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Unter Seitenverhältnis versteht im weiteren Sinne man das Verhältnis von mindestens 2 unterschiedlich langen Seiten eines Polygons. Meistens wird damit das Verhältnis von der Breite eines Rechtecks, eines Bildschirms oder einer Leinwand zu seiner Höhe angegeben. Ein Quadrat hat das Seitenverhältnis 1:1, weil die beiden Seiten gleich lang sind. Im Videobereich spricht man auch von der Aspect Ratio.

Angabe


Aspect ratio Seitenverhältnis M N.jpg Die Angabe des Seitenverhältnisses erfolgt bei Bildschirmen häufig als Bruch (z. B. 16:9), oft wird dieser Bruch auch auf Eins normiert und ggf. gerundet (z. B. 1,78:1).

Foto


Bei Negativen, Dias und Papierbildern kommt meist das 3:2-Format (36mm × 24mm) zum Einsatz. Dieses Format geht zurück auf Thomas Alva Edison, der 1889 das Format des klassischen Filmbildes (35-mm-Film) auf 24 × 18 mm festlegte. Digitalfotos werden hingegen häufig im Format 4:3 gespeichert - das gleiche Format verwenden die meisten Computer-Monitore. Gelegentlich gibt es Digitalkameras, die eigentlich im 4:3-Format aufnehmen sollen, wobei jedoch das Seitenverhältnis nicht genau stimmt. So hat ein 2-Megapixel-Foto bei einer Kodak Easyshare CX7220 das Format 1632 x 1232 Pixel, korrekt wäre 1632 x 1224.

Film


Aspect ratios.png|right|thumbnail|320px|Vergleich der drei gebräuchlichen Seitenverhältnisse. Der äußere Rahmen (blau) und der mittlere Rahmen (rot) sind die gebräuchlichen Formate für Filmaufnahmen. Der innere Rahmen ist das Standardformat für das Fernsehen.]]

Während der Entwicklung des Films gab es immer neue Bildformate, von denen die meisten früher oder später aus der Mode kamen. Andere wiederum konnten sich bis heute durchsetzen. Das klassische Format des 35-mm-Films ist 1:1,33 (3:4). Dieses Format findet vor allem im Amateur- und Dokumentarfilm Anwendung. Im Spielfilm setzt man immer häufiger Breitbildformate mit den Verhältnissen 1:1,66 und 1:1,85 ein. Diese Verhältnisse werden durch Masken, die bei Kamera und Projektor in den Strahlengang eingefügt werden, erzeugt. Aber auch andere Formate sind durchaus gängig.

Beim Cinemascope-Verfahren geht man einen anderen Weg: Das ursprüngliche Verhältnis von 1:2,35 wird mit Hilfe einer anamorphen Linse im Verhältnis 1:2 auf das Filmmaterial gebracht: Die Breite des Bildes bleibt dabei erhalten, das Bild wird aber in die Höhe gestreckt. Bei der Vorführung des fertigen Films muss das Bild aber wieder mit einer speziellen Linse entzerrt werden.

Da im Kino normalerweise die Bildhöhe immer gleich ist und die Bildbreite je nach Filmformat variiert, wird im Kino anders als beim Video, wo die Breite das Bezugsmaß ist, immer die Höhe zuerst und die Breite dahinter genannt.

In den 1950er und frühen 1960er Jahren wurde mit verschiedenen Verfahren und Seitenverhältnissen experimentiert. Ein weiteres kostengünstiges Verfahren war Vistavision, da hier nur umgebaute Kameras benötigt wurden, die jedoch weiterhin auf 35mm Film aufnahmen. Das Seitenverhältnis betrug hier 1:1,96.

Fernsehen und Video


Beim Fernsehen ist 4:3 zur Zeit noch das häufigste Format, sowohl bei PAL als auch bei SECAM. Immer häufiger wird im Fernsehen das Format 16:9 eingesetzt. Neue Fernsehnormen wie DVB und HDTV setzen ebenfalls auf dieses Format, unterstützen aber auch 4:3 und theoretisch 2,21:1.

