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Selbstdisziplin bezeichnet die Fähigkeit, zugunsten einer ethischen, religiösen oder rationalen Richtlinie körperliche und emotionale Bedürfnisse zu unterdrücken. Auch kann eine dieser Richtlinien als unangenehm empfunden und mit Hilfe der Selbstdisziplin durchgehalten werden.

Die Richtlinien können konkret z.B. Fastenvorschriften sein, ethische Anweisungen im Umgang mit (emotionsgeladenen) Konflikten, Leistungsvorgaben in einem Beruf, der Wunsch nach Gewichtsabnahme und vieles mehr. Daraus folgt, dass die ethische Bewertung von Selbstdisziplin an die Richtlinie gebunden ist.

Beispiele für Selbstdisziplin


  • Man bleibt im Streit ruhig und gelassen, obwohl man vor Wut schreien möchte.
  • Man hilft einem Verletzten, obwohl man lieber weglaufen will.
  • Man hält sich an eine Diät und verzichtet auf Süßigkeiten, Fast Food und Snacks.
  • Ein Mönch hält sich an das klösterliche Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam.
  • Man verzichtet auf die Zigarette, obwohl man Lust empfindet.

Kulturelle Ausprägungen


England

Die englische Variante der Selbstdisziplin, die es verbietet, sich sowohl Verletztheit als auch überschwängliche Freude anmerken zu lassen, wird “keeping a stiff upper lip” („eine steife Oberlippe behalten“) genannt. Die stete Wahrung der Haltung ist bereits bei den Charakteren aus Shakespeares Werken zu erkennen. In der Zeit des Empire erlebte die “Stiff upper lip” einen Höhepunkt und wurde von den Public Schools, nachdem sie sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reformiert hatten, gefördert. Ab den 1960er Jahren verblasste dieses Ideal zunehmend.

Siehe auch


Weblinks


Motivation | Tugend

 

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