Das Schwert (von ahd.: swerd) ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader zweischneidiger Klinge, Griff und je nach Epoche Parierstange und Knauf.
Dolche sind wie die Schwerter gerade und zweischneidig, aber nicht zum Hauen geeignet. Für gewöhnlich sieht man zweischneidige Waffen bis 40cm Klingenlänge als Dolche an, längere als Schwerter. Säbel sind einschneidig und gebogen. Echte Krummschwerter (also mit zwei Schneiden) sind selten. Die japanischen Katana sind einschneidig und gebogen, also im Prinzip Säbel, können aber auch nicht eindeutig als solche bezeichnet werden, da sie einige Merkmale aufweisen, die von der klassischen Definition eines Säbels abweichen. Katana bilden demnach eine eigene Klasse. Einschneidige gerade Blankwaffen, die nicht zum Hauen taugen, sind Messer; taugen sie zum Schlagen, sind es Pallasche.
Ob Schwerter oder Säbel weiter verbreitet sind, hängt von der Qualität der Rüstungen ab. Der Hieb eines langen geraden Schwerts wirkt zermalmend und spaltend, aber er schneidet nicht; er ist gegen Schwergerüstete wirksam. Ein Säbelhieb kann eine schwere Rüstung nicht durchdringen, aber gegen Leicht- oder Ungerüstete wirkt er durch seine zusätzliche Schneidwirkung stärker als ein Schwertschlag.
Schwert Grafik 1.jpgSchwert Grafik 2.jpg Das Konstruktionsprinzip hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum gewandelt. Es wird mit Hilfe der nebenstehenden Zeichnungen erörtert:
Schwerter sind in den meisten antiken und mittelalterlichen Kulturen zu finden, sowohl im abendländischen als auch im orientalischen und ostasiatischen Kulturraum. Erste Schwertfunde existieren bereits aus der frühen Bronzezeit, wie Funde beispielsweise aus Griechenland (Mykene, Sparta) und Nordeuropa sowie viele antike Abbildungen belegen. Durch den Kulturkontakt gelangten die frühen Schwertformen des südosteuropäischen Raumes über das Karptanbecken bis nach Mitteleuropa. Gebrauchsspuren und Reparaturstellen zeugen von ihrem Einsatz und ihrem Wert für den Besitzer. Form, Gebrauchsspuren und die Vergesellschaftungen mit Dolchen weisen ebenso auf differenzierte Kampfesweisen hin wie die Klingenformen. Wesentliche Bedeutung als Waffe erhielt das Schwert erst mit dem Beginn der Eisenzeit, da Eisen und insbesondere Stahl eine wesentlich größere Härte als Bronze aufweisen. Erste Funde eiserner Schwerter finden sich zur Hallstattzeit, sowohl in Nord- als auch in Südeuropa. Obgleich auch zu Beginn der Eisenzeit die Hauptwaffe der Soldaten (beispielsweise griechische Hopliten und römische Legionäre) weiterhin die Lanze war, erlangte das Schwert insbesondere in der römischen Armee in der Form des Kurzschwertes (Gladius) Bedeutung. Dieses wurde später von der längeren Spatha - ursprünglich ein Kavallerieschwert, später auch bei der Infanterie eingesetzt - abgelöst. Dieses wurde bestimmend für die Konstruktion von Schwertern in weiten Teilen Europas.
Auch bei den germanischen Stämmen der Völkerwanderung hatte das Schwert, neben dem Sax eine herausragende Bedeutung als Waffe und behielt diese auch im Verlaufe des Mittelalters. Die Bedeutung des Schwertes in den Gesellschaften der Völkerwanderungszeit wird besonders deutlich in der herausragenden Stellung, die Schwerter in den meisten mythologischen Erzählungen des frühen und hohen Mittelalters spielen. So findet sich beispielsweise in der Artussage das Schwert Excalibur, im Nibelungenlied Siegfrieds Schwert Balmung.
Die gesellschaftliche Bedeutung spiegelt sich auch darin wieder, dass Schwerter in vielen feudalen Zeremonien eine wesentliche Rolle spielen (Krönung, Schwertleite). Praktisch jedes europäische Krönungsornat enthält ein Schwert, so beispielsweise das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches, die Reichsschwerter in England und Schottland etc.
Gläubige des Christentums ließen häufig ihre Schwerter durch Priester/Pastoren segnen. Viele Schwertträger gaben ihren Schwertern Namen.
Mit dem Aufkommen zunehmend schwererer Rüstungen mussten auch die Waffen angepasst werden, um die Panzerung zu durchbrechen. Aus den ursprünglich verhältnismäßig kurzen Schwertern (etwa 0,8-1 m) entwickelten sich zunächst Langschwerter (etwa 1,1-1,3 m) - in neuerer Zeit auch Anderthalbhänder oder Bastardschwerter genannt. Die Wucht eines solchen Langschwertes oder Anderthalbhänders konnte, auch ohne die Panzerung zu durchbrechen, immense innere Verletzungen hervorrufen.
Der Zweihänder, der auf Abbildungen aus der Landsknechtszeit häufiger zu sehen ist, wurden hauptsächlich zum Aufbrechen enger Pikenformationen benutzt, nicht zum engen Nahkampf oder zum Zweikampf. Hier setzte sich der Katzbalger durch, der ein kurzes Handgemengeschwert war, bzw. im zivilen Bereich das Rapier.
Aufgrund der Tatsache, dass nicht zuletzt häufig Prunkwaffen überlebt haben, da sie keinem Verschleiß ausgesetzt waren, existieren häufig falsche Vorstellungen über Gewicht und Balance historischer Schwerter. Paradewaffen, die hauptsächlich geschultert getragen bei Umzügen vorgeführt wurden, erreichten nicht selten Gewichte, die für den Kampf absolut nicht praktikabel waren (vier Kilogramm und mehr). Eine tatsächliche Gebrauchswaffe musste aber - besonders, wenn sie für militärischen Gebrauch gedacht war - auch über längere Zeit zu führen sein.
سيف | Меч | Espasa | Meč | Sværd | Sword | Glavo | Espada | Ezpata | Miekka | Épée | חרב | Pedang | Spada (arma) | 剣 | Gladius | Kardas | Zwaard (wapen) | Sverd | Sverd | Miecz | Espada | Меч | Mač | Sword | Meč | Meč | Svärd | Kılıç | Kiếm | 剑