Amazonas-Schwimmende Insel.jpg Als schwimmende Insel bezeichnet man eine natürliche Insel, die nicht mit dem Grund des Gewässers / Meeresbodens verbunden ist, sondern an der Gewässeroberfläche treibt. Künstliche schwimmende Inseln werden auch als Ponton bezeichnet.
Schwimmende Inseln können mehrere hundert Meter lang werden. Ab und zu sind sie auf großen Strömen (wie dem Amazonas) oder auf einem See bzw. Binnensee zu finden. Im offenen Meer sind zur Zeit keine schwimmenden Inseln bekannt. Bei länger existierenden größerern schwimmenden Inseln kann auch Bewuchs vorkommen, bis hin zu kleinen Bäumen. Bewegt wird eine schwimmende Insel durch den Wind oder durch die Strömung.
Große Abbruchstücke der Eiskante in der Arktis / Antarktis können ebenfalls Inselausmaße erreichen.
In der Griechischen Mythologie war Delos ursprünglich eine schwimmende Insel. Auf Verlangen von Hera durfte Leto nicht auf dem Festland gebären und brachte ihre Kinder Apollon und Artemis deshalb auf Ortygia (später "Delos") zur Welt. Aus Dankbarkeit machte Zeus (der Vater der Kinder) die Insel zum (geographischen) Zentrum von Griechenland.
Die schwimmende Insel Aiolis war der Wohnort des griechischen Windgottes Aiolos. Sie soll vor Sizilien gelegen haben.
Als Uros werden die Menschen bezeichnet, die auf den künstlichen schwimmenden Inseln leben. Diese Inseln befinden sich in Peru auf dem Titicacasee und wurden aus Totora-Schilfgeflecht zusammengesetzt. Ursprünglich wurden die Inseln zu Zeiten geschaffen, in denen sich die Bewohner noch gegen ihre kriegerischen Nachbarn, den Inkas und Collas, schützen mussten. Die Einwohner sprechen noch immer die alten Sprachen Quechua und Aymara. Die schwimmenden Inseln sind mittlerweile zum Touristenziel geworden und man kann auf ihnen übernachten. [http://www.peru-explorer.com/PERU-EXPLORER.2002/images/uros_island.jpg
Die schwimmende Insel ist auf dem thüringischen Hautsee bei Bad Salzungen/Dönges. Vermutlich entstand sie durch Verlandungsprozesse und sie ist der Namensgeber des Sees. Wenn die Insel am Ufer ist, so sagen Abergläubische, soll es Krieg geben.
Im Schollener See bei Schollene nahe der Elbe in Sachsen-Anhalt. 1934 wurde eine solche Insel als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Im Kleinen Arbersee, einem See im Bayerischen Wald auf 918m Höhe, gibt es drei schwimmende Grasinseln. Durch Aufstauen des Sees in Folge von Holztrift haben sich diese Inseln als Pflanzendecken vom Ufer gelöst. Auf den 1,5m bis 3,5m dicken Inseln haben sich Moorpflanzen und kleine Bäume angesiedelt. 1959 wurde der See mit den Inseln als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
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