Bei DVD, SVCD und DVB werden die Bilder häufig anamorph gespeichert - analog zum Cinemascope-Verfahren. Beim Abspielen werden die Bilder dann wieder ins richtige Format gebracht.

Andere Formate


√2 : 1 : Das Seitenverhältnis beim DIN-A4-Blatt und verwandten DIN-Maßen. Bei einer Halbierung durch eine Waagerechte entstehen wiederum Rechtecke mit demselben Seitenverhältnis.

Φ : 1 : Seitenverhältnis im Goldenen Schnitt. Hier approximiert durch 144 × 89 Pixel mit einem theoretischem Fehler von nur 5·10-5. Die beiden benachbarten Rechtecke weisen ebenfalls Seitenverhältnisse von benachbarten Fibonacci-Zahlen auf und approximieren daher den Goldenen Schnitt vergleichsweise gut.

5 : 3 : Findet neben dem noch breiteren 1:1,85 als Kinoformat Verwendung.

Anzeigeseitenverhältnis


Die Display Aspect Ratio (DAR) gibt das Anzeigeseitenverhältnis eines einzelnen Bildes in einem Digitalvideo an. Grundlage ist dabei die physikalische Auflösung des Bildes, nicht die Auflösung in der das Bild dargestellt wird.

Aus der Display Aspect Ratio und der Pixel Aspect Ratio (Pixel-Seitenverhältnis) ergibt sich bei der Darstellung das tatsächliche Seitenverhältnis.

Pixelseitenverhältnis


Die Pixel Aspect Ratio (PAR) gibt das Pixelseitenverhältnis, also das Verhältnis von Höhe zu Breite eines einzelnen Bildpunktes (Pixel) des Ausgabemediums an.

Auf den meisten Computerbildschirmen sind Pixel quadratisch (PAR 1:1), beim (analogen) TV Bildschirm sind sie -- historisch bedingt -- rechteckig, und zwar im Verhältnis 768:720 = ca. 1.067 (PAL), also breiter als hoch.

Originalseitenverhältnis


Original Aspect Ratio (OAR) steht für das Originalseitenverhältnis.

Mit der OAR beabsichtigt der Regisseur, den Zuschauer seinen Film im originalen Seitenverhältnis sehen zu lassen. Beim Bildtransfer vom Kinofilm zum DVD-Film oder Fernsehfilm wird dabei das Seitenverhältnis nicht verändert, sondern bleibt (2,35:1, 1,85:1 oder 1,78:1 (16:9)) unangetastet. Da das Seitenverhältnis für die Fernsehausstrahlung in PAL und NTSC bei 1,33:1 (4:3) festgeschrieben ist, wird bei einer Ausstrahlung eines Kinofilmes mit OAR in PAL/NTSC dabei der "leere" Bereich schwarz gefüllt, sodass über und unter dem Bild schwarze Balken entstehen – von manchen auch spöttisch "Trauerbalken" genannt. Bei einer anamorphen Ausstrahlung wird das Bild nachträglich in das richtige Seitenverhältnis gestaucht, wobei ebenfalls schwarze Balken entstehen. Image:Image cropping aspect ratios.jpg|2,35:1-Bild mit gängigen Seitenverhältnissen im Kino. Image:Image cropping 235x1.jpg|2,35:1-Bild mit Letterbox auf 4:3 gebracht, das ganze Bild ist sichtbar. Image:Image cropping 185x1.jpg|1,85:1-Bild mit Letterbox auf 4:3 gebracht. Typisches 16:9-Bild, nicht mehr das gesamte Bild ist sichtbar.

Siehe auch


Weblinks


Fernsehtechnik

Aspect ratio (image) | 画面サイズ

 

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