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Der Terminus Selbstregulation hat in verschiedenen theoretischen Zusammenhängen eine unterschiedliche Bedeutung.

In der Systemtheorie und Kybernetik bezeichnet Selbstregulation oder Homöostase (griechisch ὁμοιοστάση - Gleich-Stand) die Fähigkeit eines Systems, sich durch Rückkopplung selbst innerhalb gewisser Grenzen in einem stabilen Zustand zu halten. Der Begriff wurde 1929 von Walter Cannon eingeführt.

In diesem Sinne wird der Begriff in zahlreichen wissenschftlichen Disziplinen verwendet, deren Gegenstand Systeme sind, so z.B. in der Physik, Biologie, in den Wirtschaftswissenschaften oder der Soziologie.

In der Biologie kann man mit Selbstregulation die grundlegende Tatsache bezeichnen, dass jeder lebende, also nicht im Sterben befindliche, Organismus wie ein Homöostat funktioniert, da er die zu seinem Überleben notwendigen Binnenbedingungen - z. B. bei Warmblütern die Körpertemperatur - konstant hält. Diese von lebendigen Systemen selbsttätig ausgeführte Regulation wurde schon von Claude Bernard um 1878 als deren charakteristisches Merkmal ("Milieu intern") erkannt.

Die Existenz selbstregulierender Funktionen gewährleistet den Fortbestand eines Systems, welches sich sonst zum Beispiel durch ungehemmtes Wachstum, Überstrukturierung und nicht mehr beherrschbare (selbsterzeugte) Komplexität überfordern würde.

Francisco Varela und Humberto R. Maturana haben dafür plädiert, den Begriff Homöostase durch den Begriff Homöodynamik zu ersetzen, da die Stasis einen Stillstand und damit den Tod eines (selbstregulierenden) Systems bezeichnen würde. Ihre Bemühungen waren nur teilweise von Erfolg gekrönt, so dass nun beide Begriffe in der Literatur nebeneinander existieren.

In der Psychologie wird der Begriff Selbstregulation ebenfalls verwendet und bezeichnet hier Vorgänge, die mit der Steuerung der eigenen Person in Zusammenhang stehen.

Anwendungsbeispiele des Begriffs


Wirtschaft

Politische Rahmensetzungen welche es dem Wirtschaftssystem möglich machen, sich selbst zu regulieren fördern eine Sensibilität für externe Irritationen, um diese als Inputs operationalisieren zu können. Eine solche dynamische Strukturanpassungsfähigkeit ist in einer Marktwirtschaft idealerweise durch freien Wettbewerb gegeben. Wettbewerb erhaltende Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Kartellverbot sind somit notwendige Voraussetzung für eine Selbstregulation des Marktes und daher nicht zu verwechseln mit dem völligen Verzicht auf Maßnahmen, mit denen der Staat versucht, Marktversagen zu korrigieren und/oder politische Zielsetzungen gegen den Markt durchzusetzen. Verlagerungen öffentlicher (staatlicher) Regelungen und Regelungsbefugnisse in die Verfügungsgewalt des privaten Sektors (der Wirtschaft) gewähren nicht automatisch eine Aufrechterhaltung des Systems durch Selbstregulation.

Physik

Selbstorganisation als Fähigkeit zur Selbststabilisierung

Biomechanik

Sensomotorische Prozesse beruhen sich auf die Autoregulation.

Natur

Flora
Pflanzenwelt: Selbstreinigung der Oberfläche des Blatts

Fauna
Konkurrenz, Wettbewerb

Ökologie
Selbstregulierung innerhalb und außerhalb der Ökosysteme

Stoffwechsel

Aufrechterhaltung eines konstanten extra- und intrazellulären Milieus bei gleichzeitiger Anpassung an veränderte Stoffwechselbedingung

Medizin

Selbstheilung

Bildung und Ausbildung

Selbststudium, Selbstbildung, Selbsterziehung, Selbstunterricht

Verwaltung

Selbstverwaltung (z. B., Kommunen, lokale und örtliche Hoheitsträger)

Psychologie

s. Selbstregulation (Psychologie)

Recht

Siehe auch


Gleichgewicht, Frederic Vester, Gaia-Hypothese, Biokybernetik, Medizinische Kybernetik

Kybernetik | Biomedizinische Kybernetik | Biomedizinische Kybernetik | Ökologie | Physiologie

Хомеостаза | Homøostase | Homeostasis | Homeostasis | Homöostaas | Homéostasie | הומאוסטזה | Homeostaza | Regulademo | Omeostasi | 恒常性 | Savireguliacija | Homeostase | Homeostaza | Homeostase | Гомеостаз | Homeostas | ภาวะธำรงดุล | Cân bằng nội môi

 

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