| Seelilien und Haarsterne | ||||||||||||
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| Fossile-seelilie.jpgFossile Seelilienkronen | ||||||||||||
| : | Gewebetiere (Eumetazoa) |
| : | Bilateria |
| : | Neumünder (Deuterostomia) |
| : | Stachelhäuter (Echinodermata) |
| : | Crinozoen (Crinozoa) |
| : | Seelilien und Haarsterne |
Die Systematik ist unsicher. Alle heutigen Seelilien und Haarsterne werden zur Articulata gezählt. Diese wird, je nach Quelle, in zwei bis fünf Ordnungen unterteilt. Oft werden Cirrentragende (Isocrinida) und Cirrenlose Seelilien (Millericrinida) unterschieden. Einigkeit besteht nur darin das die Haarsterne (Comatulida), die nicht sessil leben und heute die Masse der überlebenden Arten stellen, eine eigene Ordnung bilden.
Es gibt nur noch etwa 25 gestielte, sessil lebende Gattungen, die meist in der Tiefsee bis 6000 Meter leben und mit einer maximalen Höhe von einem halben Meter wesentlich kleiner bleiben als ihre ausgestorbenen Verwandten.
Alle Seelilien und Haarsterne ernähren sich, indem sie fressbare Partikel mit ihren gefiederten Armen aus dem vorbeiströmenden Wasser filtern.
Die Seelilien treten seit dem Ordovizium auf und leben, mit Ausnahme der Haarsterne (Comatulida), heute nur noch im Tiefseebereich südlich des Äquators (“Lebende Fossilien”).
Während der mittleren Trias (Muschelkalk) trat die Seelilie im mitteleuropäischen Flachmeerbereich (Germanische Becken) so massenhaft auf, dass sie gesteinsbildend wurde (Trochitenkalk). Trochiten2.jpg.jpg
Die meisten Seelilienarten sind mit einem Stiel am Meeresboden befestigt und tragen am oberen Ende einen mit Plattenkränzen aufgebauten Kelch, welcher den Weichkörper des Tieres schützt. Vom Kelchrand aus verzweigen sich fünf Arme (fünfstrahlige Symmetrie), die an ihrer Unterseite mit Härchen versehen sind. Mit ihrer Hilfe dieser Wimpern wird Plankton gefiltert und in den Mund befördert.
Neben den festsitzenden Formen kommen auch frei schwimmende Seelilien vor. Während der schwarzen Jura (Lias) gab es z.B. aufgrund der lebensfeindlichen Verhältnisse (Sauerstoffmangel) in tieferen Meeresbereichen nur frei schwimmende Seelilien. Sie lebten entweder in Kolonien an Treibhölzer angeheftet oder als Einzeltiere.
Eine weitere Gruppe, die Bojen-Seelilien (Scyphocriniten), war im oberen Silur und unterem Devon (also vor etwa 400 Millionen Jahren) weit verbreitet. Die schönsten Funde von Scyphocrinites elegans stammen aus Marokko bei Erfoud. Neben den Kelchen fanden sich kugelartige Gebilde (Lobolithen) mit einem Durchmesser von 10 cm und mehr, ursprünglich gasgefüllte "Bojen", an welchen die Stiele mit den Kelchen nach unten hingen. Die Bojen-Seelilien von Marokko gehören zu den merkwürdigsten Entwicklungen von Seelilien überhaupt. Wie sich die Bojen aus ursprünglich kleinen Wurzeln herausgebildet haben, ist noch Gegenstand der Forschung.
Die größte Seelilienkolonie, die weltweit je gefunden und präpariert wurde, ist im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden ausgestellt. Sie ist 18 m × 6 m groß. Sie wuchs an einem 12 Meter langen Treibholz fest und stammt aus Schwarzen Jura gamma (Unter-Pliensbachium) in Böbingen/Rems.
Crinoid | Crinoideo | Crinoïdes | Liliowce (zwierzęta) | Crinoidea | Морские лилии | Crinoidea
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