Schwerin ist eine Stadt im Norden Deutschlands. Sie ist die kleinste deutsche Landeshauptstadt und nach Rostock zweitgrößte Stadt sowie eines der vier Oberzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Nächste größere Städte sind Lübeck, ca. 54 km nordwestlich, Rostock, ca. 69 km nordöstlich und Hamburg, ca. 94 km westlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Schwerin überschritt 1972 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder unter diese Grenze gesunken.
Geographie
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Schwerin liegt im Westen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern in der mecklenburgischen Seenplatte, am Südwestufer des Schweriner Sees in einer wunderschönen, waldreichen Seenlandschaft. Neben dem Schweriner See befinden sich im Stadtgebiet folgende Seen: Heidensee, Ziegelsee, Medeweger See, Lankower See, Ostorfer See, Fauler See, Neumühler See, Burgsee, Pfaffenteich, Grimkesee, Kleine und Große Karausche.
Schwerin wird von seinen Einwohnern gerne als die „Stadt der sieben Seen und Wälder“ bezeichnet. Diese etwas irreführende Bezeichnung geht auf eine Zeit zurück, als Schwerin noch nicht seine heutige geografische Ausdehnung hatte. Damals war die Stadt aufgrund ihrer geringeren Größe tatsächlich nur von sieben Seen und zahlreichen weitläufigen Wäldern umgeben, die nach und nach im Zuge der städtebaulichen Entwicklung weichen mussten. Trotzdem sind bis heute zahlreiche Restbestände dieser Wälder vor allem an den Ufern der Seen erhalten geblieben und tragen somit über das gesamte Stadtgebiet verteilt zum besonderen Charakter der Stadt bei.
Nachbargemeinden
Folgende
Gemeinden, benannt nach dem
Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten am Ostufer des Schweriner Sees, grenzen an die Stadt Schwerin:
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Schwerins ist gemäß § 2 der
Hauptsatzung in 18 Ortsteile mit je einem
Ortsbeirat eingeteilt. Die Ortsteile bestehen aus ein oder mehreren Stadtteilen. Die Ortsbeiräte haben je nach Einwohnerzahl zwischen 5 und 15 Mitglieder. Sie werden nach jeder
Kommunalwahl von der neu gewählten Stadtvertretung für die Dauer der Wahlperiode der Stadtvertretung bestimmt. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme triff jedoch die Stadtvertretung der Gesamtstadt Schwerin.
Die 18 Ortsteile mit ihren zugehörigen Stadtteilen:
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| - Ortsteil 1: Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder
- Ortsteil 2: Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg
- Ortsteil 3: Großer Dreesch (ehem. Dreesch I)
- Ortsteil 4: Neu Zippendorf (ehem. Dreesch II)
- Ortsteil 5: Mueßer Holz (ehem. Dreesch III)
- Ortsteil 6: Haselholz, Ostorf
- Ortsteil 7: Lankow
- Ortsteil 8: Weststadt
- Ortsteil 9: Krebsförden
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- Ortsteil 10: Wüstmark, Göhrener Tannen
- Ortsteil 11: Görries
- Ortsteil 12: Friedrichsthal
- Ortsteil 13: Neumühle, Sacktannen
- Ortsteil 14: Warnitz
- Ortsteil 15: Wickendorf
- Ortsteil 16: Medewege
- Ortsteil 17: Zippendorf
- Ortsteil 18: Mueß
Geschichte
Schwerin1700.jpg
Die Stadt ist um 1012/18 als
Zuarina das erste Mal und 1170 als
Zuerin, Zwerin (von
polabisch zvěŕ, wildes Tier + Suffix (-in) bzw.
