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Wappen Karte
Wappen_Senftenberg.png Lage_Senftenberg_Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Geografische Lage:
Höhe: 100 m über NN
Fläche: 126,93 km²
Einwohner: 28.983 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 228 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01968 (bis 1993 O-7840)
Vorwahl: 03573
Kfz-Kennzeichen: OSL (bis 1994 SFB)
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 304
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
01968 Senftenberg
Webseite: www.senftenberg.de
E-Mail-Adresse: info@senftenberg.de
Politik
Bürgermeister: Klaus- Jürgen Graßhoff (CDU)

Senftenberg (sorbisch: Zły komorów) ist eine Stadt im Süden Brandenburgs. Sie ist Kreisstadt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Geografie


Geografische Lage

Senftenberg befindet sich in der Niederlausitz, an der Schwarzen Elster und am Senftenberger See. Die Stadt liegt etwa 40 km südwestlich von Cottbus und etwa 60 km nördlich von Dresden.

Stadtgliederung

Zur Stadt Senftenberg gehören ebenfalls die eingemeindeten Ortsteile Brieske, Hosena, Sedlitz, Peickwitz, Niemtsch, Großkoschen und Kleinkoschen.

Geschichte


Im Zuge der deutschen Ostkolonisation gegründet, entstand die Siedlung Senftenberg im Schutze einer Burg (heute das Schloss der Festungsanlage), die von deutschen Rittern errichtet wurde. Der Name der Stadt wurde dabei möglicherweise von "sanft am Berg" abgeleitet oder von "sumpftenburg", da die Burg, in deren Schutze sich die Stadt entwickelte, in einer sumpfigen Gegend lag. Die älteste nachweisliche Erwähnung Senftenbergs, in einer Urkunde für das Kloster Dobrilugk (heute Doberlug-Kirchhain), stammt aus dem Jahre 1279. 1290 werden Johann und Konrad von Senftenberg als erste Besitzer des Ortes genannt.

Im Mittelalter zählte die Siedlung etwa 300 bis 400 Einwohner und besaß den typischen Grundriss Niederlausitzer Kolonistenstädte. Nach kurzer brandenburgischer Herrschaft Anfang des 14. Jahrhunderts galt Senftenberg ab 1368 als böhmischer Besitz. Im Jahr 1413 übernahm der Landvogt und Pfandinhaber der Niederlausitz, Hans von Polenz, den Ort mit der gesamten Markgrafschaft. 1448 wurde die Stadt und Herrschaft Senftenberg von den Wettinern durch Herzog Friedrich gekauft und der Ort gehörte hiernach fast 400 Jahre zu Sachsen. Die sächsischen Kurfürsten ließen die alte Burg nach italienischem Vorbild zu einer für die damalige Zeit modernen Verteidigungsanlage ausbauen.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses verloren die Wettiner 1815 das kursächsische Amt Senftenberg an Preußen.

Ende des 19. Jahrhunderts und während des gesamten 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt ein enormes Wachstum durch den Braunkohlenbergbau zunächst unter, dann über Tage. Im Zuge dieser Industrialisierung wurde die zuvor vorherrschende sorbische Sprache nahezu vollständig verdrängt. Einige Teile der Stadt wurden im Zuge des Braunkohlentagebaues abgebaggert, so z.B. Rauno oder Reppist.

Die Kreis- und Hochschulstadt Senftenberg an den Ufern des 1300 ha großen gleichnamigen Sees versucht gegenwärtig, sich zum touristischen Zentrum der Niederlausitz zu entwickeln.

Im Jahre 2004 feierte die Stadt ihr 725-jähriges Bestehen.

