Selbstbezüglichkeit liegt immer dann vor, wenn ein sprachliches Zeichen, z.B. ein Satz, auf sich selbst verweist. Ein Beispiel ist:
Das Interesse an Selbstbezüglichkeiten rührt daher, dass sie Paradoxa erzeugen können, wie das folgende Beispiel zeigt:
In den vorangegangenen beiden Beispielen wurde die Selbstbezüglichkeit über das Demonstrativpronomen "dieser" hergestellt, mit dem auf denselben Satz verwiesen wurde (Deixis). Es gibt auch die Möglichkeit, die Selbstbezüglichkeit über eine Konstruktion herzustellen wie z.B. in
Ein selbstbezüglicher Satz muss nicht immer direkt auf sich selbst verweisen (direkte Selbstbezüglichkeit), die Selbstbezüglichkeit kann auch über mehrere Zwischenschritte entstehen (indirekte Selbstbezüglichkeit). Ein Beispiel sind die beiden Sätze:
Im Zusammenhang mit der Definition der Selbstbezüglichkeit werden des öfteren (scherzhaft) die folgende Sätze genannt:
Anfang der 1980er gab es eine Serie von Artikeln in Spektrum der Wissenschaft, in der zum ersten Mal dem breiteren Publikum echt selbstbezügliche Sätze bekannt gemacht wurden:
Überraschenderweise ist es möglich, in der Mathematik ähnliche selbstbezügliche Aussagen zu konstruieren. Die berühmteste dieser Aussagen ist Kurt Gödels Unvollständigkeitssatz.
Ein unter Anfängern berüchtigter Programmierfehler ist das unabsichtliche Programmieren von selbstbezüglichen Anweisungen, die den Rechner mit nie endenden Schleifen beschäftigen. Beispiel:
Möglicherweise hieraus entstand der Programmiererscherz, der die Benamung des Betriebssystems GNU betrifft: Das Akronym GNU bedeutet
Selbstorganisation, Autopoiesie, Rekursion, Kreiskausalität, Selbstbezüglichkeit ;-)
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