zvěŕin Wildgehege, Tiergarten,
Pferdegestüt) belegt. Möglicherweise geht der Ortsname aber auch auf den slawischen Gott
Svarog (
Swarzyn - Ort des Svarog) zurück. Die deutsche Gründung erfolgte 1160 durch den
Welfenherzog
Heinrich den Löwen. 1167 wurde sie Sitz einer Grafschaft unter dem Grafen
Gunzelin, die 1358 nach dem Aussterben der Familie Gunzelins an das
Herzogtum Mecklenburgüberging. Seit dem 15. Jahrhundert war Schwerin
Residenzstadt des Herzogtums
Mecklenburg-Schwerin, das bis 1918 bestand. Zwischen 1763 und 1837 war jedoch
Ludwigslust Residenzstadt. Schwerin wurde auch bald Sitz eines Amtes, aus dem 1935 der Landkreis Schwerin hervorging, der bei der jüngsten Kreisreform 1994 aufgelöst wurde. Sie selbst wurde eine kreisfreie Stadt. Nach 1918 war Schwerin Hauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Schwerin und nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Sitz des Landes Mecklenburg, zu dem seinerzeit bereits der westliche Teil Pommerns gehörte. Nach Auflösung der Länder in der
DDR 1952 wurde Schwerin Bezirkshauptstadt des
Bezirks Schwerin und 1990 wurde Schwerin erneut
Landeshauptstadt des nunmehr
Mecklenburg-Vorpommern genannten
Bundeslandes.
Eingemeindungen
Schwerin bestand ursprünglich nur aus der sogenannten Altstadt. Doch konnte die Stadt bereits ab 1282 einige umliegende Dörfer hinzugewinnen (etwa Zippendorf, Göhren oder Ostorf), die jedoch später wieder als eigenständige Gemeinden geführt wurden. Ab 1705 entstand durch Dekret des Herzogs von Mecklenburg infolge des Ausbaus der sog.
Schelfe eine Siedlung, die sich zu einer eigenen Stadt (
Neustadt) mit der St. Nikolai-Kirche (auch Schelfkirche genannt) und dem Schelfmarkt entwickelte. Im Jahr 1832 wurde diese mit der Altstadt Schwerin vereinigt. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dehnte sich die Stadt weiter aus. Es entstanden die
Paulsstadt in Richtung Westen und die
Feldstadt in Richtung Süden. Ab 1891 wurden dann in mehreren Schritten benachbarte Dörfer eingegliedert, bis die Stadt 1970 ihre heutige Ausdehnung erreichte.
Im Einzelnen wurden folgende Orte eingegliedert:
- am 1. Oktober 1891: Erbpacht gehört Neumühle und Gemeinde Wittenförden
- 1908: Oberer Hofküchengarten
- 1912: Villenkolonie Ostorf mit Ostorfer Hals, Tannenhof und Kalkwerder
- am 19. März 1920: Kämmereigut Zippendorf
- am 26. März 1920: Kämmereigut Göhren
- am 20. Januar 1921: Teil des Gemeindebezirks Ostorf
- am 1. Januar 1928: Landgemeinden Ostorf und Lankow
- am 1. Oktober 1928: Ortschaft und Feldmark Schelfwerder (Gemeinde Wickendorf)
- am 1. Oktober 1936: Gemeinden Wickendorf-Seehof-Carlshöhe-Paulsdamm, Groß Medewege, Klein Medewege, Warnitz (ohne Pingelshagen), Friedrichsthal, Krebsförden (mit Haselholz), Mueß (mit Fähre und Kaninchenwerder)
- am 1. Januar 1970: Gemeinde Wüstmark
Geplante Kreisgebietsreform
Politischen Planungen nach wird die kreisfreie Stadt in einem neu zu gründenden "Landkreis Westmecklenburg" mit der Kreisstadt Schwerin aufgehen.
