Die Seldschuken oder Seldschuk-Türken waren eine muslimische Fürstendynastie in Mittelasien, dem Iran, Irak, Syrien und Anatolien (1038–1194). Sie waren sunnitische Muslime und brachten den Islam nach Anatolien.
Unter den Söhnen Mîîka'îls, Tuğrul Beg (Gerfalke) (1038–1063) und Chagri (1038–1060), drangen die Seldschuken um 1030 nach Khorasan vor und verdrängten nach dem Sieg in der Schlacht bei Dandanqan 1040 die Gaznawiden. Um 1055 stürzten die Buyiden im restlichen Persien. Zwischen Tuğrul Beg und Chagri kam es zur Teilung des Reichs. Während Tuğrul Beg den Westen des Reichs von Isfahan aus regierte, beherrschte Chagri von Merw aus den Osten des Reiches mit Khorasan. Unter Tuğrul Beg unterwarfen die Seldschuken große Teile Persiens und 1055 den Irak. Damit wurden sie nach dem Sturz der Bujiden Schutzmacht über das Abbasiden-Kalifat in Bagdad. Tuğrul Beg erhielt vom Kalifen in Bagdad den Titel eines Sultans verliehen. Bar Hebräus berichtet über die wichtige Stellung, welche die Frau (Khatun) von Tugrul in der Verwaltung einnahem.
Nachdem sich schon im 11. Jahrhundert die Rum-Seldschuken in Anatolien selbständig gemacht hatten und um Konya/Ikonion das eigenständige Sultanat Ikonion gegründet hatten, wurde auch Syrien unabhängig und zerfiel in mehrere Fürstentümer, die erst im 12. Jahrhundert von den Zengiden wieder vereinigt wurden. Der Zerfall der Seldschukenmacht in Syrien begünstigte aber die Eroberung Jerusalems durch den 1. Kreuzzug erheblich.
Unter dem in Khorasan regierenden Sultan Sandschar (1118–1157), Sohn Malik-Schahs, hatte die Seldschukenherrschaft eine letzte Blüte. Allerdings erlitt er 1141 bei Samarkand eine Niederlage gegen die Kara Kitai, wurde wenig später gestürzt und versuchte bis zu seinem Tod vergeblich, das Seldschukenreich wieder aufzurichten. Die Choresm-Schahs traten mit Söldnern der Kyptschaken und Oghusen sein Erbe an, eroberten bis Ende des 12. Jahrhunderts Mittelasiens und den Iran. 1194 beseitigten sie den letzten Seldschukenherrscher von Ray. In Anatolien gerieten die Rum-Seldschuken nach 1243 unter die Herrschaft der Ilchane; ihr Sultanat von Konya löste sich bis 1307 auf. Die aufstrebenden Osmanen traten zu Beginn des 14. Jahrhunderts das Erbe der Seldschuken in Anatolien an.
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