Der als Schärfentiefe (auch als Abbildungstiefe, umgangssprachlich oft auch als Tiefenschärfe) bezeichnete Schärfebereich ist die Ausdehnung des scharf abgebildeten Bereichs entlang der optischen Achse eines optischen Systems.
Als scharf empfindet ein Betrachter ein Bild dann, wenn es seinen normalen Sehgewohnheiten entspricht. Linien und Kanten des Bildinhaltes haben klare Grenzen. In der Fotografie wird der Entfernungsbereich vor der Kamera, der in einem Foto scharf erscheint, in der Schärfentiefe betrachtet.
Eine alternative Definition lautet: Die Schärfentiefe ist jener Bereich, der einem normalsichtigen Auge vor und hinter der Scharfstellebene noch scharf erscheint.
Eng nebeneinander liegende Punkte, die nicht in der Gegenstandsebene liegen, werden durch eng nebeneinander liegende Zerstreuungskreise abgebildet, die sich überdecken und in den Randbereichen vermischen, wodurch ein unscharfes Bild entsteht.
Die Größe des maximalen Zerstreuungskreises Z ist abhängig vom Aufnahmeformat; teilweise ist sie genormt. Die folgende Tabelle veranschaulicht die maximale Größe der Zerstreuungskreise je nach Aufnahmeformat des jeweiligen Fotoapparats:
| Aufnahmeformat | Abbildungsgröße | Z | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 1/2,5"-Digitalkamera-Sensor | 5,8 x 4,3 mm | 0,005 mm | z.B. Canon Ixus 50 mit 5 Megapixel Auflösung |
| 1/1,8"-Digitalkamera-Sensor | 7,2 x 5,3 mm | 0,006 mm | z.B. Canon Powershot G3 mit 4,2 Megapixel Auflösung |
| 2/3"-Digitalkamera-Sensor | 8,8 x 6,6 mm | 0,008 mm | z.B. Minolta Dimage A1 mit 5 Megapixel Auflösung |
| Kleinbildformat | 24 x 36 mm | 0,03 mm | |
| Mittelformat | 57 x 57 mm | 0,05 mm | |
| Großformate | z.B. 9 x 12cm | 0,09-0,1 mm | |
| Größere Formate | > 0,1mm |
Zu den Sensorgrößen siehe Auflösungen von Filmen. Eine Liste der Zerstreuungskreise von Digitalkameras verschiedenster Hersteller findet sich unter DOF - Circles of Confusion for Digital Kameras (englisch).
Solange die Unschärfekreise nicht größer als Z werden, wird die Abbildung als scharf erachtet. Dabei entsteht der Eindruck, das Bild weise nicht nur eine Schärfenebene, sondern einen Schärfebereich auf. Aufgrund der kleineren Zerstreuungskreise einer Digitalkamera (z.B. mit den oben genannten Sensorgrößen < Kleinbildformat), ist es schwieriger den Schärfebereich als fotografisches Gestaltungsmittel einzusetzen als bei einer analogen Kleinbildkamera.
| Schaerfentiefe_8923.JPG | Schaerfentiefe 8924.JPG | Schaerfentiefe_8926.JPG |
Der Schärfebereich kann durch mehrere Faktoren (siehe Abschnitt Schärfentiefe berechnen) beeinflusst werden:
Florer_depth_of_field.jpg Kameras lassen sich manuell, teilautomatisch oder auch vollautomatisch einstellen.
Die Verteilung der Schärfentiefe vor und hinter dem fokussierten Objekt variiert mit der eingestellten Entfernung: im engen Nahbereich wird ungefähr ein Verhältnis von 1:1 erreicht, mit wachsender Entfernung wächst der Anteil hinter dem fokussierten Objekt kontinuierlich an; letzteres extrem, wenn die Unendlicheinstellung noch eben in den Schärfebereich gelegt wird (= halbe hyperfokale Entfernung; die hyperfokale Entfernung entspricht der Fokussierung auf den Punkt "Unendlich").
Der gezielte Einsatz der Schärfentiefe durch Einstellen der Blende, der Entfernung und der Brennweite ermöglicht es, den Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv zu lenken. Dazu schränkt der Fotograf die Schärfentiefe so eng wie möglich um die Ebene ein, auf dem sich das zentrale Bildelement befindet. Der Vorder- und Hintergrund wird dadurch unscharf dargestellt und lenkt nicht mehr vom zentralen Element ab.
Bei der Fachkamera kann mit der Scheimpflug-Einstellung der Schärfebreich auch von oben, unten, links nach rechts oder diagonal in das Motiv gelegt werden.
Die Camera Obscura erzeugt Bilder, deren Schärfe nicht von der Entfernung der abgebildeten Objekte abhängig ist. Von einer Schärfentiefe im eigentlichen Sinn kann also in diesem speziellen Fall nicht gesprochen werden.
Optik_Schaerfentiefe_Strahlengang_HF_01.png | Optik_Schaerfentiefe_Strahlengang_01.png Folgende Variablen werden benötigt:
Zuerst wird die hyperfokale Entfernung vom Linsenmittelpunkt aus in mm berechnet:
Anschließend können wir den Nahpunkt berechnen:
Ebenso können wir den Fernpunkt berechnen:
Der Schärfentiefebereich erstreckt sich vom Nahpunkt bis zum Fernpunkt :
Zum weiterlesen: Ein Blick auf die Schärfentiefe (PDF).
Alle optischen Abbildungen sind durch Beugung begrenzt, so dass ein einzelner Punkt niemals auf einen Punkt, sondern nur auf ein Beugungsscheibchen (oder Airyscheibchen) abgebildet werden kann. Die Trennschärfe zweier benachbarter Beugungsscheibchen definiert analog zum fotografischen Film einen maximal zulässigen Zerstreuungskreis. Nach dem Rayleigh-Kriterium muss die Intensität zwischen zwei benachbarten Bildpunkten um 20% abfallen, um als scharf zu gelten. Die Größe des Beugungsscheibchens ist abhängig von der Wellenlänge des Lichts. Man definiert die Rayleighsche Schärfentiefe als
Hierbei ist die Wellenlänge, n der Brechungsindex und u der Aperturwinkel des abbildenden Systems.
Die Rayleighsche Schärfentiefe ist bei beugungsbegrenzten optischen Systemen relevant, zum Beispiel in der Mikroskopie oder in der Fotolithografie.
Skarphedsdybde | Depth of field | Profundo de akre bildata spaco | Profundidad de campo | Profondeur de champ | Depth of field | Feld-profundeso | Profondità di campo | 被写界深度 | Scherptediepte | Dybdeskarphet | Głębia ostrości | Глубина резко изображаемого пространства | Skärpedjup | Netlik derinliği
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