Einwohnerentwicklung
Schwerin_Bevoelkerungsentwicklung_01_KMJ.png
Die Einwohnerzahl der Stadt Schwerin überschritt 1972 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 130.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder unter 100.000 gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und dem Geburtenrückgang bis 2005 etwa 35.000 Einwohner verloren. Ende September 2005 lebten in Schwerin nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern 96.856 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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| | Jahr
| Einwohner
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| 1500 | 2.500
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| 1553 | 2.700
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| 1694 | 1.500
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| 1764 | 3.288
|
| 1819 | 5.854
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| 27. November 1830 ¹ | 12.915
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| 29. November 1840 ¹ | 16.648
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| 30. November 1850 ¹ | 16.731
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| 1. Dezember 1860 ¹ | 23.517
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| 1. Dezember 1871 ¹ | 26.833
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| 1. Dezember 1875 ¹ | 27.643
|
| 1. Dezember 1880 ¹ | 30.146
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| 1. Dezember 1885 ¹ | 31.528
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| | Jahr
| Einwohner
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| 1. Dezember 1890 ¹ | 33.643
|
| 2. Dezember 1895 ¹ | 36.388
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| 1. Dezember 1900 ¹ | 38.667
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| 1. Dezember 1905 ¹ | 41.638
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| 1. Dezember 1910 ¹ | 42.519
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| 1. Dezember 1916 ¹ | 38.828
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| 5. Dezember 1917 ¹ | 40.165
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| 8. Oktober 1919 ¹ | 45.455
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| 16. Juni 1925 ¹ | 48.157
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| 16. Juni 1933 ¹ | 53.621
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| 17. Mai 1939 ¹ | 64.614
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| 1. Dezember 1945 ¹ | 87.214
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| 29. Oktober 1946 ¹ | 88.164
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| | Jahr
| Einwohner
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| 31. August 1950 ¹ | 93.576
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| 31. Dezember 1955 | 94.171
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| 31. Dezember 1960 | 92.508
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| 31. Dezember 1964 ¹ | 91.164
|
| 1. Januar 1971 ¹ | 97.389
|
| 31. Dezember 1975 | 107.374
|
| 31. Dezember 1981 ¹ | 122.264
|
| 31. Dezember 1985 | 127.538
|
| 31. Dezember 1988 | 130.685
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| 31. Dezember 1990 | 127.447
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| 31. Dezember 1995 | 114.688
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| 31. Dezember 2000 | 101.267
|
| 30. September 2005 | 96.856
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religion
Die Bevölkerung der Stadt Schwerin gehörte bis zur Einführung der
Reformation zum
Bistum Schwerin und war Sitz eines eigenen
Archidiakonats. Zum Dom
stift gehörten neben dem
Probst und dem
Dekan noch 10 später 12 Domherren.
Evangelisch-lutherische Kirche
Nach mehreren evangelischen Predigten, war die Stadt ab 1538 größtenteils protestantisch. Die Stadt ist als Landeshauptstadt auch Sitz der Kirchenleitung der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Der Protestantismus in der evangelisch-lutherischen Form ist die historisch vorherrschende Religion in Schwerin. Die Mitgliedszahlen nahmen in der
DDR drastisch ab. In den neuen Bundesländern - ebenso in Schwerin - sind nur etwa ein Drittel der Bevölkerung Mitglied einer Religionsgemeinschaft, davon die meisten in Schwerin evangelisch-lutherisch.
Administrativ gehören die Kirchengemeinden der Stadt zur Propstei Schwerin-Stadt innerhalb des Kirchenkreises Wismar der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs.
Römisch-katholische Kirche
Um Herzog
Christian Ludwig II., der 1663 aus politischen Erwägungen zum
Katholizismus übertrat, scharten sich einige Anhänger und 1709 gründeten die
Jesuiten in Schwerin eine Missionspfarrei. Die offizielle Anerkennung des katholischen Gottesdienstes seit der
Reformation erfolgte im Jahr 1732. Es dauerte aber noch bis 1795, als die Gemeinde ihre eigene Kirche, die heutige Propsteikirche (seit
1967) St. Anna erhielt. Zu Beginn des
19. Jahrhunderts gab es in ganz Mecklenburg knapp 500 Katholiken. Die Gleichstellung mit der protestantischen Kirche erfolgte
1903. Aus der St. Annen-Gemeinden entstanden in den
1970er Jahren die St. Martin und die St. Andreas-Gemeinde. Die katholischen Pfarrgemeinden der Stadt Schwerin gehören heute zum Dekanat Schwerin des Erzbischöflichen Amtes Schwerin innerhalb des
Erzbistums Hamburg.
