US Capitol dome Jan 2006.jpg Der Senat ist neben dem Repräsentantenhaus eine der beiden Kammern des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika. Jeder Bundesstaat ist im Parlament durch zwei Senatoren vertreten, die jeder auf sechs Jahre gewählt sind.
Im Politischen System der USA ist der Senat maßgeblich an der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten beteiligt und hat wichtige Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten der USA. Darunter fallen die Ratifikation internationaler Verträge, ein Mitspracherecht bei der Ernennung hoher Regierungsbeamter und das Impeachment-Verfahren, in dem der Senat die Rolle des Gerichts einnimmt.
Der amerikanische Senat, dessen Bezeichnung sich aus dem Römischen Senat herleitet, setzt die angelsächsische Tradition der Zweikammer-Parlamente fort. Sitz des Senats ist das Kapitol in Washington, D.C., die Mitglieder heißen Senatoren.
Seit 1959 besteht das Gremium aus 100 Senatoren, die die 50 Bundesstaaten repräsentieren. Da der Regierungsbezirk Washington, D.C. und einige andere Territorien, wie beispielsweise die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete von Puerto Rico und Guam, nicht als Bundesstaaten gelten, sind diese nicht im Senat vertreten. Seit der letzten Senatswahl 2004 stellen die Republikaner 55 Mitglieder, die Demokraten 44 Mitglieder und ein Senator ist unabhängig.
Bei der Innenausstattung zeigt der Senat sich traditionsbewusst. Nachdem das Mobiliar im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 zerstört worden waren, wurde der Großteil der Schreibtische, an denen die Senatoren derzeit sitzen, im Jahre 1819 angeschafft. Nur für die Senatoren neu aufgenommener Staaten kaufte der Senat die entsprechende Zahl neuer Schreibtische in identischem Design. Alle Tische wurden im 19. Jahrhundert mit einer Erweiterung ausgestattet, die mehr Arbeitsflächen bot. Eine Ausnahme bildet nur der "Daniel Webster desk"Bild vom Schreibtisch. Daniel Webster lehnte die Erweiterung ab, da sein Vorgänger sie auch nicht gebraucht hätte. Weil alle seine Nachfolger auf diesem Sitzplatz es ihm gleich taten, ist dieser Tisch als einziger noch im Originalzustand erhalten. Seit 1974 steht dieser Tisch dem Senior-Senator aus Websters Geburtsstaat New Hampshire zu.
Das Hämmerchen Bild des Hämmerchens, mit dem der Sitzungspräsident die Sitzungen leitet, stammt aus dem Jahr 1954 und ist ein Geschenk Indiens. Es ist erst das zweite Hämmerchen des Senats, sein Vorgänger war von 1789 bis 1954 im Einsatz, bis es aus Verschleißgründen splitterte.
Seit dem 20. Jahrhundert besitzen die Abgeordneten Büros in zusätzlich gebauten Bürohäusern, um das Kapitolgebäude zu entlasten. Es handelt sich dabei um das Russell Senate Office Building (eröffnet 1908), Dirksen Senate Office Building (eröffnet 1958) und das Hart Senate Office Building (eröffnet 1982, das größte der Gebäude).
Die Wahlen zum Senat finden alle zwei Jahre am sogenannten Election Day statt, dem Dienstag der in geraden Jahren auf den ersten Montag im November folgt. Gleichzeitig finden an diesem Tag auch die Wahlen zum Repräsentantenhaus und - in einem Vier-Jahres-Turnus - die Präsidentschaftswahl statt. Wahlkreis bei der Senatswahl ist jeweils der gesamte Bundesstaat. In den meisten Staaten gilt ein Wahlsystem bei dem der Bewerber mit den meisten Stimmen gewinnt, er benötigt keine absolute Mehrheit. Ausnahmen bilden Louisiana und Georgia, in denen es zu Stichwahlen kommen kann.
