Hui Tsung 001.jpg, China, 12. Jh.)]] Seide ist eine feine Textilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Sie ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlos-Faser. Sie kommt ursprünglich wohl aus China und war eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde; auch heute wird der Hauptanteil in China produziert, Japan und Indien sind weitere wichtige Erzeugerländer.
Es war bei Todesstrafe verboten, die Raupen oder ihre Eier außer Landes zu bringen. Im Jahre 555 gelang es jedoch zwei Mönchen, einige Eier zum byzantinischen Kaiser zu schmuggeln. Mit diesen Eiern und dem Wissen, welches sie bei ihrem Aufenthalt in China über die Aufzucht von Seidenspinnern erworben hatten, war jetzt auch außerhalb Chinas eine Produktion von Seide möglich. Sämtliche Seidenspinnerraupen in Europa stammen noch heute von diesen geschmuggelten Eiern ab.
Im 17. bis 19. Jahrhundert war die deutsche Stadt Krefeld am Niederrhein die bedeutendste Seidenmetropole der Welt. Zu den berühmtesten Kunden der kostbaren Textilprodukte aus der so getauften "Samt- und Seidenstadt" gehörten der französische Kaiser Napoleon und der preußische König Friedrich II. 1828 kam es im Rahmen der wachsenden Unzufriedenheit der deutschen Weber auch in Krefeld zu Aufständen der Seidenweber. Sie protestierten gegen die Lohnkürzungen der Firma von der Leyen.
Bei der Gewinnung von Maulbeerseide werden die Raupen durch das Eintauchen des Kokons in kochendes Wasser oder über Wasserdampf getötet, danach kann der Seidenfaden, bestehend aus der Eiweißsubstanz Fibroin, abgewickelt werden. Durch den langen Seidenfaden kann eine glatte Textiloberfläche entstehen. Bei der Tussahseide hingegen lassen sich, da der geschlüpfte Schmetterling ein Loch im Kokon hinterlässt, nur kurze Fäden gewinnen; Wildseidengewebe hat dadurch eine charakteristisch unregelmäßig-noppige Oberfläche, die durch Fadenverdickungen entsteht.
Um in den Besitz von Seide zu gelangen, muss man die Fäden, in die sich der Seidenspinner einwickelt, vom Kokon abhaspeln. Doch um Qualitätsseide zu erlangen, sind bei der Aufzucht der Seidenraupen besondere Bedingungen ausschlaggebend, die früher geheimgehalten wurden. Diese dürften die Ursache für das Mysterium gewesen sein, welches die Seide jahrhundertelang umgab.
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Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und des besonderen, nahezu dreieckigen Querschnitts der Faser unterscheiden sich ihre Eigenschaften etwas von denen synthetischer Polyamidfasern.
Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme. Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern. Seide neigt wenig zum Knittern. Auf Seidenstoffen werden besonders brillante Farben erzielt. Empfindlich ist Seide gegenüber hohen Temperaturen, Abrieb und Wasserflecken. Bei intensiver Lichteinstrahlung verblassen die Farben und die Seide vergilbt.
Aufgrund der Wasserempfindlichkeit müssen Seidenstoffe vorsichtig mit der Hand gewaschen werden; wohl können sie aber chemisch gereinigt werden. Gebügelt wird von links bei mittlerer Temperatur (Stufe 2). Eine Chlorbleiche und eine Tumblertrocknung ist nicht möglich.
Faser | Nicht essbares Tierprodukt
حرير | Коприна | Svila | Seda | Hedvábí | Silke | Silk | Silko | Seda | Zeta (substantzia) | Silkki | Soie | משי | Svila | Silko | Seta | 絹 | Šilkas | Zijde (textiel) | Silke | Jedwab | Seda | Шёлк | Silk | Hodváb | Svila | Silke | ไหม | İpek | 丝绸