Zuerich Sihlpost.jpg
Die Schweizerische Post ist eine selbstständige öffentliche Anstalt des Bundes und das grösste Postunternehmen der Schweiz. Sie befördert derzeit jährlich knapp 3 Milliarden adressierte Sendungen, über 100 Millionen Pakete, transportiert 100 Millionen Reisende und verwaltet durchschnittlich 32 Milliarden CHF. Diese Aufgaben werden mit einen Personalbestand von rund 52'000 Personen bewältigt. Damit ist die Post die zweitgrösste Schweizer Arbeitgeberin.
Briefmarken über das Internet
Die Post lancierte am 11. April 2006 die Online-Briefmarke für Private, die mit eigenem
Sujets auch selbst gestaltet werden kann. Die Internetfrankatur ist in dieser Art nach Angaben von der Post weltweit absolut einzigartig. Via Internet können die zehn gängistens Portowerte für
A- und
B-Post-Briefe heruntergeladen und auf die
Etiketten,
Briefumschläge und
Fenstercouverts ausgedruckt werden. Neben der eigentlichen Frankatur können auch eigene
Fotos oder
Grafiken eingefügt werden.
Weil sich jede Person
registrieren muss kann die Post bei Missbrauch vorgehen - etwa dann, wenn ein
pornografisches oder
rassistisches Bild als
Markensujet benutzt wird. Die Online-Briefmarke ist fälschungssicher, jede Marke hat einen
Code, der bei der
Lesemaschine nur einmal durchgeht. Die Bezahlung von
WebStamb-Private erfolgt ohne Aufpreis zum Porto mit
Postcard oder
Kreditkarte.
Geschichte
Ortspostmarkefr.jpg]]
Zurich Muelligen Post.jpg]]
Siehe auch: Postgeschichte und Briefmarken der Schweiz
Ehemalige PTT
Die Bundespost wurde am 1. Januar
1849 zum Transport von Briefen, Paketen, Personen und Geldsendungen geschaffen. Nachdem
1903 erstmals Motorfahrzeuge eingesetzt wurden, stellte die letzte Pferdepost in
Avers GR 1961 ihren Betrieb ein. Ab
1906 existierte ein Postcheckdienst (
Girokonto, der Vorläufer der heutigen Postfinance (
Gelbes Konto).
1920 wurde die Telefonie und Telegrafie mit der Post zusammengelegt, die Behörde hiess nun
PTT (
Post, Telefon, Telegrafie). Seit
1939 ist das Merkmal der Schweizerischen Post die gelbe Farbe. Briefkästen und Wertzeichenautomaten erscheinen seither in
Postgelb.
1964 wurden die
Postleitzahlen eingeführt.
1978 stellte die PTT die ersten
Postomaten (
Geldautomat) auf und bot die ersten
Natels (
Autotelefone) an.
Liberalisierung
Am
31. Dezember 1997 wurde im Zusammenhang mit der
1988 eingeleiteten Liberalisierung die PTT in zwei Konzerne aufgeteilt. Der Personentransport mit
Postautos, wie auch Brief-, Paket- und Finanzdienstleistungen wurde in der heutige Schweizerische Post übertragen, während die
Swisscom seither die Telekommunikations-Dienstleistungen erbringt.
Die ehemalige Postbehörde ist heute öffentlich-rechtlich organisiert, mit einem kleinen unternehmerischen Spielraum. Eine Privatisierung ist derzeit nicht vorgesehen, wohl aber ein Outsourcing gewisser Dienstleistungen.
Monopol
Bis zum 1. Januar 2004 genoss die Post bei Sendungen bis 2 kg eine Monopolstellung. Seither wurde die Grenze (wie auch bei den staatlichen Postunternehmen der
EU) bis auf 100 g gesenkt. Im Gegenzug ist die Post verpflichtet, einen flächendeckenden
Service Public anzubieten. Für 2009 wird eine Beschränkung auf 50 g oder gar die Abschaffung des Briefmonopols erwartet. Dies führt dazu, dass sich die Post bei den Paketen über 1 kg bereits jetzt dem Wettbewerb stellen muss und dieser Wettbewerbsdruck im Steigen begriffen ist.
Dienstleistungen
Andwil_Oberarnegg_Briefkasten.jpg
Die Post ist in sieben Geschäftsfelder gegliedert:
- Mail (PostMail)
- Logistics (PaketPost)
- Finanzdienstleistungen (PostFinance)
- Personenverkehr (PostAuto)
- International (grenzüberschreitender Verkehr)
- Poststellennetz
- Briefmarken und Philatelie (Briefmarkensammeln)
In den letzten Jahren bietet die Post auch mehr Finanzdienstleistungen an und ging eine Kooperation mit der UBS ein. Die Schweizerische Post besitzt jedoch keine Banklizenz und darf selbst keine Kredite vergeben. Auf der Suche nach weiteren Einnahmequellen verkauft die Post in ihren 2600 Verkaufsstellen zusätzlich auch Nonfood-Artikel von Papeteriewaren bis zu Apple Macintoshs an ihre Kunden.
Die Dienstleistungen der Briefpost werden seit längerem immer weniger nachgefragt, die Volumina sind mit dem Aufkommen von E-Mail und SMS rückläufig und weisen auch für die Zukunft in die Richtung. Daher ist das Kerngeschäft der Post gefährdet. Die Post versucht mit dem Projekt REMA (Reengineering Mail Processing, Reorganisation der Briefverarbeitung) die Logistik an drei Standorten (Zürich Mülligen, Härkingen und Eclépens) zu konzentrieren. Dort sollen 2006–2008 neue Sortierzentren mit leistungsfähigeren Maschinen gebaut werden. Zusammen mit geplanten sechs neuen regionalen Verteilzentren (sogenannten Subzentren) wird mit einem Investitionsvolumen von 1 Mia. CHF gerechnet. Eines der Subzentren kommt nach Gossau SG. Für die betroffenen Mitarbeiter bestehen Sozialpläne
Kritik
Die Post ist in letzter Zeit häufiger in Kritik geraten. Bemängelt wurde unter anderem das immer teurer werdende Postversand, die langen Wartezeiten vor dem Postschalter wie die Schliessung von Poststellen vorab in schwach besiedelten Gegenden.
Die Kritik mündete in einer Initiative „Postdienste für alle“, welche ein flächendeckendes Poststellennetz und eine Defizitgarantie in der Bundesverfassung verankern wollte. Im September 2004 wurde die Initiative sehr knapp verworfen, was als Teilsieg der Initianten gewertet werden muss. Über die konkreten Auswirkungen der Initiative herrschte Uneinigkeit.
Ebenfalls für Kritik sorgte die Schliessung der Wertzeichendruckerei 2002. Schweizer Briefmarken werden seither in privaten Druckereien gedruckt.
Zurzeit sorgt die Auslagerung des Postautobetriebes und des Wertsachenversandes für Unruhe. Die Angestellten befürchten schlechtere Anstellungsbedingungen, da diese bisher deutlich besser waren als in der Privatwirtschaft üblich.
Brief- und Paketkosten
Ein Standardbrief (
B-Post) kostet 85 Rappen (ca. 55 Cent), ein Priority (
A-Post) Brief, der am nächsten Tag zugestellt wird, 1 Franken (ca. 65 Cent). Paketversand ist ab 6 Franken (ca. 3.85 €) möglich.
Weblinks
Postwesen | Unternehmen (Schweiz)
La Poste (Suisse)