Nach der ursprünglichen Verfassung wurden die Senatoren von den Parlamenten der Bundesstaaten gewählt, was als Ausdruck der teilweisen Souveränität der Bundesstaaten gedacht war. Daneben war die Ansicht weit verbreitet, dass der Senat als das stabilere, weniger den Stimmungsschwankungen ausgesetzte Haus des zweigliedrigen Parlaments zu gelten habe. Derzeit verändern sich die Mehrheitsverhältnisse im Senat jedoch viel häufiger, als dies im Repräsentantenhaus der Fall ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei den Wahlen zum Senat jeder Bundesstaat nur einen Wahlkreis bildet und folglich - anders als bei den in 435 Einerwahlkreisen durchgeführten Wahlen zum Repräsentantenhaus - kein Gerrymandering möglich ist.
Seit dem Ende des 19. Jahrhundert halten Demokraten und Republikaner vor den Wahlen jeweils Vorwahlen ab, in denen sie sich auf einen Kandidaten einigen, damit sich nicht ihre eigenen Kandidaten Stimmen wegnehmen. Die Regeln, nach denen Kandidaten anderer Parteien an den Wahlen teilnehmen können, unterscheiden sich von Staat zu Staat.
Aktiv wahlberechtigt ist jeder Amerikaner, der das 18. Lebensjahr vollendet und seinen Haupt-Wohnsitz in einem der 50 Bundesstaaten hat. Damit sind Bewohner von Washington D.C., Puerto Rico und anderen abhängigen Territorien nicht wahlberechtigt.
Generell gilt das Senatsmandat - im Verhältnis zu einem Sitz im Repräsentantenhaus - als prestigeträchtiger: es gibt weniger Mitglieder, die aber die wichtigeren Sitze in Ausschüssen innehaben, mehr Mitarbeiter beschäftigen und in den meisten Fällen sind die Wahlbezirke der Senatoren wesentlich größer. Dieses größere Prestige zeigt sich auch daran, dass wesentlich mehr US-Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten aktive Senatoren waren, als Mitglieder des Repräsentantenhauses.
Das staatliche Einkommen eines Senators betrug 2005 $162.100 im JahrWebsite des Senats, wobei dem amtierenden Senatspräsidenten und den Fraktionsführern in ihrer jeweiligen Amtsperiode größere Beträge zugestanden werden.
Männer europäischer Abstammung waren im Senat immer weit zahlreicher vertreten, als dies in der US-amerikanischen Gesamtbevölkerung der Fall ist. Nach den Wahlen 2004 waren 86 der Senatoren Männer. 97 weißen Senatsmitgliedern standen 2 Hispanics (Bevölkerungsanteil etwa 13,4%) und 1 Afro-Amerikaner (Bevölkerungsateil etwa 12,9%) gegenüber. Im Senat saßen keine Amerikaner asiatischer Herkunft oder Nachfahren amerikanischer Ureinwohner.The Nation: Congressional Facts
Die Senatoren gehören weit überwiegend christlichen Konfessionen an, wobei ebenfalls die jüdische Minderheit signifikant vertreten ist. Von den 89 Christen (Anteil an der Gesamtbevölkerung: 79,8%) gehörten 58 einer der protestantischen Religionsgemeinschaften an (Bevölkerung ca. 50%), 24 der römische-katholischen Kirche (Bevölkerung: 25,9%), fünf waren Mormonen (Bevölkerung: 1,4%) und zwei Mitglieder einer orthodoxen Kirche (Bevölkerung 0,3%). Die elf nicht-christlichen Senatoren waren alle Juden (Bevölkerung: 1,4%). Mitglieder anderer Religionen oder anderer Weltanschauungen waren nicht vertreten, wobei die größte der in dieser Hinsicht nicht repräsentierten Gruppen die der Agnostiker/Atheisten ist. Laut letzter Volkszählung stellt sie etwa 15% der US-Bevölkerung.www.adherents.com
Während die Verteilungsdiskrepanzen zwischen Senatoren und Bevölkerung eher Ergebnis gesamtgesellschaftlicher Faktoren ist, ist die starke Überrepräsentation bevölkerungsschwacher Staaten von den Verfassungsvätern politisch so gewollt. Im bevölkerungsschwächsten Bundesstaat Wyoming etwa kommt ein Senator auf ungefähr 250.000 Einwohner, während es in Kalifornien einer pro 16 Millionen Einwohnern ist.
