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Bedeutung und Herkunft


Als Herzensbrecher bezeichnet man einen Mann, der leichtfertig eine andere Person (in der Regel eine Frau) durch seine Reize und durch Schmeicheleien in sich verliebt macht und dadurch Kummer oder Herzeleid verursacht. Der Begriff wird auch mit leicht bewundernd-schmunzelndem Unterton benutzt. Das weibliche Pendant ist Herzensbrecherin.

Von allen in der deutschen Sprache sehr häufigen Synonymen für einen Mann, der sich auf nicht immer ehrenwerten Wegen um die Gunst von Frauen bemüht, ist der Herzensbrecher (auch Herzenbrecher) einer der ältesten Begriffe und schon in der Literatur des 18. Jahrhunderts bekannt; älter ist nur der Herzensdieb. Beide Begriffe gehen auf die in der deutschen Liebeslyrik seit dem Mittelalter geläufigen Vorstellung vom gebrochenen Herzen als Sitz des Gefühls zurück. Ähnlich alt ist der Schwerenöter, dieser aber mit negativer Konnotation.

In den 1920er Jahren hielt der Herzensbrecher Einzug in die Theatersprache und bezeichnete das Rollenfach des Jugendlichen Liebhabers, der leichtfertig mit Gefühlen spielt. Auch auf Kunstpostkarten wurde er in dieser Zeit häufig unter dieser Bezeichnung abgebildet.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden vor allem durch Wortneuschöpfungen in der Boulevardpresse eine Fülle bedeutungsverwandter Begriffe wie Casanova, Playboy, Schürzenjäger oder Frauenheld, die jedoch alle den Herzensbrecher als Vorbild haben. Der jüngste in dieser Reihe ist der Womanizer.

Gelegentlich werden auch - scherzhaft - verschmuste Herrchen oder Frauchen mit sanfter Gewalt ihren Willen aufzwingende Hauskater (seltener entsprechende Hunde), aber auch besonders charmante, niedliche kleine Jungen, die Tanten und Omas um den Finger wickeln, redensartlich als "kleiner Herzensbrecher" bezeichnet.

Heinz Rühmann hat den Herzensbrecher - selbstironisch - im Filmschlager unsterblich gemacht: "Ich brech´ die Herzen der stolzesten Frau´n."

Bedeutungsverwandte Begriffe


Literatur


  • Der Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden, Band 3 (Fas-Hev), 2. völlig neu berb. und stark erw. Auflage, Bibliographisches Institut und Brockhaus AG, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich, 1993

  • Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, 4. Band, 2. Abteilung (H.I.J), bearb. von Moritz Heyne, Verlag von S. Hirzel, Leipzig, 1877

  • Heinz Küpper, Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, acht Bänden, Band 4 (Haut-Kost); Klett Verlag, Stuttgart, 1983

Soziale Rolle

 

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