Eine Rettungsweste ist eine Kleidungsstück, das eine Person im Wasser selbständig in die Rückenlage dreht und den Kopf über Wasser hält, um die Atemwege freizuhalten. Diese Eigenschaft gilt auch, wenn die Person bewusstlos ist, weshalb solche Westen auch als ohnmachtssicher bezeichnet werden. Im Unterschied dazu ist eine Schwimmhilfe nur ein Hilfsmittel, um den Kraftaufwand beim Schwimmen zu reduzieren, sofern die Person bei Bewusstsein ist. Als Oberbegriff für beides ist auch der Begriff Schwimmweste gebräuchlich.
Auf allen Schiffen und in Passagierflugzeugen ist es Pflicht, genügend Rettungswesten für alle Passagiere und Besatzungsmitglieder mitzuführen. Auf See ist es ein Gebot guter Seemannschaft, bei Schlechtwetter, Dunkelheit und bei der Ruder-/Ankerwache immer eine Rettungsweste zu tragen. Dies verhindert allerdings nicht das Überbordgehen (im Gegensatz zu einem Gurtgeschirr, auch Lifebelt oder harness genannt) und garantiert auch nicht, dass eine über Bord gefallene Person in einem Mann-über-Bord-Manöver wiedergefunden und an Bord genommen werden kann. Eine Schwimm- bzw. Rettungsweste dient nur dazu, die nötigen Schwimmbewegungen mit dem damit verbunden Kraftaufwand und Wärmeverlust zu reduzieren sowie ggf. ohnmächtige oder geschwächte Personen über Wasser zu halten. Dies verzögert den Zeitpunkt, an dem Entkräftung und Unterkühlung einsetzen und verlängert damit den Zeitraum, der für die Rettung zur Verfügung steht.
Es gibt verschiedene Kategorien von Schwimmhilfen und Rettungswesten, die durch europäische Normen definiert sind (siehe auch EN ISO 12402):
Schwimmhilfen sind fast immer mit irgendeiner Art von Schaumstoff ausgefüllt. Rettungswesten können mit festen (z. B. Kork oder Polystyrol) oder mit aufblasbaren Schwimmkörpern ausgestattet sein. Aufblasbare Rettungswesten sind oft mit einer Gasdruckpatrone versehen, die im Ernstfall entweder automatisch durch den Kontakt der Auslösevorrichtung mit Wasser oder manuell ausgelöst werden kann und die Rettungsweste innerhalb kürzester Zeit (maximal fünf Sekunden) aufbläst. Da solche Westen im unaufgeblasenen Zustand leichter sind und die Bewegungsfreiheit deutlich weniger einschränken als Feststoffwesten, werden sie erfahrungsgemäß auch eher angelegt. Nachteile von automatischen Rettungswesten sind die höhere Wartungsbedürftigkeit aufgrund der Auslösemechanik und der deutlich höhere Preis.
Viele aufblasbare Rettungswesten haben auch einen integrierten Lifebelt. Der Brustgurt mit D-Ring stellt allerdings nur eine Absicherung gegen den Sturz von Deck dar. Dieser ist nicht vergleichbar mit Absturzsicherungen, die z. B. im gewerblichen Bereich eingesetzt werden. Auch dient der Lifebelt nicht zum Abbergen (z. B. per Hubschrauber). Diese haben Ihr eigenes Bergegerät.
Rettungswesten sind immer in einer Signalfarbe gehalten, um die visuelle Wahrnehmung zu verbessern. Gute Rettungswesten sind mit einer Signalpfeife, Bergeschlaufe und Reflexstreifen auf dem Schwimm- bzw. Auftriebskörper versehen. Rettungswesten können mit einem Blitz-, Blink- oder Dauerlicht ausgestattet werden, das die eigene Position markiert und so die Rettung vereinfacht oder überhaupt erst ermöglicht. Einige moderne Schutzwesten senden automatisch ein GPS-Positionssignal. Ein Schrittgurt sorgt dafür, dass die Weste nach dem Aufblasen richtig sitzt. Auch eine Schutzhaube, die im aufgeblasenen Zustand über den Kopf und die gesamte Weste gezogen wird, ist sinnvoll, um die Gefahr des Ertrinkens durch starken Regen oder überspülende Wellen zu reduzieren.
Die Lebensdauer von Rettungswesten ist auf etwa 10–15 Jahre begrenzt, zusätzlich sollten sie (laut Herstellerempfehlung) mindestens alle zwei Jahre gewartet werden. Salzige, feuchte Umgebung, Schmutz sowie direkte Sonneneinstrahlung beschleunigen die Alterung des Materials und der Auslösemechanik. Bestimmte Einsatzgebiete (z. B. Baugewerbe, Feuerwehren, etc.) können die Lebensdauer verkürzen und eine häufigere Wartung erforderlich machen. Zum Teil gibt es für besondere Einsatzgebiete Rettungswesten mit speziellen Schutzhüllen, z. B. zum Schweißen, der Brandbekämpung etc.
Personal flotation device | Pelastusliivit | Gilet de sauvetage | Reddingsvest | Kamizelka ratunkowa | Flytväst
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Rettungsweste".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world