Die Rechte des Senats sind dabei auch eingeschränkt, denn während der Senat nicht tagt, darf der Präsident die vakanten Posten besetzen. Diese Ernennung ist aber nur vorläufig und muss in der nächsten Sitzungsperiode vom Senat bestätigt werden, wobei dies dennoch ein relativ beliebtes Mittel des Präsidenten ist, eine starke Opposition im Senat zu umgehen. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass der Senat zwar einer Ernennung zustimmen muss, aber eine Zustimmung nicht erforderlich ist, wenn jemand aus der Position entfernt wird.
In der US-Geschichte kam es zu 16 derartiger Verfahren, bei denen jedoch erst zwei Präsidenten betroffen waren. In beiden Fällen (Andrew Johnson 1868 und Bill Clinton 1999) sprach der Senat die Präsidenten frei. Die weiteren Fälle betrafen nierigere Regierungsbeamte, bei denen siebenmal der Amtsinhaber verurteilt wurde und einer zurücktrat, bevor das Verfahren beendet war.
1834 rügte der damalige Whig-dominierte Senat offiziell Präsident Andrew Jackson, während des Verfahrens gegen Bill Clinton gab es ähnliche Überlegungen. Dies ist allerdings ist weder in der Verfassung, noch der Geschäftsordnung des Senats vorgesehen. Teile der amerikanischen Rechtswissenschaft halten es sogar für unvereinbar mit dem Verbot der Parlamentsverurteilung, das sich in Artikel 1 der Verfassung befindet.
Laut Verfassung steht dem Vizepräsidenten als Senatspräsident das Recht zu, die Debatten zu leiten. Faktisch nimmt er dieses jedoch nur wahr, wenn es zeremonielle Anlässe, wie z.B. die Rede zur Lage der Nation, erfordern oder seine Stimme benötigt wird, um ein Unentschieden zu entscheiden. Der Senat wählt deshalb einen Präsidenten Pro Tempore, der den Vizepräsidenten in dessen Abwesenheit vertritt. Normalerweise ist dies der dienstälteste Senator der Mehrheitspartei. Der Präsident Pro Tempore ist zwar faktisch stärker mit der Geschäftsführung befasst, als der Vizepräsident, die eigentliche Sitzungsleitung delegiert er jedoch meist an Nachwuchssenatoren aus seiner eigenen Partei, damit diese mit der Geschäftsordnung des Gremiums vertraut werden. Ted Stevens.jpg, Präsident Pro Tempore]] Ursprünglich wurde der Präsident Pro Tempore nur bei Bedarf für jeweils eine Sitzung gewählt, erst seit dem späten 19. Jahrhundert ist dies eine dauerhafte Berufung. Der Präsident pro tempore des Senats ist das vierthöchste Staatsamt; wenn einmal der Präsident, der Vizepräsident und der Sprecher des Repräsentantenhauses gleichzeitig sterben oder amtsunfähig würden, so würde er zum Präsidentenamt aufrücken.
Der Vorsitzende des Senats sitzt auf einem Sitz vor dem Plenum. Seine Rechte sind, im Gegensatz zum Sprecher des Repräsentantenhauses, stark begrenzt. Vor allem dient er als Sprecher des Senats und verkündet beispielsweise Abstimmungsergebnise. Er leitet die Debatte, indem er den nächsten Sprecher aufruft, nach den Regeln des Senats muss er jedoch denjenigen aufrufen, der als erster aufgestanden ist. Er kann Geschäftsordnungsanträge entscheiden, jedoch kann der Senat diese Entscheidungen in einer Abstimmung aufheben. Da es im Senat auch keinen Fraktionszwang im europäische Sinne gibt, hilft ihm in einer solchen Situation auch seine Mitgliedschaft in der Mehrheitspartei nicht unbedingt.