Eingemeindungen

  • 1950 Eingemeindung von Buchwalde
  • 1974 Eingemeindung von Hörlitz, Rauno und Reppist (6. Mai 1990 Ausgliederung von Hörlitz/Senftenberg-West)
  • 1. März 1997 Eingliederung von Sedlitz
  • 31. Dezember 2001 Eingliederung von Brieske, Großkoschen, Kleinkoschen, Hosena, Niemtsch und Peickwitz

Einwohnerentwicklung

Um 1860 fand man erstmals Braunkohle. Diese Entdeckung hatte eine rasante Industrialisierung und einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge. Doch seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 verlor die Braunkohle ihre bisherige Bedeutung. Die Stadt musste sich in den vergangenen Jahren einem gewaltigen Strukturwandel stellen. Dieser konnte nicht geordnet vonstatten gehen. Viele Bewohner verließen ihre Heimat. Durch die Gemeindereform stieg die Einwohnerzahl im Jahre 2001 gegen den Trend an.

Jahr Einwohner
-
1300 ca. 400
-
1880 2.608
-
1900 6.151
-
1910 8.051
-
1920 14.590
-
1950 18.260
-
1970 24.301
-
1980 32.095
-
1990 29.451
-
2000 24.740
-
2001 30.539
-
2002 29.957
-
2003 29.474
-
2004 29.136
-

Politik


Stadtverordnetenversammlung

Der Rat der Stadt Senftenberg besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2004)

Städtepartnerschaften

1996 gründeten Senftenberg und Püttlingen mit ihren Partnerstädten Nowa Sól (Polen), Saint-Michel-sur-Orge (Frankreich), Veszprém (Ungarn) und Žamberk (Tschechien) ein bis heute einmaliges europäisches Städtebündnis, welches 2003 durch den Beitritt Fresagrandinarias (Italien) erweitert wurde.

Zudem ist Senftenberg die 22. Partnerstadt von Hertha BSC Berlin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater

Museen

  • Kreismuseum im Schloss mit Galerie am Schloss
  • Museumshof OT Großkoschen
  • Bergbaumuseum OT Niemtsch

Musik

  • Chor der Bergarbeiter e.V.
  • Konzertchor Senftenberg e.V.

Landschafts- und Bauarchitektur

  • Renaissancefestung
  • Historische Innenstadt mit Markt
  • Kursächsische Postmeilensäule
  • Gartenstadt Marga
  • Schulgebäude von Bruno Taut (Walther Rathenau Grundschule)
  • Schulgebäude von Max Taut (Dr. Otto Rindt Realschule)
  • Städtebauliches Ensemble der Fachhochschule und angrenzendes Wohnviertel
  • Neues Rathaus
  • Schloßpark
  • Kirchen
    • Evangelische Peter-und-Paul-Kirche
    • Evangelische Martin-Luther-Kirche OT Brieske
    • Evangelische Kirche OT Großkoschen
    • Katholische Kirche
    • "Bürgerhaus" Wendische Kirche

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Planetarium
  • Tierpark

Sport

Freizeit

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Peter-und-Paul Markt (zweite Jahreshälfte)

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Senftenberg liegt an den Bundesstraßen 96 und 169. Die nächstgelegene Anschlussstelle Klettwitz zur A 13 befindet sich etwa 8 km westlich. Der Regionalbahnhof verfügt über Verbindungen nach Schwedt (RE) über Großräschen, Finsterwalde, Berlin, Eberswalde; nach Nauen (RB) über Großräschen, Calau, Königs Wusterhausen, Berlin, Falkensee; nach Dresden (RE) über Ruhland, Großenhain; nach Falkenberg (RE) über Lauchhammer, Elsterwerda, Bad Liebenwerda; nach Cottbus (RE) über Drebkau.

