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Schwertner
 

Das Schwert (von ahd.: swerd) ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader zweischneidiger Klinge, Griff und je nach Epoche Parierstange und Knauf.

Abgrenzung zu anderen Blankwaffen


Dolche sind wie die Schwerter gerade und zweischneidig, aber nicht zum Hauen geeignet. Für gewöhnlich sieht man zweischneidige Waffen bis 40cm Klingenlänge als Dolche an, längere als Schwerter. Säbel sind einschneidig und gebogen. Echte Krummschwerter (also mit zwei Schneiden) sind selten. Die japanischen Katana sind einschneidig und gebogen, also im Prinzip Säbel, können aber auch nicht eindeutig als solche bezeichnet werden, da sie einige Merkmale aufweisen, die von der klassischen Definition eines Säbels abweichen. Katana bilden demnach eine eigene Klasse. Einschneidige gerade Blankwaffen, die nicht zum Hauen taugen, sind Messer; taugen sie zum Schlagen, sind es Pallasche.

Ob Schwerter oder Säbel weiter verbreitet sind, hängt von der Qualität der Rüstungen ab. Der Hieb eines langen geraden Schwerts wirkt zermalmend und spaltend, aber er schneidet nicht; er ist gegen Schwergerüstete wirksam. Ein Säbelhieb kann eine schwere Rüstung nicht durchdringen, aber gegen Leicht- oder Ungerüstete wirkt er durch seine zusätzliche Schneidwirkung stärker als ein Schwertschlag.

Konstruktion


Schwert Grafik 1.jpgSchwert Grafik 2.jpg Das Konstruktionsprinzip hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum gewandelt. Es wird mit Hilfe der nebenstehenden Zeichnungen erörtert:

  • 1. Der Knauf dient als Abschluss des Schwertes, er hält Griff und Klinge zusammen und besteht meistens aus Stahl oder Messing. Die Klinge wird entweder mit dem Knauf verlötet, verschmiedet oder vernietet. Die Klinge geht durch den Knauf, oder endet an dessen Ende. Zudem bildet der Knauf ein Gegengewicht zur Klinge.
  • 2. Das Heft soll von ausgezeichneter Haptik sein, und sich gut führen lassen. Er besteht aus einem Heftholz, welches um die Angel gelegt wird, und einer Wicklung oder einem Geflecht aus Leder oder Stoff. Auch Metalldrähte wurden für Wicklungen verwendet.
  • 3. Die Parierstange soll Schläge des Gegners abfangen. Messing ist leichter zu schmieden, aber auch weitaus weniger haltbar, es wurde bei hochqualitativen Stücken im Bereich der Parierstange nicht verwendet.
  • 4. Die Klinge besteht aus geschmiedetem Stahl, in dieser Abbildung handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert.
  • 5. Die Schwertscheide soll die Klinge schützen, sie besteht aus Holz und / oder Leder. Die Schwertscheide hat meistens diverse Tragebügel oder Schlaufen, um sie zu befestigen. Zudem schließen oft Metallhülsen, genannt Ortband, die Schwertscheide unten und oben ab, und schützen so die Ecken.
  • 6. Das Scheidenmundblech soll das Leder vor der Schneide des Schwertes schützen und das Eingleiten der Klinge erleichtern.
  • 7. Lötstellen am Knauf sind nichts Ungewöhnliches, die Klinge soll besonders gut im Knauf gehalten werden.
  • 8. Das Griffholz soll die Klinge vor Nässe schützen, und die Griffwicklung halten. Es besteht aus einem Hartholz. Ein Holzzylinder wird dabei durchbohrt, und auf die Angel gesteckt. Manchmal wird das Griffholz auch halbiert. Die Hälften werden dann entweder durch die Wicklung selbst oder durch Vernietung gehalten.
  • 9. Die Heftwicklung sorgt für die Handlichkeit und für den Komfort beim Führen der Klinge, sie besteht aus Leder, Stoff oder Metall.
  • 10. Lötstellen an der Parierstange sind selten. Das Verlöten an der Parierstange ist möglich, aber nicht empfohlen, da die Schwingungen nicht abgefedert werden können. Daraus resultieren möglicherweise Klingenbrüche am Anfang der Parierstange.
  • 11. Die Angel bildet den Teil der Klinge, der durch die Parierstange und den Griff in den Knauf führt. Sie ist der dünnste Teil der Klinge und wird mit dem Knauf befestigt.
  • 12. Der Mittelgrat einer Klinge muss nicht immer vorhanden sein z. B. wenn das Profil der Klinge sechseckig ist
  • 13. Die Fehlschärfe ist ein Bereich, wo die Klinge nicht geschliffen wurde. Sie befindet sich am Anfang der Klinge kurz vor der Parierstange. In diesem Bereich wäre es nicht sinnvoll die Klinge zu schärfen, da dieser Bereich ohnehin keine Angriffsfläche ist und auch die Stabilität insbesondere bei Paraden in diesem Bereich besonders wichtig ist.
  • 14. Die Hohlkehle, fälschlicherweise auch Blutrinne genannt, erscheint ab dem Mittelalter (antike Schwerter haben sie nicht) und dient der Gewichtsreduzierung und Stabilisierung der Klinge, ist aber keine Abflussrille für das Blut des Gegners. Die Hohlkehle wird beidseitig geschliffen und durchbricht die Klinge in der Regel nicht. Lediglich bei Zierwaffen konnte es vorkommen, dass der Schmied kunstvolle Durchbrüche gestaltete. Oft wurden auch Sprüche oder Namen in die Hohlkehle gearbeitet.
  • 15. Die Schneide ist in den unterschiedlichen Epochen unterschiedlich scharf gewesen, da sich die Bedrohung regelmäßig von leichten Rüstungen bis hin zu schweren Panzern änderte, vor allem zum Ende des Mittelalters hin waren die Klingen relativ stumpf, um gegen die schweren Rüstungen anzukommen. Die Schärfe der Klinge nahm zur Spitze hin zu.
  • 16. Die Klingenspitze ist durch die dünn auslaufende Form besonders bruchgefährdet, sowohl bei Stößen als auch bei Hieben.