Sowohl aufgrund des reinen Mehrheitswahlrechts, das bei den Wahlen gilt, als auch aufgrund einer anderen Parteistruktur ist es aber wahrscheinlicher als beispielsweise in Deutschland, dass ein oder mehrere Senatoren keiner Partei angehören. Im derzeitigen (109.) Senat findet sich ein unabhängiger Kandidat, Jim Jeffords aus Vermont. Jeffords galt als Linksaußen der Republikaner bis er 2001 die Partei endgültig verließ. Derzeit (2006) arbeitet er meistens mit den Demokraten zusammen, hat aber angekündigt, bei den Wahlen 2006 nicht mehr anzutreten.
Die Partei mit der Mehrheit der Sitze ist die Mehrheitspartei (majority party). Haben zwei oder mehr Parteien jeweils gleich viele Sitze, ist die Partei, zu der der Vizepräsident gehört, die Mehrheitspartei. Die zweitgrößte Partei ist die Minderheitspartei (minority party). Erreicht eine Partei 60 Sitze, kann sie weit größeren Einfluss auf den Senat nehmen als dies bei einer einfachen Mehrheit möglich ist, da viele kritische Abstimmungen eine Dreifünftelmehrheit erfordern.
Der Präsdent Pro Tempore, Ausschussvorsitzende und andere hervorgehobene Personen im Senat gehören generell der Mehrheitspartei an. Die Minderheitspartei stellt die Ranking Minority Members; jeweils Gegenparts zu den offiziellen Amtsträgern, die deren Arbeit kontrollieren und die der Minderheitspartei koordinieren sollen.
Danach folgen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung der Democratic/Republican Conference Chairman, der Democratic/Republican Policy Committee Chairman, der Democratic/Republican Conference Vice Chairman und der Republican/Democratic Campaign Committee Chairman. Die Fraktionsdisziplin ist jedoch wesentlich schwächer ausgeprägt, als dies in den meisten europäischen Parlamenten der Fall ist und so genießt der einzelne Senator bei Abstimmungen mehr individuelle Entscheidungsfreiheit als seine europäischen Parlamentskollegen. Nicht ungewöhnlich ist es auch, dass Senatoren im Laufe ihre politischen Karriere die Parteizugehörigkeit wechseln. Besonders häufig war dies der Fall, als sich in den 1960ern/1970ern viele Südstaatler den Demokraten ab- und den Republikanern zuwendeten. Ein Beispiel hierfür ist der ehemalige Majority Leader der Republikaner Trent Lott.
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Die Leitung des Ausschusses übernimmt ein Vorsitzender (Chairman), den jeweils die Mehrheitspartei in Senat und Ausschuss stellt. Traditionell vergab der Senat die Posten streng nach Seniorität der Senatoren; da dies aber dazu führen konnte, dass Senatoren den Ausschuss leiteten, die aus Altersgründen dazu körperlich kaum in der Lage waren oder in Einzelfällen erste Zeichen von Senilität zeigten, werden die Vorsitzenden heute gewählt. Das Senioritätsprinzip wird bei diesen Wahlen allerdings nur sehr selten ausgesetzt.
Der Vorsitzende hat erheblichen Einfluss auf die Arbeit des Ausschusses. Er bestimmt die Tagesordnung und kann so festlegen, welche Themen überhaupt behandelt werden, wobei die Vorsitzenden in den letzten Jahrzehnten dieses Recht weit zurückhaltender einsetzen, als es ihnen möglich wäre. Der Sprecher der Oppositonspartei ist in den meisten Ausschüssen als Ranking Member bekannt, im Geheimdienst- und Ethikausschuss allerdings als Vice Chairman.
