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Als Seemacht bezeichnet man einen Staat dessen Stärke der Seestreitkräfte die der meisten anderen Staaten übersteigt.

Aufgrund dieser Stärke ist es einem Staat möglich im Kriegs- oder Konfliktfall Seeherrschaft in bestimmten Gewässern auszuüben. Auch heute im Zeitalter der modernen Kriegführung haben Seemächte einen entscheidenten Vorteil gegenüber anderen Staaten, da Luftangriffe oft von Flugzeugträgern gestartet werden und Landtruppen meist über den Seeweg in das Kriegsgebiet transportiert werden.

Weiterhin wird als Seemacht auch die maritime Stärke eines Staates angesehen, mit der es ihm möglich ist Macht auf See auszuüben. Zu dieser Art Seemacht gehören neben Seestreitkräften auch Technologie(-überlegenheit), Hafenanlagen, Werftkapazität, Logistik, Kommunikation, Politik und Stützpunkte(Basen).

Wichtige Seemächte


Die größte Seemacht der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Nach der traditionellen Konzeption, dass Seemacht die Verfügung über eine größere Anzahl von Großkampfschiffen, die gleichzeitig als Fleet in being potenzielle Gegner einschüchtern, andererseits aber weltweit offene Seeschlachten gewinnen und Landoperationen unterstützen können, bedeutet, sind die USA die einzige verbliebene Macht, der dieser Status gebührt: Ihre größtenteils atombetriebene Flugzeugträgerflotte ist derzeit sowohl von der Anzahl (zwölf Schiffe) als auch von der Größe der einzelnen Einheiten (Supercarriers) her ohne Pendant. Entsprechendes gilt für die vollständig atombetriebene U-Boot-Waffe und die Kapazitäten zur amphibischen Kriegführung (Landungsschiffe etc.).

Von 1805 (Schlacht von Trafalgar) bis zum Zweiten Weltkrieg war die unangefochten größte Seemacht das Vereinigte Königreich, dessen im Zeitalter des Flugzeugträgers veraltete Flotte allerdings in der Nachkriegszeit nicht im selben Maße durch moderne Großkampfschiffe erneuert wurde wie die amerikanische. Nach wie vor ist die Royal Navy jedoch die zweitgrößte Marine der Welt.

Frühere wichtige Seemächte waren im Okzident unter anderem (grob chronologisch) das klassische Athen, Karthago, das Römische Reich, Byzanz, die Hanse, Venedig, Portugal, Spanien, die Niederlande und Frankreich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts versuchten sich unter anderem das Deutsche Reich, Italien und Russland als Seemächte zu etablieren. Die russischen Ambitionen wurde 1905 in der Seeschlacht bei Tsushima abrupt beendet, womit sich Japan als dominante Seemacht im Pazifik etablierte. Der zweifelhafte strategische Wert des Rüstungswettlaufs zwischen Vereinigtem Königreich und Deutschem Reich zeigte sich in der Skagerrakschlacht.

Seeschifffahrt | Marine

 

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