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Als Selbstmördertüren bezeichnet man Fahrzeugtüren, die nicht wie heute üblich vorne, sondern hinten angeschlagen sind. Diese Bauart ist wegen des größeren Platzangebots beim Ein- und Aussteigen (Freihalten des Trittbereichs neben dem Auto und griffgünstigere Lage der Türöffner) in der Regel bequemer.

Diese Bauart war seit den Anfangstagen der geschlossenen Karossen gang und gäbe, wurde jedoch 1961 in Deutschland verboten, da bei versehentlichem Öffnen während der Fahrt die Türen nicht durch den Fahrtwind zugedrückt werden, sondern schlagartig aufgerissen werden können. Im schlimmsten Fall wird der Insasse dabei aus dem Fahrzeug gerissen. Eine besondere Gefahr bestand für Kinder, die früher weder angegurtet waren noch in Kindersitzen saßen. Dieses Verbot war jedoch seinerzeit nicht unumstritten. Seine Gegner wiesen darauf hin, dass beim Aufprall des Fahrzeugs die Selbstmördertüren auch bei verzogener Karosserie infolge der Massenträgheit nicht aufsprangen und die Insassen nicht aus dem Fahrzeug geschleudert werden konnten, was bei den vorn angeschlagenen Türen in jenen Tagen durchaus vorkam. Auch werden vorn angeschlagene Türen bei unachtsamer Öffnung durch ein von hinten kommendes Fahrzeug abgerissen, während eine Selbstmördertür dann wieder zugeschlagen würde. Dieses war aber ein sehr zweifelhaftes Argument, wenn der Fahrer bereits einen Fuß auf die Straße gesetzt hatte, der dann durch die Tür gewaltsam amputiert wurde.

Es gab Hersteller, die in laufender Produktion die Türanschläge der neuen Gesetzeslage anpassten: der FIAT 500 ist ein Beispiel dafür. Frühe Modelle (ca. 1958) haben die Türscharniere hinten und die Türgriffe vorn, die späten Modelle ab 1965 hatten beides umgekehrt. Da die Gesetzeslage die Selbstmördertüren schon früher verbot, hatte Fiat eine Ausnahmegenehmigung erwirkt, die mit einem speziellen Stempel in jedem Fahrzeugbrief vermerkt wurde.

Derzeit erleben die Selbstmördertüren eine kleine Renaissance, da verschiedene Automobildesigner damit experimentieren. Auflage für die Betriebserlaubnis ist eine Sicherung, die verhindert, dass die Türen während der Fahrt geöffnet werden können.

Historische Automodelle mit Selbstmördertüren


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Neue Modelle


Weblinks


Automobildesign | Fahrzeugsicherheit

Suicide door

 

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