Geschichte


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Antike

Schwerter sind in den meisten antiken und mittelalterlichen Kulturen zu finden, sowohl im abendländischen als auch im orientalischen und ostasiatischen Kulturraum. Erste Schwertfunde existieren bereits aus der frühen Bronzezeit, wie Funde beispielsweise aus Griechenland (Mykene, Sparta) und Nordeuropa sowie viele antike Abbildungen belegen. Durch den Kulturkontakt gelangten die frühen Schwertformen des südosteuropäischen Raumes über das Karptanbecken bis nach Mitteleuropa. Gebrauchsspuren und Reparaturstellen zeugen von ihrem Einsatz und ihrem Wert für den Besitzer. Form, Gebrauchsspuren und die Vergesellschaftungen mit Dolchen weisen ebenso auf differenzierte Kampfesweisen hin wie die Klingenformen. Wesentliche Bedeutung als Waffe erhielt das Schwert erst mit dem Beginn der Eisenzeit, da Eisen und insbesondere Stahl eine wesentlich größere Härte als Bronze aufweisen. Erste Funde eiserner Schwerter finden sich zur Hallstattzeit, sowohl in Nord- als auch in Südeuropa. Obgleich auch zu Beginn der Eisenzeit die Hauptwaffe der Soldaten (beispielsweise griechische Hopliten und römische Legionäre) weiterhin die Lanze war, erlangte das Schwert insbesondere in der römischen Armee in der Form des Kurzschwertes (Gladius) Bedeutung. Dieses wurde später von der längeren Spatha - ursprünglich ein Kavallerieschwert, später auch bei der Infanterie eingesetzt - abgelöst. Dieses wurde bestimmend für die Konstruktion von Schwertern in weiten Teilen Europas.

Völkerwanderungszeit und Mittelalter

Auch bei den germanischen Stämmen der Völkerwanderung hatte das Schwert, neben dem Sax eine herausragende Bedeutung als Waffe und behielt diese auch im Verlaufe des Mittelalters. Die Bedeutung des Schwertes in den Gesellschaften der Völkerwanderungszeit wird besonders deutlich in der herausragenden Stellung, die Schwerter in den meisten mythologischen Erzählungen des frühen und hohen Mittelalters spielen. So findet sich beispielsweise in der Artussage das Schwert Excalibur, im Nibelungenlied Siegfrieds Schwert Balmung.

Die gesellschaftliche Bedeutung spiegelt sich auch darin wieder, dass Schwerter in vielen feudalen Zeremonien eine wesentliche Rolle spielen (Krönung, Schwertleite). Praktisch jedes europäische Krönungsornat enthält ein Schwert, so beispielsweise das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches, die Reichsschwerter in England und Schottland etc.

Gläubige des Christentums ließen häufig ihre Schwerter durch Priester/Pastoren segnen. Viele Schwertträger gaben ihren Schwertern Namen.

Neuzeit

Mit dem Aufkommen zunehmend schwererer Rüstungen mussten auch die Waffen angepasst werden, um die Panzerung zu durchbrechen. Aus den ursprünglich verhältnismäßig kurzen Schwertern (etwa 0,8-1 m) entwickelten sich zunächst Langschwerter (etwa 1,1-1,3 m) - in neuerer Zeit auch Anderthalbhänder oder Bastardschwerter genannt. Die Wucht eines solchen Langschwertes oder Anderthalbhänders konnte, auch ohne die Panzerung zu durchbrechen, immense innere Verletzungen hervorrufen.

Der Zweihänder, der auf Abbildungen aus der Landsknechtszeit häufiger zu sehen ist, wurden hauptsächlich zum Aufbrechen enger Pikenformationen benutzt, nicht zum engen Nahkampf oder zum Zweikampf. Hier setzte sich der Katzbalger durch, der ein kurzes Handgemengeschwert war, bzw. im zivilen Bereich das Rapier.

Aufgrund der Tatsache, dass nicht zuletzt häufig Prunkwaffen überlebt haben, da sie keinem Verschleiß ausgesetzt waren, existieren häufig falsche Vorstellungen über Gewicht und Balance historischer Schwerter. Paradewaffen, die hauptsächlich geschultert getragen bei Umzügen vorgeführt wurden, erreichten nicht selten Gewichte, die für den Kampf absolut nicht praktikabel waren (vier Kilogramm und mehr). Eine tatsächliche Gebrauchswaffe musste aber - besonders, wenn sie für militärischen Gebrauch gedacht war - auch über längere Zeit zu führen sein.

Siehe auch


Weblinks


Schwert

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