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Scuol (dt. Schuls) ist eine Gemeinde im Kreis Suot Tasna, Bezirk Inn des Schweizer Kantons Graubünden. Sie zählt 2161 Einwohner (Ende 2003).

Bis 1943 hiess die Gemeinde offiziell Schuls. Von 1943 bis 1970 nannte man sie dann Bad Scuol/Schuls. Seit 1970 ist nur noch der rätoromanische Name Bad Scuol offizieller Gemeindename und seit etwa 7 Jahren hat der Ort den Titel Bad abgelegt. "Scuol" leitet sich vom lateinischen scopulus (Klippe, aufragende Bergspitze) her.

Geographie


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Scuol ist Hauptort des Unterengadins. Die Hauptsprache ist wie im ganzen Unterengadin rätoromanisch, man spricht aber auch Schweizerdeutsch. Der Ort Scuol teilt sich in ein Oberdorf (Scuol Sura) und ein Unterdorf (Scuol Sot) auf. Neu ist der oberhalb der Umfahrungsstrasse seit einigen Jahren kontinuierlich wachsende, wegen seiner Lage am Sonnenhang beliebte Bereich Schinnas und Crastuoglia der zum "angesagtesten" Wohngebiet in Scuol wurde.

Klima

Das Unterengadin ist für sein sonniges Klima bekannt und zählt zu den trockensten Regionen der Schweiz, gar der gesamten Alpen. Es gehört zum westlichen Ausläufer der inneralpinen Trockenzone der Ostalpen,jedoch muss als Begründung für das besonders sonnige und trockene Klima ferner die spezielle orographische Gegebenheit in Scuol berücksichtigt werden. Das Unterengadin wird sowohl gegen Norden von der Silvrettagruppe, als auch gegen Süden durch die Engadiner Dolomiten von mächtigen Bergketten abgeschimrt. Dadurch scheint im Unterengadin oft die Sonne, während es am Alpennord-/Südhang regnet. Anders als das Oberengadin, kann das Unterengadin klimatisch nicht zur Alpensüdseite gezählt werden, denn es dominiert im Gegensatz zum südöstlicheren, höher gelegenen Oberengadin der Wettereinfluss aus Nordwesten, nicht aus Süden. Das Unterengadin bildet eine eigene, kleine Klimaprovinz, wo das Wetter sich nicht selten überhaupt nicht um die Prognose schert. Die kontinentale Prägung der Region um Scuol sorgt im Winter folglich für dominierend trocken-kaltes Wetter, der Niederschlagsschwerpunkt liegt im Sommer, der Monat mit der geringsten Niederschlagssumme ist der Februar. Nebelbildung ist extrem selten (1,4 Nebeltage im Jahr), der Wind weht in der Regel im Talboden nur sehr schwach, das Tal-Berg-Windsystem sorgt besonders Nachts für eine sehr kräftige Abkühlung. Die Temperaturen im Winter erreichen bei Strahlungslagen durchaus -20°C oder weniger, der Dezember und Januar weisen eine für die Höhenlage überdurchschnittliche Zahl an 15 Eistagen auf. Trotz der relativen Trockenheit liegt fast immer ausreichend Schnee im Winter, da sowohl von Norden als auch Süden Schneefälle für ausreichend Schnee sorgen. Der als Schneefresser bekannte Föhn ist in Scuol aufgrund der inneralpinen Lage in der klassischen Form nicht existent, was die Schneesicherheit untermauert.

Lage

Scuol befindet sich inmitten des "Unterengadiner Fensters", einer geologisch bedeutenden Erosionslücke in der sonst gasundurchlässigen Gneis- und Granitschicht. Im Bereich des "Fensters" können Gase aus dem Erdinneren durch Risse und weichen Schiefer nach oben dringen, sich mit dem Grundwasser vermengen und so über 25 Mineralquellen bilden, die im Umkreis von Scuol-Vulpera-Tarasp als Heilquellen genutzt werden. Aus vielen Scuoler Brunnen sprudelt Mineralwasser, alkalische Glauber- bzw. Bittersalzquellen und Eisensäuerlinge, deren verdauungsfördernde Wirkung schon die alten Römer gekannt haben. Unter diesen Quellen ist auch die mineralreichste Glaubersalzquelle Europas mit dem Namen "Luzius" und einer Gesamtmineralisation von 17 g/l.