Sonstige Religionen
Die Anfänge der Schweriner
Baptistengemeinde gehen bereits auf das Jahr 1855 zurück. Im Jahre 1950 zählte man 1100 Mitglieder. Heute gehören zur
Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Schwerin (Baptisten) rund 180 Mitglieder. Die Gemeinde gehört zum
Evangelisch-Freikirchlichen Landesverband Mecklenburg-Vorpommern / Baptisten.
Auch gibt es in Schwerin wieder eine relativ große jüdische Gemeinde. Nachdem sie in der DDR-Zeit praktisch nicht mehr existierte, wuchs sie auf nunmehr etwa 900 Mitglieder (Stand Nov. 2005), die sich im Wesentlichen aus Immigranten aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zusammensetzen, und ist damit eine der größten Gemeinden in Ostdeutschland.
Die Gemeinde wird von dem Rabbiner des Landes Mecklenburg-Vorpommern, William Wolff, betreut.
Politik
Stadtvertretung
Sitzverteilung Stadtvertretung Schwerin 2005.png
Die Stadtvertretung Schwerins besteht aus 44 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 13. Juni 2004 setzt er sich wie folgt zusammen:
Seit der Wahl hat es Verschiebungen zwischen den Fraktionen und Einzelbewerbern gegeben.
Die Stadt (Wahlkreisnummer 4) besteht aus 103 Wahlkbezirken mit 80.723 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 31.182, die 2.222 ungültige und 88.762 gülige Stimmen abgaben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 38,6% (alle Daten aus 2004).
Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)
An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zumeist 12 Ratsherren. Den Vorsitz hatten der bzw. die Bürgermeister, zeitweise gab es zwei bzw. drei Bürgermeister. Im 19. Jahrhundert, nach Vereinigung von Alt- und Neustadt gab es 2 Bürgermeister. Ab 1919 tragen die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Dieser wurde über Jahrhunderte vom Rat der Stadt gewählt. Seit 2002 wird er direkt vom Volk gewählt.
Die Vertretung der Bürger ist die Stadtvertretung. Die Mitglieder der Stadtvertretung (derzeit 44) werden von den Bürgern der Stadt auf 5 Jahre gewählt. Vorsitzender ist der Stadtpräsident. Dieses zusätzliche repräsentative Amt in der Stadt wurde 1990 neben dem Amt des Oberbürgermeisters durch das "Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR" durch die damalige Volkskammer der DDR eingeführt. Es wurde zunächst hauptamtlich wahrgenommen. Seit der Änderung der Kommunalverfassung 1994 wird es nur noch ehrenamtlich ausgeführt. Der Stadtpräsident leitet die Sitzungen, bereitet diese vor und vertritt die Stadtvertretung nach außen. Er repräsentiert zusammen mit dem Oberbürgermeister die Stadt.
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Bis 1919 gab es zwei Bürgermeister, so dass sich die Amtszeiten in jener Zeit überschneiden. Nach 1919 gab es nur noch ein Stadtoberhaupt, das seither den Titel Oberbürgermeister trägt.
Zwei Bürgermeister
Oberbürgermeister
Stadtpräsidenten
Wappen
Das Wappen der Stadt Schwerin zeigt in Blau einen schreitenden goldenen Reiter, in der Rechten eine Lanze, mit daran befestigtem
Gonfanon, in der Linken einen Schild tragend. Auf dem Schild ein goldener zum Sprung ansetzender Löwe. Das Wappen ist bereits auf einem Siegel aus dem Jahr 1255 nachweisbar. Am 11. Februar 1991 wurde wieder zum alten Wappen (von 1858) welches vor 1939 gültig war gewechselt.