Ohne Unterausschüsse; Für eine vollständige Auflistung siehe die Liste der Senatsausschüsse (Vereinigte Staaten).
| Ausschuss | Vorsitzender | Ranking Minority Member |
|---|---|---|
| Select Committee on Ethics | George Voinovich (R-OH) | Tim Johnson (D-SD) |
| Select Committee on Intelligence | Pat Roberts (R-KS) | John D. Rockefeller IV (D-WV) |
| Special Committee on Aging | Gordon Smith (R-OR) | Herb Kohl (D-WI) |
| Caucus on International Narcotics Control | Chuck Grassley (R-IA) | Joseph Biden (D-DE), Co-chairman |
| Ausschuss | Vorsitzender | Ranking Minority Member |
|---|---|---|
| Joint Economic Committee | Rep. Jim Saxton (R-NJ) | Sen. Jack Reed (D-RI) |
| Joint Committee on the Library | Rep. Vernon J. Ehlers (R-MI) | Rep. Juanita Millender-McDonald (D-CA) |
| Joint Committee on Printing | Sen. Trent Lott (R-MS) | Rep. Juanita Millender-McDonald (D-CA) |
| Joint Committee on Taxation | Sen. Chuck Grassley (R-IA) | Rep. Charles Rangel (D-NY) |
Inhaltlich gibt es kaum Bestimmungen über die Rede; insbesondere gibt es keine Vorschrift, dass diese sich inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen muss, das die Debatte eigentlich behandelt. Ebenso ist die Länge der Reden im Normalfall nicht geregelt.
Dies ermöglicht die Strategie des Filibusters, in der ein Senator die Sitzung aufhält, in dem er nicht mehr aufhört zu reden. Den Rekord in dieser Hinsicht hält Strom Thurmond, der über 24 Stunden lang in einer Debatte über US-Bürgerrechtsgesetze redete. Der Senat kann einen solchen Filibuster durch eine Abstimmung über Debattenschluss beenden. Dabei ist eine Mehrheit von drei Fünfteln erforderlich (zwei Drittel wenn es um Geschäftsordnungsdebatten geht). Danach ist die Debatte auf weitere 30 Stunden gemeinsame Redezeit beschränkt. Um sie weiter einzuschränken, bedarf es einer weiteren Mehrheit von drei Fünfteln. Normalerweise ist dies nur bei unumstrittenen Themen möglich, da eine Partei nur selten allein die erforderliche Mehrheit besitzt.
Der Senat kann vor Debatten einstimmig beschließen, dass für diese ein bestimmtes Zeitlimit gilt. In Haushaltsdebatten gilt ein solches generell. Das Reconciliation genannte Verfahren für Haushaltsdebatten wurde 1974 ersonnen, ist aber erst seit den frühen 1980ern bindend.
Den Standing Rules zufolge darf kein Senator an einem legislativen Tag mehr als zweimal zu einem Thema reden. Ein legislativer Tag beginnt und endet, wenn der Senat die Sitzung eröffnet oder schließt und ist so nicht identisch mit einem Kalendertag.
Selten tagt der Senat nicht-öffentlich in einer secret oder closed session. Die Türen zum Plenarsaal werden geschlossen, ebenso wie alle Personen von der Besuchergallerie entfernt werden, die keinen Eid auf Geheimhaltung geschworen haben, nicht in das Prozedere einer closed session eingewiesen werden oder keinen wichtigen Anteil zur Sitzung beitragen können. Diese Sitzungen finden statt, wenn der Senat Themen diskutiert, die kritisch die Sicherheitslage der USA berühren, private Mitteilungen des Präsidenten betreffen oder während eines Impeachment-Verfahrens. Eine geschlossene Sitzung kann von jedem Senator einberufen werden, solange ein weiterer Senator dem zustimmt.
Das Abstimmungsergebnis kann von jedem anwesenden Senator angezweifelt werden und er kann nach einer Einzelabstimmung verlangen. Dem müssen ein Fünftel der anwesenden Senatoren zustimmen, normalerweise wird das Ansinnen aber aus Höflichkeit immer gewährt.
