Der Seanad Éireann (Senat von Irland) ist die offizielle Bezeichnung des irischen Oberhauses innerhalb des Parlaments der irischen Republik (Oireachtas). Im Gegensatz zum Unterhaus, dem Dáil Éireann, wird der Senat nicht direkt gewählt sondern besteht aus Mitgliedern, die auf verschiedene Art gewählt werden. Die Machtbefugnisse sind viel geringer, als die des Dáil, so ist es dem Senat z.B. nur möglich einen Gesetzesvorschlag zu verzögern, diesen aber nicht abzulehnen. Der Senat tagt im Leinster House in Dublin.
Per Verfassung darf die Wahl zum Senat nicht später als 90 Tage nach der Unterhauswahl stattfinden. Die Wahl findet mittels des Systems Single transferable vote statt. Senatsmitglied kann jeder werden, der auch für das Unterhaus kandidieren kann, eine Unterhausmitgliedschaft schließt aber eine gleichzeitige Senatsmitgliedschaft aus.
| Partei | Anzahl der Senatoren |
|---|---|
| Fianna Fáil | 29 |
| Fine Gael | 15 |
| Unabhängige | 6 |
| Labour Party | 5 |
| Progressive Democrats | 5 |
Per Verfassung hat der Senat folgende Beschränkungen:
Der Senat hat aber auch folgende Rechte, um seine Position zu stärken:
Der Senat setzt alleine seine "Geschäftsordnung" fest, bestimmt selbst seinen Präsidenten, den sog. 'Cathaoirleach', richtet eigene Ausschüsse ein und entsendet Senatoren zu gemeinsamen Versammlungen des Parlaments. Maximal 2 Senatoren dürfen Mitglied der Regierung sein. Der Senat hat aktuell 3 Ausschüsse, eines davon hat 2 Unterausschüsse:
1919 führten irische Nationalisten ein außergerichtliches (und nicht anerkanntes) Parlament unter dem Namen Dáil Éireann ein, das lediglich aus einer Kammer bestand und kein Oberhaus beinhaltete. 1920 wurde das südirische Parlament durch britische Gesetze gegründet, das ein Oberhaus (Senat genannt) besaß. Der Senate of Southern Ireland bestand aus einer Mischung von irischen Adligen und Senatoren, die durch die Regierung bestimmt wurden. Der Senat versammelte sich erstmals 1921, wurde aber von irischen Nationalisten boykottiert, so dass er niemals wirklich handlungsfähig war. Mit der Einführung des irischen Freistaates 1922 wurde der südirische Senat aufgelöst.
Das neue System der Einteilung der Kandidaten in Berufsgruppen wurde durch die römisch-katholische Gesellschaftslehre der 1930er Jahre beeinflusst, die teilweise auf marxistischen Konzepten der Klassenkonflikte beruhte.
Weiterhin stimmt man weitestgehend darin überein, dass die Wahl nach Berufsgruppen nicht so funktioniert, wie es ursprünglich angedacht war. Es wird oft angeführt, dass viele der Kandidaten nicht über entsprechende Kenntnisse in der ihnen zugeordneten Gruppe verfügen und dass der Nominierungsprozess nach wie vor von Parteizugehörigkeiten dominiert wird.
Die Universitäten haben eine lange Tradition in der Auswahl unabhängiger Kandidaten. Doch auch hier entgegnen Kritiker, dass das System an den Universitäten zur Auswahl der Senatoren elitär sei. Interessenverbände, wie die Graduate Equality, fordern, dass das Stimmrecht zur Wahl auch auf die nachrangigen Ausbildungsstätten ausgebildet werden sollte. Anderen geht dieser Vorschlag noch nicht weit genug; sie verlangen, dass mindestens ein Teil des Senats direkt vom Volk gewählt und auch die irischen Emigranten oder die Bevölkerung von Nordirland berücksichtigt werden müssen. In der Vergangenheit hatten die Premierminister unter ihren Kandidaten oft auch respektierte Persönlichkeiten aus Nordirland, z. B. Gordon Wilson, Seamus Mallon oder Joe Hendron.
Die genaue Zusammensetzung des Senats wurde ursprünglich durch die Verfassung festgelegt. 1979 wurde durch die 7. Verfassungsänderung dem Parlament das Recht eingeräumt, die Wahlberechtigten der Universitäten per Gesetz auf die der anderen Ausbildungsstätten auszuweiten. Der Gedanke war, dass alle akademischen Bildungsanstalten das Recht erhielten, an der Senatswahl teilzunehmen, doch bis heute wurde dieses Gesetz nicht eingebracht.
Der aktuelle Bericht über den Senat stammt aus dem April 2004 und wurde von einem Unterausschuss des Senats erstellt. Doch der "Bericht über Senatsreformen", dem im Vorfeld bessere Chancen auf Erfolg zugeschrieben wurden, als seinen Vorgängern, empfahl keinerlei grundsätzliche Änderungen an den Machtbefugnissen des Oberhauses. Es wurde aber vorgeschlagen, dass die Wahl mittels Berufsgruppen abgeschafft, 32 Sitze durch eine direkte Wahl besetzt, die Wahl in den Universitäten auf alle akademischen Bildungsanstalten ausgedehnt und dass der Taoiseach formell dazu angehalten werden soll, seine Stimmen dafür zu nutzen, um eine Repräsentation Nordirlands, der Kirche und anderen Minderheiten zu gewährleisten. Ein weiterer Vorschlag lautet, dem Senat neue Aufgaben zu geben, z. B. eine größere Rolle bei der Überprüfung der Regierung sowie bei der EU-Gesetzgebung.
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