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Dead sea newspaper.jpg muss ein menschlicher Körper nur wenig eintauchen, um zu schwimmen.]] Schwimmen bezeichnet das Nicht-Untergehen eines Körpers und die Fortbewegung in einer Flüssigkeit.

Schwimmen als physikalischer Effekt


Ein Körper schwimmt, das heißt er verbleibt auf der Oberfläche einer Flüssigkeit. Hierzu muss er soviel von ihrer Masse verdrängt haben, wie er selbst wiegt. Anders ausgedrückt kann die von der Schwerkraft angezogene Körpermasse an diesem Punkt nicht genug Kraft ausüben, um noch mehr von der Flüssigkeit zu verdrängen. Physikalisch wird dies detaillierter erklärt in "Auftrieb" und "Archimedisches Prinzip".

Körper, die als hinreichend große Hohlform ausgeführt sind, können trotz größeren spezifischen Gewichts soviel Flüssigkeit verdrängen, dass sie im schwimmenden Zustand verbleiben (solange die Flüssigkeit nicht in den Hohlraum eindringt). Aus diesem Grund können Schiffe und Pontons aus dem weit schwereren Stahl und Beton auf dem Wasser schwimmen.

Schwimmen als Fortbewegungsart


Schwimmen als die Fortbewegung von Lebewesen im Wasser erfolgt durch gezielte Bewegung des ganzen Körpers oder seiner Gliedmaßen. Schlangen und Delfine können sich durch wellenförmige Körperbewegungen durchs Wasser bewegen, Fische erzeugen ihren horizontalen Vortrieb durch Wedelbewegungen mit der Schwanzflosse, Kopffüßer nutzen das Rückstoßprinzip zum Vortrieb. Der Mensch bewegt seine Gliedmaßen in einer Weise, die ihn im Wasser in die gewünschte Richtung trägt. Durch häufige Ausübung haben sich besonders effiziente Arten von Schwimmbewegungen herausgebildet, die vor allem im Schwimmsport als „Schwimmstile“ bekanntgeworden sind. Die Fortbewegung im Wasser beinhaltet nicht unbedingt den Verbleib auf deren Oberfläche, wie am Beispiel von Fischen ersichtlich ist, erfordert aber in jedem Fall, dass die Bedingung des Gewichtsausgleichs zumindest annähernd erfüllt ist. Ein geringfügiger Trend zum Absinken bzw. Untergehen kann dadurch ausgeglichen werden, dass die Schwimmbewegungen nicht nur horizontal sondern auch gegen das Absinken schräg nach „oben“ gerichtet werden. Im Extremfall kann ein Lebewesen mit sehr schnellen Beinbewegungen auch „auf dem Wasser wandeln“ wie das Beispiel der Jesus-Christus-Echse zeigt.

Schwimmen ist für den Menschen eine beliebte Freizeitbeschäftigung in natürlichen Gewässern wie Meeren, Seen und Flüssen sowie auch speziell dafür gebauten Schwimmbädern und Swimmingpools. Für einige Menschen gehört das Schwimmen zur beruflichen Tätigkeit wie etwa für Rettungsschwimmer, Kampfschwimmer und Taucher.

Schwimmtechnik des Menschen


Da der menschliche Körper zu etwa 70 Prozent aus Wasser besteht und zudem auch mit der Lunge einen luftgefüllten Hohlraum hat, besitzt er etwa das gleiche Gewicht wie das von ihm verdrängte Wasser. Der Rumpf mit seinem höherem Fett- und relativ geringen Muskelanteil, sowie der luftgefüllten Lunge, neigt zum eigenständigen Schwimmen, während die Beine und der Kopf mit ihren hohen Muskel- und Knochenanteilen eher zum Absinken neigen. Das Problem für den Menschen beim Schwimmen ist daher weniger der Verbleib an der Oberfläche als die überlebenswichtige Freihaltung der Atemwege während des Aufenthalts im Wasser.

Im einfachsten Fall genügt ein unkoordiniertes Strampeln mit den Beinen zusammen mit Paddelbewegungen der Arme oder "Wassertreten" (auch "Hundepaddeln"), um den Kopf über Wasser zu halten und mehr oder weniger vorwärts zu kommen. Bestimmte Bewegungen erwiesen sich jedoch als effektiver und weniger kraftraubend, so dass sich mit der Zeit mehrere besondere „Schwimmstile“ des Menschen herausbildeten, die in mehr oder weniger zahlreichen individuellen Abwandlungen benutzt werden.