Viele dieser Mineralwasserquellen enthalten natürliche Kohlensäure, was manche unwissende durstige Gäste stutzig macht, wenn sie an den Brunnen Wasser trinken. Die öffentlichen Brunnen sind nämlich meist mit zwei Wasserhähnen ausgerüstet, aus dem einen fliesst normales Trinkwasser, aus dem anderen kohlensäurehaltiges Mineralwasser.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Sehenswert sind die spätgotische Kirche St. Georg von 1516 und die guterhaltenen Bürgerhäuser. Obwohl sie grösste Gemeinde und Verwaltungszentrale mit vielen Neubauten ist, finden sich im Unterdorf "Scuol Sot" sehr schöne alte Häuser und ein malerischer Dorfplatz mit einem grossen Brunnen und ein historisches Museum.

Wirtschaft und Infrastruktur


Scuol.jpg | Skiegebiet.jpg | IMG 1945.JPG

Verkehr

Der in Scuol gelegene Bahnhof Scuol-Tarasp ist der östliche Endpunkt der Engadiner Bahnstrecke der Rhätischen Bahn (RhB) sowie Ausgangspunkt diverser Buslinien.

Tourismus

Die Gegend ist für viele touristischen Aktivitäten interessant: Insbesondere für Wanderer, Biker und Gleitschirmflieger ist Scuols Hausberg Motta Naluns ein idealer Ausgangspunkt. Das für Schweizer Verhältnisse mittelgrosse Skigebiet bietet den Gästen im Winter diverse Abfahrten. Das Iglu-Dorf, wo auf 2200 m ü.M. übernachtet werden kann, deckt den Erlebnistourismus ab.

Skigebiet

Das Skigebiet Motta Naluns (1250–2785 m) zählt mit 80 km präparierten Pisten und 12 Liftanlagen zu den mittelgrossen Skigebieten der Schweiz. Ein Vorteil ist die Kompaktheit von Skigebiet und Erschliessungsanlagen, die kurze Anfahrten ermöglichen.

Der überwiegende Teil der Pisten ist leicht bis mittelschwer, schwierigere Abfahrten finden sich vor allem am Mot da Ri und Salaniva. Der Bereich Salaniva–Champatsch–Salez ist ein grosses Freeridegelände, mit "Snowpark", einer Half-Pipe und dem Boardercross.

Highlight der Region ist die 10 km lange und im unteren Teil auf 3 km künstlich beschneite "Traumpiste" nach Sent (1430 m), die vor wenigen Jahren auch noch 2 km länger bis Scuol (1250 m) führte. Weitere Pisten sind die vollbeschneite, mittelschwere Talabfahrt "Derby" nach Scuol (5,5 km) sowie die Talabfahrt nach Ftan (1684 m).

Das Beschneiungssystem ist in den letzten Jahren stark erweitert worden, neben der nun mit Lanzen vollbeschneiten Talbfahrt werden noch weitere Pisten durch Lanzensysteme beschneit. Ferner stehen einige Niederdruck-Schneekanonen an neuralgischen Punkten.

Langlauf
Das Unterengadin bietet insgesamt 72 km Langlaufloipen für Klassisch und Skating an, darunter die 28 km lange Loipe Scuol-Martina entlang des Flusses Inn, die auf den ersten fünf Kilometern sogar mit Kunstschnee präpariert werden kann. Die Loipe ist in der Regel jedoch sehr schneeseicher aufgrund der Lage im Talboden. Weitere Loipen gibt es in Ftan, Tarasp und in anderen Orten des Unterengadins. Schneesicher bis April ist die Sechs-Kilometer-Höhenloipe auf Motta Naluns (2146 m) im Skigebiet von Scuol.

Thermalquellen
Scuol ist dank Heil- und Thermalquellen auch als Kurort bekannt. Scuol besitzt mit dem Bogn Engiadina Scuol ein Thermalbad.

Weblinks


Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Graubünden | Schweizer Gemeinde | Kurort

Scuol | Scuol | Scuol | Scuol | Scuol | Scuol (kommun, CH-GR)

 

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