Seán Francis Lemass (* 15. Juli 1899 in Dublin; † 11. Mai 1971 Dublin) war irischer Politiker und Gründungsmitglied der Fianna Fáil Partei. Für den Wahlkreis Dublin South zog er 1924 (damals noch für Sinn Féin) in das irische Parlament ein. Er verteidigte seinen Posten als Teachta Dála dann ohne Unterbrechung bis zum Jahr 1969.
Er diente seiner Partei als Minister für Wirtschaft, als Minister für Versorgung, als Vize-Premierminister und bekleidete dann zwischen 1959 und 1966 das Amt des Premierministers der Republik Irland. __TOC__
Er blieb den Irish Volunteers verbunden, die sich dann als IRA neu formierten. Während des Anglo-Irischen Krieges gehörte er zum Umfeld der Dublin Brigade der IRA, die von Michael Collins angeführt wurde. Collins gelang es 1920, sich Informationen über britische Agenten in Dublin (the Cairo Gang) zu verschaffen und ordnete deren Liquidierung an. Diese Serie von Attentaten, an denen auch Lemass beteiligt war, fand am 21. November statt. Britische Truppen richteten daraufhin in Dublin ein Blutbad unter Zivilisten an, der Tag sollte als erster Blutsonntag in die irische Geschichte eingehen. Lemass wurde dann 1921 ein weiteres Mal verhaftet und bis 1923 interniert.
Bereits 1932 gewann Fianna Fáil die Landeswahlen. Seán Francis Lemass wurde daraufhin Wirtschaftsminister. Er trat an, die irische Wirtschaft entgegen Widrigkeiten wie Einfuhrzöllen und des mangelnden Engagements des Finanzministeriums aufzubauen.
Während des 2. Weltkrieges war Irland offiziell eine neutrale Nation und war daraufhin wirtschaftlich auf sich selbst gestellt. Um dieser Situation Rechnung zu tragen, wurde das Ministerium für Versorgung geschaffen mit Lemass an ihrer Spitze. Er meisterte die schwierige Lage während der Kriegsjahre souverän, worauf de Valera ihn 1945 zum stellvertretenden Premierminister berief.
Doch die beiden Staatsmänner hatten grundsätzlich andere Anschauungen über die Zukunft der Nation. Während de Valera Irland weiterhin als traditionelles und landwirtschaftlich orientiertes Land betrachtete, hatte Lemass andere Pläne. Er plante den Ausbau der heimischen Industrie und die Modernisierung des Landes.
Der politische Wandel schlug sich auch in den Beziehungen zu Nordirland nieder. Nach Jahren der feindseligen Rhetorik auf beiden Seiten gelang eine Annäherung zwischen Dublin und Belfast, 1965 knüpfte Lemass Kontakte zum damaligen nordirischen Premier Terence O'Neill. Diese Periode des Optimismus währte jedoch nicht lang, der Nordirlandkonflikt begann zu eskalieren.
Im Jahr 1966 trat Seán Lemass von seinem Amt zurück, seinen Sitz im Parlament gab er 3 Jahre später auf und zog sich aus der aktiven Politik zurück. Die Krönung seines Lebenswerkes, den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973, sollte er jedoch nicht mehr erleben: er verstarb am 11. Mai des Jahres 1971 in Dublin.
Mann | Ire | Ministerpräsident (Irland) | Geboren 1899 | Gestorben 1971
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