb eingestellt wurde, im Amt.
1947 wurde Herberger Dozent an der Sporthochschule Köln für das Fach Fußball und bekam die Trainerausbildung übertragen. Von 1949 bis 1964 fungierte er dann als Fußballbundestrainer.
1954 führte er die DFB-Auswahl unter ihrem Kapitän Fritz Walter überraschend zum Sieg bei der WM 1954 in der Schweiz. Der 3:2-Erfolg im Endspiel gegen das hoch favorisierte Ungarn, gegen das die deutsche Mannschaft in der Vorrunde mit 3:8 verloren hatte, wird heute noch als „das Wunder von Bern“ bezeichnet; die Spieler, die Herberger respektvoll als „Chef“ ansprachen, und ihr Trainer werden oft die „Helden von Bern“ genannt. Bei der WM 1958 in Schweden gelang mit dem 4. Platz noch einmal der Einzug ins Halbfinale, bei der WM 1962 in Chile schied Deutschland im Viertelfinale aus. 1964 wurde Herberger von Helmut Schön abgelöst. Das eigentlich als Abschiedsspiel vorgesehene Länderspiel gegen Schottland am 12. Mai 1964 endete „nur“ 2:2, deshalb bat Herberger um ein zweites Abschiedspiel. Dieses wurde am 7. Juni 1964 in Helsinki „standesgemäß“ mit 4:1 gegen Finnland gewonnen.
Unter Herbergers Leitung als Reichstrainer bestritt die Nationalmannschaft vom 15. November 1936 bis zum 22. November 1942 insgesamt 65 Länderspiele, davon 40 Siege, 12 Unentschieden und 13 Niederlagen. Als Bundestrainer betreute Sepp Herberger die Nationalmannschaft vom 22. November 1950 bis zum 7. Juni 1964. Es fanden insgesamt 97 Länderspiele statt, dabei gab es 52 Siege, 14 Unentschieden und 31 Niederlagen.
Die Gesamtbilanz unter Sepp Herberger: 162 Länderspiele, davon 92 Siege, 26 Unentschieden, 44 Niederlagen
Während seiner Zeit als Trainer machte er neben sportlichen Erfolgen durch Sprüche auf sich aufmerksam, die schnell in aller Munde waren. Dazu zählen u. a. die Sätze „Der Ball ist rund“, „Der nächste Gegner ist immer der schwerste“, „Das Spiel dauert neunzig Minuten“, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ oder „Der Ball hat immer die beste Kondition“. Diese Aussagen haben in Deutschland neben ihrem direkten Bezug zum Fußball teilweise auch den (Kult-)Status von allgemeinen Lebensweisheiten erlangt.
Fälschlicherweise Herberger zugeordnet wird der Ausspruch „Elf Freunde müsst ihr sein“. Er stammt jedoch aus dem Buch Theorie, Technik, Taktik von Richard Girulatis, das bereits 1920 erschien. "Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen" war sogar bereits 1903 auf dem Sockel der „Viktoria-Statue“, der Vorgängerin der heutigen Fußball-Meisterschale, eingraviert. Urheber des Textes war wahrscheinlich der Kunstprofessor, der seinerzeit die „Viktoria“ entworfen hatte.
Sepp Herberger | Mann | Deutscher | Fußballspieler (Deutschland) | Fußballtrainer | Fußballweltmeister | NSDAP-Mitglied | Geboren 1897 | Gestorben 1977
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