Wirtschaft

  • Profilierung zum touristischen Zentrum der Niederlausitz
  • die soziale Situation der Stadt Senftenberg ist geprägt durch eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote (ca. 22 %)

Ansässige Unternehmen

  • Bergbausanierung und Landschaftsgestaltung Brandenburg GmbH (BUL)
  • ECOSOIL Ost GmbH
  • Klinikum Niederlausitz GmbH
  • Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg
  • Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)
  • Sparkasse Niederlausitz
  • Stadtwerke Senftenberg GmbH
  • Vattenfall Europe Mining AG
  • Wasserverband Lausitz (WAL)
  • Züblin Stahlbau GmbH

Medien

  • Regionalfernsehen WMZ-TV Senftenberg
  • Regionalzeitung WochenKurier Senftenberg

Bildung

  • Fachhochschule Lausitz (FHL) University of Applied Sciences
  • Oberstufenzentrum Lausitz
  • Kreisvolkshochschule Oberspreewald-Lausitz

  • Schulen
    • Friedrich Engels Gymnasium
    • 4 Grundschulen
      • Walter Rathenau Grundschule
      • Regenbogen-Grundschule
      • Grundschule "Am See"
      • Grundschule Hosena
    • 3 Oberschulen
    • 2 Förderschulen
      • Allgemeine Förderschule für Lernbehinderte
      • "Hand in Hand" Förderschule für geistig Behinderte
    • 2 Musikschulen
      • Musikschule Oberspreewald-Lausitz
      • Musikschule Matthias Schnurre

Persönlichkeiten


In Senftenberg sind geboren:

In Senftenberg zeitweise wohnend oder arbeitend:

  • Erwin Strittmatter, (* 14. August 1912, † 31. Januar 1994), Schriftsteller
    • bis 1954 als Zeitungsredakteur in Senftenberg
  • Werner Walde, (* 12. Februar 1926), Kandidat des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
    • bis 1964 erster Sekretär der SED-Kreisleitung Senftenberg
  • Annekathrin Bürger, (* 3. April 1934), deutsche Schauspielerin
    • 1960 - 1963 am Theater der Bergarbeiter Senftenberg
  • Prof. Gerhart Lampa (* 1940), Maler und Bildhauer
    • 1970 - 1980 Direktor des Kreismuseums Senftenberg
    • ab 1991 Arbeit am Theater Senftenberg, Malsaalvorstand
    • seit 1995 Lehrauftrag für Gestaltung an der Fachhochschule Lausitz
  • Frank Castorf, (* 17. Juli 1951), deutscher Regisseur und Intendant der Volksbühne Berlin
    • 1976 bis 1978 Dramaturg am Theater der Bergarbeiter Senftenberg
  • Róža Domašcyna, (* 11. August 1951), sorbische Lyrikerin und Übersetzerin
    • bis 1984 als Wirtschaftsingenieurin in Senftenberg tätig
  • Sven Benken, (* 20. April 1970), Fussballspieler
  • Ernst Sauer, (1923 - 1988), Bildhauer
    • Das Werk Ernst Sauers zählt zu den maßgeblichen Kunstleistungen des Landes Brandenburg

Literatur


  • Rösler, Isolde: Schloß und Festung Senftenberg (Der historische Ort Nr. 71), Kai Homilius Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-931121-71-2, (Leseprobe)
  • Dähmlow, Silke: Senftenberg. Stadtplanerische Aspekte von Bildungsbauten zur Zeit der Weimarer Republik. in: Brandenburgische Denkmalpflege, Heft 2, Jg. 10. Berlin 2001. Verlag Willmuth Arenhövel Berlin. ISSN 0942-3397.
  • Jochinke, Ute: Senftenberg. Die Schulbauten der Brüder Bruno und Max Taut und ihre Stellung in deren Werk. in: Brandenburgische Denkmalpflege, Heft 2, Jg. 10. Berlin 2001. Verlag Willmuth Arenhövel Berlin. ISSN 0942-3397.

Videolektüre


  • Heinrich, Christian: ''"Chronik der Stadt Senftenberg" (offizielle Filmchronik der Stadt; erhältlich in der Tourismus-Info am Markt)

Weblinks


Ort in Brandenburg

Senftenberg | Senftenberg | Senftenberg

 

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