Sender Policy Framework (früher Sender Permitted From), kurz SPF, ist eine Technik, die das Fälschen des Absenders einer E-Mail auf SMTP-Ebene erschweren soll. Dazu wird in der DNS-Zone einer Domäne ein sog. Resource Record vom Typ TXT oder SPF mit Informationen darüber hinterlegt, welche Computer E-Mails für diese Domäne versenden dürfen. Anhand dieser Informationen soll nach RFC 4408 der Empfangs-Server dann sowohl die "MAIL FROM"-Identität als auch die "HELO"-Identität des Senders nachprüfen. Absenderangaben im E-Mail-Header werden nicht überprüft.
Im DNS-Eintrag einer Domäne sind bislang schon normale MX-Einträge vorhanden, die SMTP-Servern sagen, an welchen Host sie E-Mails für diese Domäne senden sollen. Wenn also ein SMTP-Server eine E-Mail an test@example.org schicken soll, sieht er im MX-Record von example.org nach, an welchen Server er die Mail schicken soll. Mit SPF wird nun ein Record im Stil eines Reverse-MX den DNS-Einträgen einer Domäne hinzugefügt. Empfängt ein Mailserver eine E-Mail mit einem Absender von example.org, sieht er im SPF-Record von example.org nach, ob der zustellende Mailserver laut SPF-Record dazu berechtigt ist, Mails für diese Domain zu versenden. Mit dieser Technik lässt sich die Fälschung von Absenderadressen effektiv verhindern. SPF kann so durch die leichtere Nachverfolgbarkeit von E-Mails auch zur Bekämpfung von Spam und zur Erschwerung von Phishing beitragen. SPF erhebt jedoch lediglich den Anspruch, Absenderadressfälschungen zu verhindern, nicht aber, direkt Spam zu bekämpfen.
SPF muss nur vom Empfängersystem unterstützt werden – am SMTP-Protokoll der Mailübertragung ändert sich nichts. Die Veröffentlichung von SPF-Records ist für eine Domäne freiwillig, Mails von Domains ohne SPF-Records sollen laut SPF-Spezifikation (RFC 4408) von Empfängern nicht negativ eingestuft werden; allerdings bleiben solche Domänen naturgemäß wie bisher gegen Umschlag-Adressfälschungen ungeschützt.
Jeder SPF-Records beginnt mit einer Versionsnummer — für die aktuelle SPF-Version "v=spf1". Es folgen beliebig viele Ausdrücke, die in der Reihenfolge von vorne nach hinten ausgewertet werden. Die meisten Ausdrücke sind dabei sog. Direktiven, welche die Autorisierung des Versenders definieren, und bestehen aus einem optionalen Qualifikator und einem sog. Mechanismus, der für eine gegebene Situation (IP-Adresse) entweder einen Treffer oder keinen Treffer ergibt. Der erste Mechanismus, der einen Treffer darstellt, bestimmt das Ergebnis der gesamten Auswertung des SPF-Records.
Es gibt folgende Qualifikatoren:
| Q. | Ergebnis-Code | Beschreibung |
|---|---|---|
| + | Pass | die Direktive definiert autorisierte Sender; dies ist der Standard, d.h. ist kein Qualifikator angegeben, so wird + angenommen |
| - | Fail | die Direktive definiert nicht autorisierte Sender |
| ~ | SoftFail | die Direktive definiert nicht autorisierte Sender, der Empfänger soll diesen Fehlschlag aber großzügig behandeln; dieser Qualifikator ist für Testzwecke gedacht |
| ? | Neutral | die Direktive definiert Sender, über deren Legitimität nichts ausgesagt werden soll; dieses Ergebnis muss vom Empfänger wie das gänzliche Fehlen eines SPF-Records behandelt werden |
Folgende Tabelle zeigt einige gängige Mechanismen:
| Mech. | Direktive trifft zu, wenn... |
|---|---|
| all | immer |
| a | ...ein A-(oder AAAA-)Record der befragten (oder explizit angegebenen) Domäne die IP-Adresse des Senders enthält |
| mx | ...ein MX-Record der befragten (oder explizit angegebenen) Domäne die IP-Adresse des Senders enthält |
| ip4 | ...die angegebene IPv4-Adresse die IP-Adresse des Senders ist bzw. das angegebene IPv4-Subnetz diese enthält |
Einen Überblick über alle erlaubten Ausdrücke gibt die Unterseite SPF Mechanisms der SPF-Website.
$ host -t TXT gmx.de gmx.de text "v=spf1 ip4:213.165.64.0/23 -all"
Die Firma GMX legt also fest, dass alle Server im Netzbereich von 213.165.64.1 bis 213.165.65.254 E-Mails von der Domäne gmx.de verschicken dürfen. Alle anderen Server sind laut diesem SPF-Record nicht für die Benutzung dieser Domäne in der Umschlag-Absenderadresse autorisiert.
SPF besteht in der Version 1 schon seit Ende 2003 größtenteils unverändert als informelle Spezifikation. Am 28. April 2006 wurde SPFv1 von der IETF als RFC 4408 veröffentlicht und ist damit endgültig in seiner Form festgelegt. Das RFC hat den Status "Experimental", da die im Vorlauf eingestellte MARID-Arbeitsgruppe der IETF mehrere zur Debatte stehende Verfahren bearbeitete, sich jedoch nicht auf eines der Verfahren einigen konnte.
Zu den bekanntesten Unterstützern von SPF gehören neben GMX auch Microsoft (Hotmail), AOL sowie GMail. GMX setzt SPF bereits seit April 2004 produktiv ein. Die anderen Provider haben im Laufe des Jahres 2004 nachgezogen. So gut wie alle Spamfilter nutzen SPF-Verifizierung zum Scoring eingehender E-Mail.
Viele Mailprovider bilden die SPF-Verifikation auch im Mailheader ab, zum Beispiel durch das Einfügen einer Zeile Received-SPF: pass (gmail.com: domain of foo@example.org designates 127.0.0.1 as permitted sender) oder X-Warning: SPF records of example.org exclude 127.0.0.2
Der Einsatz von SPF kann Probleme verursachen, wenn der Empfänger seine E-Mails an ein anderes Postfach weiterleiten lässt:
Wird eine E-Mail weitergeleitet, die von einer durch einen SPF-Record geschützten Domain stammt, so erkennt das Zielsystem, dass diese E-Mail von einem nicht vom Sender autorisierten System übermittelt wurde, und es wird die E-Mail als Nachricht mit gefälschter Absenderadresse betrachten.
Das Problem wird unterschiedlich gelöst, je nachdem, von wem die Weiterleitung ausgeht:
SPF zählt zu den am kontroversesten diskutierten Verfahren im Bereich der Adressfälschungs-Abwehrmechanismen. In der Tat wirft der großflächige Einsatz von SPF für Administratoren wie Endbenutzer gleichermaßen einige Probleme auf:
Kritik:
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"Sender Policy Framework".
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