Die Bahnstrecke von Radolfzell über Stockach nach Mengen, die im Stundentakt (zu Hauptverkehrszeiten Halbstundentakt) von der SBB GmbH befahren wird, trägt den Namen Seehäsle oder Hegau-Ablachtal-Bahn. Die Bezeichnung ist das Ergebnis eines Namenswettbewerbs und erklärt sich daraus, daß die ehemalige Mittelthurgaubahn seit 1994 im Auftrag der Deutschen Bahn AG den Nahverkehr auf der Strecke Konstanz - Radolfzell - Singen (Hohentwiel) - Engen bediente und hier als Seehas bezeichnet wird.
Auf dem Abschnitt von Mengen nach Stockach gibt es zurzeit (2005) nur Güterverkehr. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr ist angedacht, jedoch aufgrund des in einem Gutachten von 2004 prognostizierten geringen Passagieraufkommens höchst unwahrscheinlich.
Die Strecke Radolfzell - Stockach wurde von der Badischen Staatsbahn am 20. Juli 1867 eröffnet als Teil einer geplanten großen Verkehrsachse Ulm - Bodensee - Schweiz, die als solche jedoch nie zustande kam. Der Personenverkehr wurde von der Deutschen Bundesbahn am 25. September 1982 eingestellt und am 8. September 1996 von der Mittelthurgaubahn mit drei Dieseltriebwagen des Typs GTW 2/6 von Stadler Rail wieder aufgenommen; da sich die Lieferung verzögerte, wurden anfänglich zwei MAN-Schienenbusgarnituren von der HzL angemietet. Vorher hatte der Landkreis Konstanz die Strecke ab Stahringen gepachtet und grundlegend renoviert.
Der Abschnitt Radolfzell - Stahringen wird von der Deutschen Bahn AG im Zuge der Bodensee-Gürtelbahn befahren; die Abzweigung von Stahringen nach Überlingen wurde 28 Jahre später als die Strecke nach Stockach erbaut. Dagegen ist die ab 1870 von Stockach nach Mengen weiterführende Strecke seit 1972 ohne Personenverkehr. Die in Schwackenreute abzweigende Strecke nach Pfullendorf ereilte 1973 das gleiche Schicksal, 1983 kam hier die Stillegung und kurz darauf der Rückbau.
Wegen häufiger Ausfälle der GTW wurde 2000/2001 eine ehemalige DB-Schienenbusgarnitur (VT 98 + VS 98) von der Hochwaldbahn angemietet. 2003 wurden wegen der großen Nachfrage im Schülerverkehr zwei Steuerwagen bestellt, die jedoch erst im Frühjahr 2005 vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zugelassen wurden. Daher musste von der Rurtalbahn ein Regiosprinter zur Überbrückung angemietet werden.
Im Juni 2005 führten häufigere Motorschäden dazu, dass bis zu viermal in einer Woche die Züge im morgendlichen Berufsverkehr ausfielen. Seit Oktober wurde zunächst eine MAN-Schienenbusgarnitur der HzL eingesetzt, mittlerweile fahren neben dieser drei NE81 der HzL-Tochter BOB (Bodensee-Oberschwaben-Bahn). Gewartet werden die Fahrzeuge bei der HzL-Werkstätte in Immendingen. Die GTW 2/6 befinden sich nach Presseberichten in so schlechtem Zustand, daß sie verschrottet werden sollen. Die zugehörigen Steuerwagen sind somit gerade mal wenige Monate zum Einsatz gekommen.
Der Vertrag mit der ThurBo (SBB-Tochtergesellschaft, Nachfolgerin der MThB) wurde im Frühjahr 2006 zum Jahresende gekündigt und eine Neuausschreibung ab Dezember 2008 in die Wege geleitet. Die kurzzeitig angedachte Umstellung des Betriebes auf Omnibusse wurde zum Glück nicht beschlossen. Für die Übergangszeit Dezember 2006 bis Dezember 2008 wurde der Betrieb an die HzL vergeben, die hierzu insgesamt vier NE81 einsetzen will.
| Bahnhöfe und Haltepunkte | Strecken- kilometer |
|---|---|
| Radolfzell am Bodensee | 0,00 |
| Radolfzell am Bodensee Haselbrunn | 1,44 |
| Stahringen | 7,15 |
| Stockach-Wahlwies | 10,43 |
| Nenzingen | 13,70 |
| Stockach NE | 17,36 |
- bgcolor="#FFDEAD" | Bahnhöfe und Haltepunkte | Streckenkilometer |
|---|---|
| Schwackenreute | 27,7 |
| Messkirch | 37,7 |
| Krauchenwies | 47,7 |
| Mengen | 56,8 |
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