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Selbstleuchtende Nummernschilder (Abk. „SLN“, auch „selbstleuchtendes Kennzeichen“ oder „selbstleuchtendes Kennzeichenschild“ genannt) sind Kfz-Kennzeichen, die bei Dunkelheit nicht von einer externen Lichtquelle angeleuchtet werden müssen, um lesbar zu bleiben, sondern selbst Licht abstrahlen.

Technologie


Zurzeit existieren zwei verschiedene Verfahren:
  • Die Beschriftung wird auf eine transparente Folie gedruckt, die wiederum auf eine Elektrolumineszenz-Folie geklebt wird. Die Elektrolumineszenzfolie leuchtet, wenn an sie eine elektrische Spannung von 110 Volt angelegt wird. Dieses Verfahren ist das einzige, das bislang in Deutschland eine allgemeine Straßenzulassung erhielt (im VW Phaeton, Zulassung im April 2005 ausgelaufen). Hersteller ist die Utsch AG.
  • Die Beschriftung wird durch Prägen einer transluzenten weißen reflektierenden Kunststoffplatine erreicht, hinter der sich weiße LEDs befinden. Dieses System wird von 3M entwickelt und vermarktet.

Nach derzeitigen Vorschriften muss eine Kfz-Beleuchtung in den meisten europäischen Ländern von außen mittels herkömmlicher Glühlampen erfolgen. Die Kennzeichen-Ausnahmeverordnung erlaubte die ausnahmsweise Zulassung von selbstleuchtenden Kennzeichen nur bis zum 29. April 2005. Zurzeit wird an einer Änderung der Vorschriften gearbeitet, die Anforderungen an selbstleuchtende Kennzeichen festlegt und dadurch die allgemeine Straßenzulassung erlaubt. 3M hat im März 2006 in Deutschland die Erlaubnis erhalten, 300 Fahrzeuge mit selbstleuchtenden Kennzeichen auszustatten und probeweise im öffentlichen Straßenverkehr zu betreiben.

Vor- und Nachteile


Als Vorteile führen die Entwickler von selbstleuchtenden Kennzeichen an:
  • bessere Lesbarkeit durch gleichmäßige Ausleuchtung des Hintergrundes und das Fehlen von Schatten (im Vergleich zu den derzeit in den meisten Ländern auf Kennzeichen üblichen erhabenen Schriftzeichen)
  • bessere Sichtbarkeit
  • die gleichmäßige Ausleuchtung verbindet optisch die Rückleuchten des Fahrzeugs und erlaubt anderen Autofahrern ein bessere Zuordnung der Rückleuchten zu Fahrzeugen, damit einen besseren Überblick über die Verkehrssituation bei vielen Fahrzeugen
  • geringerer Stromverbrauch
  • ansprechendere Optik
  • mehr Freiheit beim Automobildesign, da die Kennzeichen nicht mehr vertieft eingebaut werden müssen ("Eingrabung" entfällt, bis zu 7 cm)

Der einzige bislang bekannt gewordene Nachteil ist der höhere Preis. VW verlangte für das selbstleuchtende Kennzeichen im Phaeton ca. 350 € Aufpreis. 3M will seine Kennzeichen ab Ende 2006 für knapp 90 € anbieten. Ein herkömmliches Kennzeichen kostet ungefähr 25 €.

Fahrzeugtechnik | Lichttechnik | Kfz-Kennzeichen

 

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