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Die Schweizerische Bundesbahnen AG (kurz SBB, französisch Chemins de fer fédéraux suisses (CFF), italienisch Ferrovie federali svizzere (FFS), rätoromanisch Viafiers federalas svizras (VFS, nicht in offiziellem Gebrauch), englisch Swiss federal railways (SFR, nicht in offiziellem Gebrauch)) ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der Schweiz mit Sitz in Bern. Früher als öffentlich-rechtliche Anstalt ein "echter" Staatsbetrieb, so ist sie seit 1999 eine spezialrechtliche Aktiengesellschaft, deren Aktien sich vollumfänglich im Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft befinden.

Die SBB sind in drei Divisionen und zwei Bereiche aufgeteilt:

  • Personenverkehr
  • Güterverkehr (SBB Cargo)
  • Infrastruktur
  • Immobilien (Bereich)
  • zentrale Dienste (Finanzen, Personal)

Die Aktiengesellschaft wird nach unternehmerischen Gesichtspunkten geführt. Über eine Leistungsvereinbarung legen der Bund und die SBB für jeweils 4 Jahre die Vorgaben fest. Gleichzeitig werden auch die finanziellen Abgeltungen pro Zugskilometer und die Beiträge pro Trassenkilometer festgelegt.

Die Tochterfirma SBB GmbH ist für den Schienenverkehr in Deutschland zuständig. Die SBB GmbH betreibt die Wiesentalbahn, den Seehas, den Seehäsle und den Allgäu-Express (Alex).

Weitere Tochterunternehmen sind die SBB Cargo, die Thurbo, die RegionAlps, die AlpTransit Gotthard AG, die Cisalpino AG und die TILO. Bedeutende Anteile hält die SBB ausserdem an der Zentralbahn und an Lyria.

Zahlen


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  • Fahrgäste pro Jahr (2004): 253,4 Mio.
  • Güter pro Jahr: 60 Mio. t
  • Länge Streckennetz: etwa 3000 km in Normalspur (zusätzlich bis 2005: ca. 74 km in Meterspur)
  • Bahnhöfe: 824
  • Bahnhöfe offen für den Personenverkehr: 760
  • Bahnhöfe mit Güterverkehr: 452
  • Unternehmen mit Anschlussgleis: ca. 2500
  • Parkfelder für Autos am Bahnhof: 23'685
  • Angestellte: 28'351
  • Pünktlichkeit (April 2005): 96,99% der Züge verkehrten mit höchstens 5 min Verspätung

Das Schienennetz der SBB ist nahezu komplett elektrifiziert. Die meterspurige Brünigbahn war bis 2005 die einzige nicht normalspurige Bahnlinie der SBB. Sie wurde aus dem Unternehmen ausgelagert und mit der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn zur Zentralbahn fusioniert, an der auch die SBB Anteile hält.

Geschichte


Hauptartikel Geschichte der Schweizer Eisenbahn

In der Schweiz waren im 19. Jahrhundert noch alle Bahnen im Besitz privatrechtlicher Gesellschaften. Die wirtschaftlichen und regionalpolitischen Interessen der Gesellschaften führten zum finanziell desaströsen Bau praktisch parallel verlaufender Eisenbahnstrecken, der einzelne Gesellschaften in den Konkurs trieb. An der Volksabstimmung vom 20. Februar 1898 wurde vom Souverän die Gründung eines staatlichen Eisenbahnsystems gutgeheissen. Der erste Zug auf Kosten des Bundes verkehrte in der Neujahrsnacht 1901 von Zürich über Bern nach Genf. Der 1. Januar 1902 gilt als offizielles Geburtsjahr der SBB, da bis dahin der vom Bund bezahlte Betrieb noch im Namen der Privatbahnen geführt wurde.

Verstaatlichte Privatbahnen

Bei den SBB wurde die erste Wagenklasse («Luxusklasse») auf den 3. Juni 1956 abgeschafft, die zweite und dritte Klasse wurden dabei administrativ hochgestuft.

Der grösste Fahrplanwechsel seit der Taktfahrplaneinführung 1982 fand am 12. Dezember 2004 statt. Im Rahmen der Realisierung des Projekts «Bahn 2000» änderten 90 % aller Züge den Fahrplan, ausserdem wurden gleichzeitig 12% mehr Züge eingesetzt. Kernstück von Bahn 2000 war die Reduktion der Fahrzeiten im Eisenbahndreieck Basel-Zürich-Bern auf unter eine Stunde. Damit bestehen seit Dezember 2004 in den Eisenbahnknoten ideale Anschlussverhältnisse was die Gesamtreisezeit deutlich reduziert.

Damit der geplante Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 stattfinden konnte, wurde an vielen Schweizer Bahnhöfen Umbauarbeiten gemacht. Verschiedene Strecken wie zum Beispiel von Ziegelbrücke nach Sargans wurden angepasst.

