Ein Senn oder Senner (bayerisch, österreichisch, schweizerisch; In Kärnten auch Brentler) ist ein Hirte, der meistens auf einer Alm (Alpweide), auch Senne genannt das Vieh von anderen Bauern (meistens nur während des Sommers) hütet und deren Milch zu Käse und oft auch Butter verarbeitet. Die entsprechende Sennhütte oder Sennerei wird im Hochgebirge auch Almhütte oder auch nur kurz die Alm genannt. Der Almbetrieb im Hochgebirge (Alpen) ist nur während der Sommermonate möglich, meistens nur in Juli und August. Die tiefer gelegenen Sennereien und Bergweiden nennt man (in der Schweiz) Maiensäss - da sie oft bereits ab dem Mai benutzt werden können, bevor das Vieh im Alpaufzug in die höheren Regionen getrieben werden kann.
Im eigentlichen Sinne bezeichnet man nur milchverarbeitende Hirten als Senn. Ist nur Jungvieh auf der Alm, wie es heute vor allem in den deutschen und österreichischen Alpen üblich ist, spricht man von einem Hirt oder Hirten, spezifischer vom Halter, auch die weibliche Form Halterin ist durchaus geläufig, im oberbayerischen Sprachraum auch vom Almerer. Der Senn als Allrounder ist auf kleineren Almen zu finden - auf größeren Almen findet eine Arbeitsteilung statt, die Milch wird dort vom Käser verarbeitet.
Der Senn ist meistens ein Angestellter der Genossenschaft, Kooperation, welche die Bergweiden besitzt, verwaltet und nützt, sein Lohn ist zum Teil ertragsabhängig und wird auch in Naturalien abgegolten, einen Teil des auf der Alm hergestellten Bergkäse darf der Senn behalten, selbst verbrauchen oder verkaufen. Senn ist zwar ein traditioneller Männerberuf, lange Zeit galt der Aufenthalt von Frauen auf der Alp als Unglück bringend, doch zunehmend gibt es auch Sennerinnen, die den Sommer in der hochalpinen Landschaft mit Vieh und Mann zu verbringen bereit sind.
Aus den langen frauenlosen Sommerzeiten der früheren Generationen auf der Alm entstanden viele Sagen, Geschichten, Ängste und Vorurteile, unter anderem von dem Sennentu(n)tschi, einer Frauenpuppe aus Stroh, die zwecks Erheiterung der reinen Männergesellschaft von einer Sennengruppe gebastelt wurde und ihnen, nach dem sie zum Leben erwachte, statt der erwünschten Liebes- und Leibesfreuden nur Leid und Verheerendes beschert.
Mit dem besten Freund des Menschen haben die Sennen jedoch deutlich mehr Erfolg gehabt, als mit Freundinnen und Damennachbildungen aus Stroh. Der unerlässlicher Hirtenhund oder Hütehund des Senns ist unter anderem als Berner Sennenhund oder als Appenzeller Sennenhund zur eigenständigen Hunderasse erklärt worden.
Senn ist auch ein verbreiteter Familienname und der Ortsname daraus ist Sennhof.
=Siehe auch= Winterbrentlerin
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