Städtepartnerschaften
Schwerin unterhält eine
Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
Vaasa in
Finnland, seit 1965
Reggio nell'Emilia in Italien, seit 1966
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Wuppertal.png Wuppertal in Nordrhein-Westfalen, seit 1987
Tallinn lesser coatofarms.png Tallinn in Estland, seit 1993 (Kontakte bereits seit 1970)
Odense in Dänemark, seit 1995
Pila-Schneidemühlwappen.jpg Schneidemühl / Piła in Polen, seit 1996
Växjö City Arms.jpg Växjö in Schweden, seit 1999 (Kontakt bereits seit 1996)
Wirtschaft und Infrastruktur
Brauerei, Nahrungsmittelindustrie, Kabelfertigung, Maschinenbau
Verkehr
Im nur 37km entfernten
Parchim befindet sich der
Verkehrsflughafen Schwerin-Parchim .
Im Süden Schwerins führt die
A 24 Hamburg-Berlin vorbei. Von ihr zweigt am Autobahndreieck Schwerin der
Autobahnzubringer A 241 nach Norden in Richtung
Wismar ab. Ein Ausbau bis nach Wismar und damit ein Anschluss an die
A 20 sollte nach ursprünglichen Planungen bereits beendet sein, verzögert sich aber inzwischen seit Jahren.
Durch das Stadtgebiet führen folgende Bundesstraßen: die
B 104 in Ost-West-Richtung, die
B 106 in Nord-Süd-Richtung und die
B 321 in Süd-Ost-Richtung.
Mit der 1847 eröffneten und damit ältesten Eisenbahnstrecke Mecklenburgs nach
Hagenow erhielt Schwerin erstmalig einen Anschluss an das Bahnnetz Hamburg-Berlin. Heute führen von
Schwerin Hauptbahnhof aus
Eisenbahnlinien in alle Richtungen. Zu den wichtigsten gehören die Linien Hamburg-Stralsund, Hagenow–
Stettin und Ludwigslust-Pasewalk. Dem öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt dienen die seit 1908 eingerichtete
Schweriner Straßenbahn sowie
Busse.
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
Medien
Sendeeinrichtungen für Rundfunk und TV befinden sich im Stadtteil Mueßer Holz (136 Meter hoher Fernsehturm und 273 Meter hoher Sendemast).
Öffentliche Einrichtungen
Folgende Institutionen und Einrichtungen bzw.
Körperschaften des öffentlichen Rechts haben ihren Sitz in Schwerin:
Bildung
Die Stadt Schwerin besitzt keine eigene Universität, aber die
Hochschule der Bundesagentur für Arbeit hat in Schwerin einen Sitz. Circa 30km nördlich von Schwerin befindet sich außerdem die
Hochschule Wismar.
Die nächsten Universitäten befinden sich in
Lübeck,
Rostock und
Hamburg.
