Der Name Semiramis, von antiken griechischen Historikern geprägt, bezieht sich auf eine altorientalische Heldin oder Königin. Die Semiramis der griechischen Quellen dürfte mit der assyrischen Königin Šammuramat nur den Namen gemein haben.
Als sie mannbar geworden war, fiel sie Menon, dem Statthalter von Syrien auf, als dieser die königlichen Herden inspizierte. Er heiratete sie und brachte sie nach Ninos, wo sie ihm Hyapates und Hydaspes gebiert. Semiramis war aber nicht nur über alle Maße schön, sondern auch sehr klug, und ihr Mann folgte in allem ihren Rat in allen Dingen. Als Menon an der Belagerung von Baktriana teilnahm, die sich lange hinzog, weil die Stadt überaus gut befestigt war, befiel ihn Sehnsucht nach seiner Frau und er befahl sie zu sich. Semiramis gehorchte und reiste in einer Kleidung nach Baktrien, die "nicht unterscheiden ließ, ob der damit Bekleidete ein Mann oder ein Weib sei", die sowohl ihre Haut vor der Sonne schütze als ihr, "wie die Jugendgewänder" Freiheit der Bewegung ließ. Diese Kleidung wurde später von den Medern und Persern übernommen.
Vor Baktriana angekommen, erkannte sie, daß die Stadt nur an den leicht zugänglichen Stellen befestigt war, versammelte geübte Bergsteiger um sich und drang über eine steile Schlucht in die Burg ein, worauf sich die Einwohner ergaben. Der alternde König Ninos verliebte sich in sie und bot ihrem Gatten die Hand seiner Tochter, wenn er ihm seine Frau abtrete. Als Menon ablehnte, drohte er, ihn blenden zu lassen, worauf sich dieser erhenkte und Ninus die Witwe zur seiner Königin machte. Kurz nachdem sie ihm einen Sohn, Ninyas, geboren hatte, verstarb er. Semiramis begrub ihn auf der Akropolis der Stadt Ninus in einem Grabhügel, der 1,6 km hoch und 1,8 km breit war und bis heute sichtbar ist, trotz der Zerstörung der Stadt durch die Meder (vermutlich eine Umdeutung des Tells von Niniveh). Danach erbaute Semiramis, um den Ruhm ihres Gatten noch zu übertreffen, Babylon. Diodorus beschreibt ausführlich die Mauern von Babylon, eines der sieben Weltwunder und den Aufbau der Stadt, die Ktesias, auf den sich Diodor hier nach eigenen Angaben stützt, wohl aus eigener Anschauung kannte.
Nachdem der Bau der Stadt abgeschlossen war, zog die Königin gegen die Meder. Sie überschritt das Gebirge Bagistan auf den aufgehäuften Sätteln der Packtiere ihres Heeres. In Medien gründete sie die Stadt Chauon inmitten prächtiger Gärten. Hier nahm sie sich die schönsten der Soldaten als Liebhaber, die verschwanden, nachdem sie ihrer überdrüssig geworden war. Sie erbaute eine Straße nach Ekbatana, wo sie einen weiteren Palast errichtete. Auf Feldzügen unterwarf sie Persien, ganz Asien, Ägypten, Teile Libyens und führte – mit künstlichen Elephanten - auch Kriege in Indien. Für ihr Nachtlager ließ sie künstliche Erhöhungen aufschütten, die als "Werke der Semiramis" bekannt sind. Einem Orakel des Zeus Amon folgend, dankte sie ab, als ihr Sohn Ninyas versuchte, sie von einem Eunuchen umbringen zu lassen, und flog als Taube davon, weshalb die Assyrer die Tauben als göttlich verehrten.
Athenagoras von Athen (Legatio pro Christianis) bezeichnet Semiramus, die Tochter der Derketo, als "...ein geiles und blutbesudeltes Weib", das man mit der Dea Syria gleichsetze. Strabon beschreibt Semiramis als Gründerin Babylons (Strabon XVI 1,2). Auch Curtius Rufius (Alexandergeschichte V 1,24) betont, dass Semiramis Babylon gegründet habe und nicht Belus, wie meist behauptet.
Weinfeld leitet den Namen Semiramis von "smm rmm" oder šamīm ramīm, Hoher Himmel (Excelsis) ab und sieht sie als einen Aspekt von Atiratu (Aschera), verschmolzen den historischen Figuren von Zakutu, der aramäischen Mutter Assurhaddons und Šammuramat, der Mutter Adad-nirari III.s. Er verweist auf Ähnlichkeiten zu der in persischer Zeit verfaßten Geschichte des Propheten Jonas, dessen Name Taube bedeutet, der von einem Fisch verschlungen wird und in Niniveh wirkt.
Ninus und Semiramis tauchen in den Gründungslegenden einiger europäischer Städte auf, so von Trier, Gesta Treverorum (1105).
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