Als Seiltänzer bezeichnet man eine Person, die auf einem straff gespannten oder durchhängenden Seil (Schlappseil) einherschreiten, tanzen und allerlei Künste ausführen kann.
Seiltänzer traten bereits in der Antike bei den Griechen, viel häufiger aber bei den Römern auf. Man unterschied Funambuli, die auf starken Seilen, und Neurobatae, die auf Darmsaiten tanzten. Letztere hießen auch Aërobatae ("Lufttänzer"), weil sie bei der Dünne der Saiten aus der Entfernung in freier Luft zu tanzen schienen.
Seiltänzerkunststücke finden sich auf Vasen und Wandgemälden abgebildet, und auf einigen Münzen von Kyzikos ist sogar das Besteigen des Turmseils dargestellt.
Später kamen von Indien und Ägypten aus Seiltänzer nach Konstantinopel, und im Mittelalter kannte man indische, persische, morgenländische Gaukler dieser Art.
Der Seiltänzer Arcangelo Tuccaro verfaßte eine illustrierte Schrift über seine Kunst (Paris 1599).
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