Die einfachste Art ist das Brustschwimmen, das mit dem brustseitig flach im Wasser liegenden Körper und dem hochgehaltenen Kopf in der „Alltagsausführung“ die ständige freie Atmung ermöglicht. Arme und Beine bewegen sich dabei paarweise im Gleichtakt, wobei die zunächst nach vorn gestreckten Arme eine rückwärts ziehende Bewegung und die Beine eine zusammenschlagende Grätschbewegung machen. Der Armzug erfolgt, während die Beine angewinkelt zum Rumpf geführt werden und der Grätschschlag erfolgt, während die Arme wieder unter der Brust nach vorn gestreckt werden. Hauptantrieb ist hier der Beinschlag. Trotz der abwechselnden Vortriebsbewegung von Bein- und Armpaaren zeigt der„Bruststil“ eine ständig wiederkehrende Abbremsung und Beschleunigung der Vorwärtsbewegung aus, welche diesen Schwimmstil vergleichsweise uneffektiv sein lässt. Geübte Schwimmer nehmen dabei auch den Kopf unter Wasser, was den Stil für den Rücken angenehmer, gesünder und außerdem schneller macht. Der Kopf wird, während die Hände unter der Brust zusammentreffen und nach vorne gestreckt werden, zum Einatmen aus dem Wasser und beim Rückzug der Arme wieder unter Wasser genommen. Der Rücken wird in soweit geschont, als dass der Oberkörper gerade aus dem Wasser gedrückt wird, wenn die Hände sich unter der Brust treffen.

Der erheblich effektivere Kraulstil, auch unter "Freistil" bekannt, entstand zuerst bei den wasserverbundenen Insulanern der Südsee. Statt des paarweisen Armzugs erfolgt ebenfalls bei Brustlage ein wechselseitiger Armzug, der den größten Anteil an der Antriebserzeugung hat. Zudem werden die Arme nicht unter, sondern kraftsparend über Wasser wieder nach vorn zur neuerlichen Zugbewegung geführt. Zur Stabilisierung der horizontalen Wasserlage kommen wechselseitige Paddelschläge der gestreckten Beine hinzu. Das Überwasserhalten des Kopfes ist beim Kraulen sehr ungesund und passt nicht in den Gesamtablauf des Stils. Das Überwasserhalten des Kopfes ist dabei anstrengend und hinderlich. Geübte Schwimmer lassen u.a. deshalb das Gesicht während des Schwimmens im Wasser, wobei nur zur Einatmung beim Abschluss eines Armzuges Mund und Nase seitlich aus dem Wasser gedreht werden. Auf langen Strecken ist „Kraulen“ der ökonomischste und schnellste Schwimmstil des Menschen.

Beim Rückenschwimmen mit rückenseitiger Flachlage im Wasser bleibt das Gesicht ohne besondere Anstrengung ständig oberhalb des Wasserspiegels. Die Arme werden dabei entweder paarweise oder wechselweise über den Kopf und über Wasser nach vorn geführt und vollführen eine Zugbewegung bis auf Hüfthöhe unter Wasser. Bei paarigem Armzug erfolgt ein Grätsch-Beinschlag wie beim Brustschwimmen („Altdeutsch Rücken“), bei wechselweisem Armzug ein Paddelbeinschlag wie beim Kraulschwimmen. Das Rückenschwimmen mit paarigem Armzug wird auch "Rücken Gleichschlag" genannt.

Für das rein sportliche Schwimmen sind diese "Basis-Schwimmarten" erheblich weiter verfeinert und variiert worden. Eine rein sportlich geprägte Schwimmart ist der Schmetterlingsstil, zeitweilig auch Delfinstil genannt. Er ähnelt in seiner Anfangsvariante mit einem Grätschbeinschlag dem Bruststil, jedoch wird der Oberkörper so weit aus dem Wasser gehoben, dass die Arme nach einem Zug über der Wasserfläche schnell und ohne Bremswirkung nach vorn zum neuerlichen Zug geführt werden. In der modernen Ausführung werden die Beine gestreckt und geschlossen gehalten und vollführen zusammen mit dem Rumpf eine vertikale Schlängelbewegung wie sie bei Delfinen zu beobachten ist. Es ist nach Freistil der zweitschnellste Schwimmstil des Menschen, jedoch so kraftraubend, dass er nur über relativ kurze Strecken durchgehalten wird.

Der ökonomischste Schwimmstil beim Menschen ist das Schnorcheln ohne weitere Bewegungen mit Blick nach Unterwasser. Der Körper und der schwere Kopf liegen dabei stabil im Wasser, unmittelbar unter der Oberfläche und werden durch den leichteren Brustkorb in dieser Lage gehalten. Minimale Veränderungen im Auftrieb kommen durch den veränderlichen Füllstand der Lungen beim Atmen. Durch die Schnorcheltechnik gibt es keine schweren Körperteile über Wasser und der Schnorchler muss nur sehr wenig Energie für den Auftrieb verwenden. Schnorchler können deshalb sehr kräftesparend und lange an der Oberfläche schwimmen. Wird das Schnorcheln mit Fortbewegung verbunden, ist es sehr langsam, weil die Reibung im Wasser maximal ist. Ebenfalls sehr ökonomisch ist die Rückenlage, bei der aber das Gesicht und ein Teil des Kopfes durch Schwimbewegungen aktiv über Wasser gehalten werden muß.