Bei der Einzelabstimmung verliest ein Angestellter die Liste der Senatoren und diese geben ihre Meinung bekannt, wenn ihr Name aufgerufen wird. Sind sie in diesem Moment nicht im Saal oder geben dann ihre Stimme nicht ab, können sie dies nachholen, solange die Abstimmung noch offen ist. Wann die Abstimmung beendet wird, beschließt der Sitzungspräsident, sie muss jedoch mindestens 15 Minuten lang offen sein.
Sollte es bei einer solchen Abstimmung zu einem Untentschieden kommen, kann der Vizepräsident, sofern anwesend, mit seiner Stimme das Unentschieden aufheben. Ist der Vizepräsident nicht anwesend gilt ein Antrag bei einem Unentschieden als abgelehnt.
Der 109. Senat trat nach den Senatswahlen im November 2004 zum ersten Mal am 4. Januar 2005 zusammen und tagt bis zum 3. Januar 2007. In den Wahlen gewannen die Republikaner mehrere Sitze hinzu, so dass ihre vorher nur knappe Mehrheit auf nunmehr 10 Stimmen anwuchs. Damit haben sie aber noch nicht die 3/5-Mehrheit die notwendig ist, um die Geschäftsordnung des Gremiums maßgeblich bestimmen zu können. Prominentestes „Opfer“ der letzten Wahlen war der demokratische Fraktionsführer Tom Daschle, der seine Wahl in South Dakota knapp verlor.
Der 110. Senat wird am 7. November 2006 gewählt werden, wenn ein Drittel der Senatorenposten neu zu besetzen sind.
| Position | Name | Partei | Staat | Seit | |
|---|---|---|---|---|---|
| Präsident | Dick Cheney | Republikaner | Wyoming | 2001 | |
| Präsident Pro Tempore | Ted Stevens | Republikaner | Alaska | 2003 | |
| Majority Leader | Bill Frist | Republikaner | Tennessee | 2003 | |
| Minority Leader | Harry Reid | Demokrat | Nevada | 2005 | |
| Majority Whip | Mitch McConnell | Republikaner | Kentucky | 2003 | |
| Minority Whip | Richard Durbin | Demokrat | Illinois | 2005 | |
| Republican Conference Chairman | Rick Santorum | Republikaner | Pennsylvania | 2001 | |
| Democratic Conference Chairman | Harry Reid | Demokrat | Nevada | 2005 | |
| Republican Policy Committee Chairman | Jon Kyl | Republikaner | Arizona | 2003 | |
| Democratic Policy Committee Chairman | Byron Dorgan | Demokrat | North Dakota | 2003 | |
| Republican Conference Vice Chairman | Kay B. Hutchinson | Republikaner | Texas | 2001 | |
| Democratic Conference Secretary | Debbie Stabenow | Demokrat | Michigan | 2005 | |
| Republican Campaign Committee Chairman | Elizabeth H. Dole | Republikaner | North Carolina | 2005 | |
| Democratic Campaign Committee Chairman | Charles Schumer | Demokrat | New York | 2005 |
Hauptartikel siehe Geschichte des Senats (Vereinigte Staaten).
Die Geschichte des Senats beginnt mit der Ratifikation der Verfassung der USA am 4. März 1789.
Der Senat entstand vor allem aus zwei verschiedenen Erwägungen. Zum einen sollte er, ähnlich dem britischen House of Lords eine stabilisierende und mäßigende Wirkung auf die Legislative und das gesamte politische System der USA ausüben. Die Senatoren sollten dezidiert zur Oberschichte der Vereinigten Staaten gehören und im Gegensatz zum House, dass das ganze Volk vertreten sollte, so eine konservativere Grundhaltung in das Regierungssystem einbringen. Zum anderen setzten die kleineren Bundesstaaten durch, dass im Senat jeder Staat durch die gleiche Anzahl von Senatoren vertreten wird. Ihre Hoffnung dadurch direkten Einfluss auf die politische Zentralgewalt zu gewinnen zerschlug sich jedoch schnell. In der Anfangszeit ernannten die Legislativen der Bundesstaaten die Senatoren: so sollte sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um hervorgehobene Mitglieder der Gesellschaft handelte und die Bundesstaaten hofften so einen größeren Einfluss auf sie zu haben.
