Die Sengoku-Zeit (jap. 戦国時代 sengoku-jidai, dt. Zeit der streitenden Reiche) ist eines der bewegtesten Zeitalter in der japanischen Geschichte. Der Beginn des Sengoku Jidai wird auf etwa 1477 datiert.
Unter der Herrschaft der Ashikaga waren die Provinzen von Lokalherren regiert worden, die zumindest formal noch Shugo, also bestellte Provinzgoverneure waren. Mit dem Ende der Zentralstaatlichkeit trat ein neuer Typ Feudalherr auf, der Sengoku-Daimyō. Er legitimierte sich nicht mehr über die Berufung durch eine Zentralregierung, sondern durch Landbesitz und militärische Macht. Japan war in zahllose Territorien zersplittert, deren Herrscher Kriege gegeneinander führten und Bündnisse schlossen.
Die Zersplitterung wurde erst durch drei Männer, Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu beendet. Sie befriedeten Japan mit militärischer Gewalt und Ieyasu gelang die Errichtung eines neuen Shōgunats (näheres siehe Azuchi-Momoyama-Zeit). Mit der Einigung Japans endete die Zeit der streitenden Reiche Anfang des 17 Jahrhunderts.
Estampe-p1000685.jpg]] Schlacht.jpg | 1575 gelang Oda Nobunaga in der Schlacht von Nagashino ein Sieg über die Heere der naheliegenden Feinde. Dieser Sieg basierte nicht zuletzt auf dem erstmaligen Einsatz von Feuerwaffen in größerem Maßstab. In der folgenden Zeit rüstete er sich zum Kampf gegen seine verbliebenen Feinde, zwischen 1576 und 1579 errichtete er die Festung Azuchi, die später der Azuchi-Momoyama-Zeit einen Teil ihres Namens gab. 1582 wurden Oda Nobunaga und sein ältester Sohn von Akechi Mitsuhide, einem seiner wichtigsten Vertrauten und Militärführer, ermordet.
Toyotomi Hideyoshi, der zu dieser Zeit als General für Nobunaga im Westen des Landes kämpfte, kehrte zurück, tötete den Verräter Akechi Mitsuhide und übernahm die Herrschaft. Mit Toyotomi Hideyoshi trat der zweite der drei Reichseiniger hervor. Er hatte seine Laufbahn als einfacher Soldat in Nobunagas Heer begonnen und war nach einigen Machtkämpfen 1585 der mächtigste Mann des Landes. Er bestätigte Oda Nobunags Bündnisse mit den Uesugi und den Tokugawa und stellte sich den verbliebenen großen Daimyō des Landes zum Kampf. 1590 bezwang er sie und vollendete Japans Einigung. Er teilte das Land in etwa 200 Provinzen, übertrug die Herrschaft an Daimyō und sicherte sich deren Lehnstreue. Seine Herrschaft sicherte er durch persönliche Verfügung über ergiebige Provinzen ab, und er umgab sich nur mit Daimyō, die ihm treu ergeben waren. Weiterhin ließ er sich als Regent durch den Kaiser bestätigen. Trotz allem war das System aber nicht vollends stabil. 1591 befahl er eine Invasion in Korea. Unklar ist bis heute ob er ernsthaft glaubte Korea und China erobern zu können, oder ob er die unbeschäftigten Krieger außer Landes bringen wollte, die ein ständiges Konfliktpotential darstellten. Die Invasion war aufgrund der chinesischen Militärmacht nicht erfolgreich und wurde nach Hideyoshis Tod im Jahr 1598 beendet.
Bevor er 1598 starb, beauftragte er einen Rat aus fünf Daimyō, zu dem auch Tokugawa Ieyasu gehörte, mit der Regentschaft für seinen noch minderjährigen Erben. Sofort nach Toyotomi Hideyoshis Tod begann der Kampf um die Macht. Tokugawa Ieyasu konnte sich aber behaupten und der Unterstützung vieler Daimyō versichern. 1600 vernichtete er in der Schlacht von Sekigahara das Aufgebot seiner verbliebenen Feinde. Mit diesem Sieg war Japan endgültig geeint und die Tokugawa sollten für über zweieinhalb Jahrhunderte über Japan herrschen.
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