Die Stadt bietet ein breites Angebot an allgemein bildenden Schulen:
- 4 Gymnasien
- Abendgymnasium
- Fridericianum
- Johann-Wolfgang-von- Goethe-Gymnasium
- Sportgymnasium
- 1 Gesamtschule
- 5 Regionale Schulen
- Astrid-Lindgren-Schule
- Erich-Weinert-Schule
- Gutenberg-Schule
- Werner-von-Siemens-Schule
- Johannes-R.-Becher- Schule (läuft aus)
- 9 Grundschulen
- Astrid-Lindgren-Schule
- Friedensschule
- Fritz-Reuter-Schule
- Grundschule „Am Mueßer Berg“
- Grundschule Lankow
- Heinrich-Heine-Schule
- John-Brinckman-Schule
- Nils-Holgersson-Schule
- Schule Krebsförden
- 5 Förderschulen
- Albert-Schweitzer-Schule "Schule zur individuellen Lebensbewältigung" mit Klinikschulteil
- Comeniusschule Handwerklichorientierte Förderschule
- Mecklenburgisches Förderzentrum für Körperbehinderte
- Schule am Fernsehturm "Sonderpädagogisches Förderzentrum"
- Sprachheilpädagogisches Förderzentrum
- 7 Privatschulen
- ecolea (Internationale Schule Schwerin, Gymnasium)
- Freie Waldorfschule
- Montessori-Schule (Evangelische integrative Grundschule)
- Neumühler Schule Schwerin (Gymnasium und Realschule mit Grundschule)
- Niels-Stensen-Schule (Katholische Grundschule)
- Pädagogium (Private Ganztagsschule)
- Weinbergschule
- 5 Berufliche Schulen
- Berufsschulförderzentrum Schwerin/Westmecklenburg
- Berufsschule
- Berufliche Schule Wirtschaft & Verwaltung
- Berufsschule,Berufsfachschule,Fachoberschule,Fachgymnasium,Fachschule
- Berufliche Schule Gewerbe,Gartenbau und Sozialwesen
- Berufsschule, Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule
- Berufliche Schule Technik (inkl. Nebenstelle Bautechnik)
- Berufsschule, Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule, Fachoberschule, Fachgymnasium, Fachschule
- Berufliche Schule Gesundheit
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schwerinersee.jpg
Theater
Museen
- Staatliches Museum Schwerin (Gemäldegalerie und Schlossmuseum)
- Technisches Landesmuseum
- Archäologisches Landesmuseum
- Stadtgeschichtsmuseum leider durch Sparmaßnahmen mittlerweile geschlossen. Die Seite zeigt aber gute historische Daten über Schwerin.
- Freilichtmuseum Schwerin Mueß
Schleifmühle Schwerin, das Museum zeigt historische Steinbearbeitung in der Art des 18. Jahrhunderts. Das heute von einem Trägerverein geführte Haus gehörte von seiner Eröffnung im Jahre 1985 an bis Ende 1995 zum Stadtgeschichtsmuseum.
Bauwerke
Stadtschloßvomsee.jpg
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Wahrzeichen der Stadt und Sitz des Landtages, erbaut 1843 - 1857 unter
Großherzog Friedrich Franz II.
Die Kirche wurde von 1863 - 1869 als
neogotische Kirche errichtet, die Ausstattung aus der Erbauungszeit ist erhalten.
- Rathaus
- Schelfstadt mit Schelfkirche St. Nikolai (barocke Saalkirche von 1713)
- Schleswig-Holstein-Haus
- Evgl. Domkirche St. Marien und Johannes Evangelist
Der
Schweriner Dom ist eine bedeutende gotische
Backsteinkirche aus dem 14. Jhd., sehenswert im Inneren sind der
Flügelaltar, die Triumphkreuzgruppe, die Ladegastorgel (1871) und diverse
Epithaphe.
Das mecklenburgische Staatstheater wurde von 1883 bis 1886 erbaut, die historische Ausstattung ist weitestgehend erhalten.