In der Geschichte des amerikanischen Kongresses unterschieden ihm vom Repräsentantenhaus zum einen seine andere Zusammensetzung, die kleineren Staaten ein größeres Gewicht gab als im House, zum anderen informelleren Regeln und die damit verbundene größere Freiheit für einzelne Senatoren, die ursprünglich daraus resultierte, dass es eine Kammer der Deliberation und nicht des politischen Handelns werden sollte.
Nachdem er in den frühen Jahren klar die weniger prestigeträchtigere und faktisch weniger mächtige Kammer des Parlaments war, drehte sich diese Reihenfolge seit dem frühen 19. Jahrhundert um. Durch die Auseinandersetzungen mit Präsident Andrew Jackson gewann der Senat eigenes Profil. In den Jahren vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg war er das wichtigste Diskussionsforum zwischen den sklavenhaltenden Südstaaten und den abolitionistischen Nordstaaten. Im Gegensatz zum Repräsentantenhaus waren beide Gruppen im Senat etwa gleichgroß, so dass Verhandlungen und Kompromisse notwendig wurden, auf die sich die ganze Nation dann wenigstens zeitweise auch tatsächlich einigen konnte. Wichtige Kompromisse der damaligen Zeit wie der Missouri-Kompromiss oder der Kompromiss von 1850 wurden primär im Senat ausgehandelt.
Nach dem Bürgerkrieg sorgte allerdings die Liberalität der internen Geschäftsordnung dafür, dass die im so genannten Gilded Age weitverbreitete politische Korruption sich im Senat besonders einfach ausbreiten konnte. In dieser Zeit kamen zahlreiche Fälle von Bestechungen vor, alleine neun Senatoren standen deswegen vor einem Ehrengericht des Senats. Die Praxis Senatoren zu ernennen, schlug im spannungsgeprägten Klima der Nachkriegszeit oft fehl: insgesamt konnten 45 Senatorenposten aus 20 Staaten zeitweise nicht besetzt werden, weil die Legislative im jeweiligen Bundesstaat sich nicht einigen konnte.
Wichtige Reformen des frühen 20. Jahrhunderts wie die Einführung der Direktwahl der Senatoren durch den 17. Verfassungszusatz, die erstmalige Möglichkeit eine Debatte durch Mehrheitsbeschluss zu beenden oder die Möglichkeit professionelle Mitarbeiter einzustellen sorgten für eine nachhaltige Modernisierung des Senats. In den folgenden Jahrzehnten nahm er so immer wieder eine wichtige Rolle im politischen System der USA ein. Er verhinderte den Beitritt der USA zum Völkerbund, stützte aber die gesamte Regierungspolitik Franklin Delano Roosevelts. Im Senat hatte Joseph McCarthy seine Machtbasis. Die großen parlamentarischen Debatten zu den Civil Rights Acts fanden hier statt, wobei die Praxis des Filibusters zu neuen extremen Getrieben wurde, Strom Thurmond hielt 1957 eine 24-Stunden-Rede, 1964 schafften es eine ganze Reihe von Südstaatensenatoren den Civil Rights Act und jegliche Geschäftsfähigkeit des Senats für 57 Tage durch Dauerreden zu blockieren.
Im Senat wurden insgesamt drei Impeachment-Verfahren gegen US-Präsidenten verhandelt. Während der Senat Andrew Johnson 1868 und Bill Clinton 1998 freisprach, trat Richard Nixon 1974 vor Verfahrensende zurück, um der wahrscheinlichen Amtsenthebung zu entgehen.
Senat (Vereinigte Staaten) | Parlament (Amerika)
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