| Basisdaten | |
|---|---|
| Gründungsdatum: | 22. September 1971 |
| Präsident: | Ueli Maurer |
| Fraktionspräsident: | Caspar Baader |
| Generalsekretär: | Gregor A. Rutz |
| Mitglieder: | ca. 85'000 |
| Website: | www.svp.ch |
| Nationalrat | 55 Sitze (26.6%) |
| Ständerat | 8 Sitze (17.4%) |
| Bundesräte | |
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) / Union démocratique du centre (UDC) / Unione Democratica del Centro (UDC) / Uniun Democratica dal Center (UDC) ist eine rechtskonservative Schweizer Regierungspartei.
Bei den letzten Parlamentswahlen (2003) errang sie 55 von 200 Sitzen im Nationalrat und acht von 46 Sitzen im Ständerat und ist somit die stärkste Partei im Parlament. Parteipräsident ist der Zürcher Nationalrat Ueli Maurer. Die SVP stellt zur Zeit mit Christoph Blocher und Samuel Schmid zwei Bundesräte.
Mit dieser soliden Basis gelang es der noch jungen Partei schon 1929, in die Schweizer Landesregierung, den Bundesrat, aufgenommen zu werden, als der im Amt verstorbene Berner FDP-Bundesrat Karl Scheurer zu ersetzen war. Die anderen bürgerlichen Parteien zogen damals die zwar unbequeme, aber auf dem Boden der traditionellen Schweiz stehende BGB der noch suspekten Sozialdemokratischen Partei (SP) vor. So zog der Berner Bauernführer Rudolf Minger in die Landesregierung ein.
Dieser Sitz wurde der Partei in der Folge nicht mehr ernsthaft streitig gemacht. Üblicherweise war es auch stets ein Vertreter der nach wie vor dominierenden Berner Sektion, der die Partei im Bundesrat vertrat; eine Ausnahme bildete nur der Bündner Leon Schlumpf (1980-1987).
1971 folgte nach dem Beitritt der Demokratischen Parteien der Kantone Glarus und Graubünden die Umbenennung in Schweizerische Volkspartei. Die Partei wuchs in den 70ern Jahren durch die Gründung einer eigenen Jungpartei, der Jungen SVP. Weiteren Zuzug erhielt die SVP seit den 1990er Jahren durch frühere Mitglieder von Parteien am äussersten rechten Rand des politischen Spektrums, vor allem von der früheren Autopartei (später Freiheitspartei) sowie von den Schweizer Demokraten. Dies blieb für den politischen Kurs der Partei nicht ohne Folgen.
Seit den frühen 1980er Jahren ist der Unternehmer Christoph Blocher die inoffizielle Führungsfigur der Partei und deren grösster Geldgeber. Er war Parteipräsident der SVP des Kantons Zürich und Nationalrat und wurde am 10. Dezember 2003 als Krönung der zahlreichen Wahlsiege als zweiter Vertreter der SVP in den Bundesrat gewählt (Sprengung der Zauberformel in ihrer bisherigen Form nach 44 Jahren).
Andere Parteien werden zuweilen als Linke und Nette, Heimatmüde, die Freisinnigen als Weichsinnige verhöhnt. Auffällig waren Kampagnen, bei denen Linke mit Ratten verglichen oder die Europäische Union mit einem deutschen Armeestiefel versinnbildlicht wurden. Die Abstimmung über ein Kontaktnetz für immigrierte Kosovo-Albaner wurde auf den Plakaten vordergründig zu einem Votum gegen die Albaner selbst umfunktioniert. Die Verträge von Schengen und Dublin werden als Trojanisches Pferd dargestellt, aus dessen Bauch Osama bin Laden und Mohammed Atta herauskriechen. Auch der Rechtsstaat wird, da sich die Gerichte zusehends über den Volkswillen hinwegsetzen würden, von der SVP zuweilen als Richterstaat abqualifiziert.
Die SVP vertritt in ihrem Programm rechtskonservative Positionen: Sie bekämpft den EU-Beitritt und setzt sich für eine Verschärfung des Asylrechts ein. Besonders auffälliges Ziel ist dabei die Stärkung der direkten Demokratie - auch auf Kosten der Justiz und des Parlaments. Die Betonung des Volkswillens bringt der SVP sehr viel Kritik seitens jener Kräfte ein, die eine bessere Gewaltenteilung befürworten.
So fordert die SVP z.B. Urnenabstimmungen über die Einbürgerungen von Ausländern, auch nachdem diese vom Bundesgericht - wegen der fehlenden Begründungsmöglichkeit solcher Entscheide - als verfassungswidrig beurteilt wurden (BGE 129 I 232, 2003). Eine entsprechende Volksinitiative der SVP ist zustande gekommen.
Mit ihrem provokativen Stil konnte die Partei bei den Wählern beachtliche Erfolge erzielen, und zwar auch ausserhalb ihrer eigentlichen Hochburgen, selbst in der Westschweiz und in den katholischen Kantonen. In letzteren erobert die Partei konservative Stimmen auf Kosten der ehemals katholisch-konservativen CVP. In den letzten Jahren verfolgte die SVP einen pointierten Oppositionskurs, den sie auch nach der Wahl des damaligen Nationalrates Blocher in den Bundesrat in ihrer übergrossen Mehrheit nicht aufgab. Mit ein Grund, weshalb nicht wenige die SVP gerne ausserhalb der Regierung sehen würden, was aber mit dem aktuellen Konkordanzsystem nicht zu vereinbaren wäre.
Heute vertritt die SVP folgende nationalkonservativen Werte:
In ihrer Selbstdarstellung versteht sich die SVP gerne als die Partei des kleinen Mannes.
In der Gesellschaftspolitik und im politischen Stil gab es vor allem in den 1990er-Jahren zwei sehr unterschiedliche Strömungen:
Mit den zunehmenden Erfolgen des Zürcher Flügels (massiv gestiegene Wähleranteile in allen Kantonen, auch in den französischsprachigen) hat sich dessen Haltung in den letzten Jahren allerdings selbst im Kanton Bern von den Inhalten her durchgesetzt; bloss noch im Kanton Graubünden, in dem das Parlament nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt wird, verfolgt die Partei einen Zentrumskurs.
Neben der eigentlichen Partei existieren einige von der Partei formell unabhängige Organisationen. Diese beschränken sich auf gewisse Teile des Parteiprogramms, um diese in der Öffentlichkeit besonders pointiert zu vertreten. Allerdings liegen die Schlüsselpositionen ausschliesslich in den Händen prominenter SVP-Mitglieder:
Zu den bekanntesten Mitgliedern dieser Partei gehört unter anderem Alt-Bundesrat Adolf Ogi, der von den Führern der SVP wegen seiner von der Parteilinie abweichenden Meinungen regelmässig desavouiert und kritisiert wurde. Im Jahr 2005 amtete der SVP-Bundesrat und Vorsteher des VBS (Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) Samuel Schmid als Bundespräsident.
Siehe auch: Politische Parteien in der Schweiz, AUNS, Junge SVP Schweiz
Schweizer Partei | Bauernpartei | Konservative Partei
Schweizerische Volkspartei | Swiss People's Party | Union démocratique du centre | Zwitserse Volkspartij | Schweizerische Volkspartei | Schweiziska folkpartiet
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"Schweizerische Volkspartei".
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