Kunsthandwerk
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
- Mai: Jobparade, FilmKunstFest Schwerin, Flottenparade
- Juni/Juli: Schlossfestspiele (Freiluft-Oper, organisiert durch das Mecklenburgische Staatstheater)
- Schwerin ist einer der Spielorte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
- Juli: "Fünf-Seen-Lauf" - Größtes Volkssportereignis in Mecklenburg-Vorpommern, einer der 10 beliebtesten Läufe Deutschlands, immer am 1. Samstag im Juli mit Laufstrecken über 10, 15 und 30km; Töpfermarkt, ebenfalls am 1. Wochenende
- August: Jährlicher Schreibwettbewerb der Stadt Schwerin und des Urgent Verlag mit Publikation in der Schweriner Literaturzeitschrift "Reflexe"
- August: Drachenbootfest, Altstadtfest
- September: Zehnkampf für Jedermann, Weinfest
- Oktober: Interkulturelle Wochen
- November: Der Lübecker Martensmann kommt nach Schwerin
- Dezember: Mäkelborger Wiehnachtsmarkt (traditioneller Weihnachtsmarkt)
Musikgruppen
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
(bislang nur eine sehr kleine Auswahl)
Söhne und Töchter der Stadt
Folgende bedeutende Personen sind in Schwerin geboren:
- 1712, 1. Februar, Konrad Ernst Ackermann, † 13. November 1771 in Hamburg, einer der ersten Schauspieler des 18. Jahrhunderts
- 1741, 24. Juli, Diederich Georg Bapst, † 21. April 1800 in Rostock, deutscher Schriftsteller, dessen Gelegenheitsgedichte Goethe als "unschätzbar" bezeichnete
- 1756, 10. Dezember, Friedrich Franz I., † 1. Februar 1837 in Ludwigslust, Herzog zu Mecklenburg, 1785-1837 Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
- 1804, 20. November, Friedrich H. C. Paschen, deutscher Geodät und Astronom († 1873)
- 1839, 18. November, August Kundt, † 21. Mai 1894 in Israelsdorf (Lübeck), Physiker
- 1844, 29. April, Hans von Koester, † 21. Februar 1928 in Kiel, Großadmiral
- 1857, 8. Dezember, Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, † 16. Februar 1920 in Wiligrad, 1894-1901 Regent von Mecklenburg-Schwerin
- 1863, 10. Februar, Hugo Berwald, † 14. Februar 1937 in Schwerin, Bildhauer
- 1865, 22. Januar, Friedrich Paschen, † 25. Februar 1947 in Potsdam, Physiker
- 1895, 30. Januar, Wilhelm Gustloff, † 14. Februar 1936 in Davos (Schweiz), 1932 bis zu seiner Ermordung NSDAP-Führer in der Schweiz
- 1896, Hannes Fleischer, deutscher Rezitator und Hörfunksprecher der ersten Stunde
- 1912, 30. Juni, Ludwig Bölkow, Industrieller (Gründer der Fa. Bölkow Entwicklungen KG, die 1968 mit Messerschmitt und 1969 mit Blohm (seither: MBB) fusionierte)
- 1918, 2. Januar, Gudrun Zapf-von Hesse, Typographin und Buchbinderin
- 1931, 15. Januar, Günter Grabbert, Theater- und Filmschauspieler, Rezitator
- 1941 Helga Schultz, Historikerin
- 1943, 13. August, Wolfgang Engel, Theaterregisseur
- 1956, 23. Oktober, Katrin Saß, deutsche Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin (Good bye, Lenin! u.a.)
- 1961, 8. Mai, Andrea Pollack, Schwimmsportlerin und mehrfache Olympiasiegerin
- 1971, 11. April, Oliver Riedel, Musiker und Mitglied der Rockgruppe Rammstein
- 1974, 21. März, Klaus Lederer, Politiker (Linkspartei.PDS)
Marianne Grunthal
Wenige Stunden vor dem Einmarsch der Amerikaner wurde am 2. Mai 1945 auf dem Bahnhofsplatz von Schwerin die pensionierte Lehrerin
Marianne Grunthal von
SS-Leuten vor einer schweigenden tatenlosen Menge gehängt. Sie hatte, nachdem sie die Nachricht von
Hitlers Tod gehört hatte, erleichtert ausgerufen: "Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!"
[Mecklenburgmagazin der SVZ vom 29.04.2005] Der Laternenmast, an dem Marianne Grunthal gehängt wurde, steht noch bis heute mit einer Gedenktafel auf dem nach ihr benannten "Gruntahlplatz", dem Schweriner Bahnhofsvorplatz.
Literatur
- "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte" Band I Nordostdeutschland - Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1939
Quellen
Weblinks
- http://www.schwerin.de - Offizielle Seite der Landeshauptstadt
- http://www.schwerin-tourist.de - Informationen für Touristen
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