Schwimmen und Gesundheit


Babyschwimmen.jpg Schwimmen wird zu den gesündesten Freizeitbetätigungen gezählt und gilt auch als Sportart mit geringem Verletzungsrisiko. Durch den Auftrieb im Wasser wird der Körper unterstützt und die Belastung für die Gelenke und Knochen deutlich verringert. Dies lässt Bewegungen zu, die bei Betätigungen außerhalb des Wassers wegen der Belastungen und der Gleichgewichtshaltung unterlassen werden. Das Herz wird bei mäßiger Bewegung entlastet, da der Wasserdruck den venösen Rückstrom erleichtert. Darüber hinaus wirkt die Wassertemperatur anregend auf den Kreislauf.

Beim Schwimmen werden fast alle Muskeln beansprucht, wobei die Arme und der Oberkörper stärker trainiert werden. Allerdings hängt die Verteilung auch vom jeweiligen Schwimmstil ab. Schwimmen ist eine aerobe Tätigkeit, bei der die Muskeln konstant mit Sauerstoff versorgt werden. Schwimmen ist für Menschen in jedem Lebensalter geeignet. Für kleine Kinder gibt es spezielle Angebote, bei denen sie das Schwimmen lernen können, das so genannte Babyschwimmen.

Geschichte des Schwimmens


Le Supreme Bon Ton 15 Les Nageurs.jpg | Schwimmen_lernen.jpg - Vorübung auf dem Lande]] Das Schwimmen ist seit prähistorischen Zeiten bekannt. Ältestes Zeugnis des Schwimmens ist ein Siegelzylinder aus Ton, der aus dem 9. bis 4. Jahrtausend v. Chr. stammt und in der Höhle der Schwimmer nahe von Wadi Sora in Ägypten gefunden wurde. Aus griechischer und römischer Zeit sind Schwimmlehrer und Hilfsmittel wie Binsengürtel, luftgefüllte Schläuche oder Korkschwimmgürtel erwähnt. Um 310 v. Chr. wird von einer römischen Militärschwimmschule berichtet. Die Römer schwammen im Tiber oder in Fischteichen (Piscinae). In der Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 476 n. Chr.) entstanden größere Schwimmbecken (natationes) innerhalb der Thermen.

Schriftliche Zeugnisse reichen bis 2000 v. Chr. zurück. Dazu gehören Gilgamesch, die Ilias und die Odyssee, Beowulf sowie die Bibel (Ezechiel 47:5, Apostelgeschichte 27:42, Jesaja 25:11).

1538 erschien das erste bekannte Schwimmlehrbuch von Nikolaus Wynmann mit dem Titel Der Schwimmer oder ein Zwiegespräch über die Schwimmkunst.

Johann Christoph Friedrich Guts Muths (* 1759; † 1839) begründete in seinem 1798 erschienenen "Kleinen Lehrbuch der Schwimmkunst zum Selbstunterricht" eine systematische Schwimmausbildung. Unter anderem empfiehlt er eine allmähliche Gewöhnung an das Wasser, Trockenübungen an Land sowie Übungen mit dem Schwimmgürtel im Wasser.

In der Folgezeit wurden zunächst die Trockenübungen an Land ausgebaut, ab 1810 fand der Schwimmunterricht als Massenunterricht, zunächst in Militärschwimmschulen, statt. Erst um 1925 gelang die Loslösung von der mechanistischen Sicht des Schwimmenlernens durch Kurt Wiessner. Dieser räumte der Wassergewöhnung wieder einen höheren Stellenwert ein und war ein Verfechter des gerätelosen Schwimmunterrichts. Statt mit Zählkommandos ließ er die Schüler die Bewegungsabläufe schwungvoll und von Anfang an im Wasser ausführen. Er gilt damit als Wegbereiter der modernen Schwimmausbildung.

Begriffliche Ableitungen


Die Tatsache, dass man beim Schwimmen keinen Bodenkontakt hat, zeigt sich auch in der sprachlichen Verwendung. Das Wort wird benutzt, um ein Gefühl der Unsicherheit (z.B. beim Vortrag ins Schwimmen kommen) oder einen diffusen Eindruck (verschwimmen, z.B. die Buchstaben schwammen vor den Augen) zu beschreiben. Außerdem kann man im übertragenen Sinn in etwas anderem als Wasser schwimmen, z.B. im Geld, wenn man es im Überfluss besitzt.

Schwimmen ist auch der Name eines Kartenspiels, siehe Schwimmen (Kartenspiel)

Siehe auch


Literatur


  • John von Düffel, Schwimmen - eine Kulturgeschichte, Piper, München 2003 ISBN 3-492239714
  • Gisela Hahn, Schwimnmen, BLV Buchverlag GmbH & Co, 2004, ISBN 3-405166845

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