Eine Selbstschussanlage ist eine Splittermine. Sie dient dazu, ein mobiles Objekt, meist einen Menschen, automatisiert am Betreten oder Durchqueren eines bestimmten Gebietes zu hindern. Sie ist von daher militärisch eng verwandt mit der Landmine.
Traurige Berühmtheit erlangten die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Zahlreiche sog. Grenzverletzer, im allgemeinen DDR-Bürger bei Fluchtversuchen, wurden von den Selbstschussanlagen verletzt oder getötet. Die DDR hatte lange bestritten, Selbstschusssplitterminen aufgestellt zu haben.
Die sogenannten Selbstschussanlagen wurde seit 1970 an der DDR-Grenze zur Bundesrepublik (nicht an der Berliner Mauer) installiert und auf bundesdeutschen Druck ab 1983 wieder abgebaut. Bis zum Abbau waren auf 440 km der innerdeutschen Grenze ca. 60.000 SM-70 im Einsatz.
Funktionsweise: 100-110 Gramm Sprengstoff TNT verteilten bei der elektro-mechanischen Auslösung durch Spanndrähte am Grenzzaun ca. 80-110 kantige Geschoss-Splitter (Zahlen sind in den Quellen unterschiedlich angegeben). Diese Splitterminen waren zunächst einzeln, nach dem Abbau von SM-70 durch Michael Gartenschläger parallel zum Grenzzaun in drei Höhen gestaffelt installiert, um einen Abbau von SM-70 zu verhindern. Die Verletzungswirkung war bis auf 120 Meter ausgelegt (maximal Reichweite der Splitter), wobei sie in unmittelbarer Nähe tödliche Wirkung entfalten konnte. Installierte Typen waren 501 und später 701.
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"Selbstschussanlage".
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