Am Abend des 22. Juni 2005 legte ein Kurzschluss an einer Übertragungsleitung in der Zentralschweiz für einige Stunden das komplette Schweizer Bahnnetz lahm - mitten im abendlichen Pendlerverkehr. Geschätzte 200'000 Pendler und rund 1500 Züge steckten an Bahnhöfen oder auf der Strecke fest. Im Nachhinein wurde festgestellt, dass das Übertragungsnetz der SBB überlastet war. Die 4-polige Hochspannungsleitung Amsteg-Steinen musste infolge Bauarbeiten ausgeschaltet werden.

Seit dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2005 sind alle SBB-Züge ausnahmslos rauchfrei.

Rollmaterial


Siehe auch: Liste der Lokomotiven und Triebwagen sowie Bauartbezeichnungen der Lokomotiven und Triebwagen

Streckenlokomotiven

Die Dampflokomotiven der Anfangszeit der SBB umfassten unter anderem die Baureihen Ed 2x2/2, E 3/3, A 3/5, B 3/4 und C 5/6.

Für erste Elektrifizierungsversuche mit Einphasen-Wechselstrom wurde ab 1903 von der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) zusammen mit den SBB auf der Strecke Seebach–Wettingen ein Versuchsbetrieb mit den späteren Ce 4/4-Lokomotiven («Eva» und «Marianne») aufgenommen. Erst mit der Kohleknappheit folgte ab 1919 die Elektrifizierung des Eisenbahnnetzes und damit diverse Baureihen elektrischer Lokomotiven: Ce 6/8II/Ce 6/8III «Krokodil» (1920/1926), Be 4/6 (1920), Be 4/7 (1921), Ae 3/5 (1922), Ae 3/6I (1921), Ae 3/6II (1924), Ae 3/6III (1925), Ae 4/7 (1927) und Ae 4/6 (1941). Eine Zäsur bildet das Jahr 1946, in welchem der Schritt zur modernen, elektrischen Drehgestell-Lokomotive ohne Laufachsen gemacht wurde, dem in der Schweiz meistgebauten Lokomotivtyp: Re 4/4I (1946), Ae 6/6 (1952), Re 4/4II/Re 4/4III (1964/1971), Re 6/6 (1972), Re 450 «DPZ» (1989) und Re 460/Re 465 «Lok 2000» (1992/1994).

Der Abschluss der Auslieferung der «Lok 2000» und die darauffolgende Auflösung der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) markierte das Ende des Schweizer Lokomotivbaus. Die Aufspaltung der SBB in die Divisionen Personenverkehr und Güterverkehr bedeutete zugleich den Beginn von getrennten Rollmaterialbeschaffungen. Da die SBB sich im Personenverkehr verstärkt auf Triebzüge ausrichten, werden neue Lokomotiven vor allem von SBB Cargo beschafft: Re 482 «Traxx F140 AC» (2002), Re 484 «Traxx F140 MS» (2004) und Re 474 «ES64 F4» (2004).

Triebwagen/Triebzüge

Erste elektrische Triebwagen (Baujahr 1909) stammen noch von der Seetalbahn, die 1922 übernommen wurde. Grössere Serien von Triebwagen blieben bis nach 1950 die Ausnahme: Be 4/6 (1923), De 4/4 (1927), BDe 4/4 (1952), RBe 4/4 (1959), RBDe 560 «NPZ» (1984) und RABe 520 «GTW» (2002).

Erste Triebzüge wurden für die Einführung des Taktfahrplans (annähernd Halbstundentakt) auf der Linie Zürich–Meilen–Rapperswil im Jahr 1967 beschafft: RABDe 12/12 «Mirage» (1965) und RABDe 8/16 «Chiquita» (1976). Seit den 1990er-Jahren setzen sich verstärkt Triebzüge im Personenverkehr durch: RABDe 500 «ICN» (1999), RABe 523 (et al) «FLIRT» (2004) und RABe 514 «DTZ» (2006).

Zu den bekannten historischen Triebzügen gehören die «Roten Pfeile» (RAe 2/4) und der «Churchill-Doppelpfeil» (RAe 4/8). International verkehrten als Trans-Europ-Express (TEE) die Dieseltriebzüge RAm TEEI (1957), die innert kurzer Zeit durch die Vierstrom-Triebzüge RAe TEEII (1961) ersetzt wurden.

SBB Energie


Der Geschäftsbereich Energie der SBB ist in Zollikofen angesiedelt, wo sich auch die zentrale Netzleitstelle befindet. Dem Geschäftsbereich unterstellt sind die SBB-eigenen Kraftwerke, Umformeranlagen, Übertragungsleitungen und Verteilanlagen/-netze. Der Geschäftsbereich ist ausserdem aktiv im Stromhandel tätig.

Mit dem Elektrifikationsentscheid zugunsten des MFO-Bahnstromsystems – Einphasenwechselstrom mit verminderter Frequenz von 16 ⅔ Hertz (seit 1995: 16.70 Hz) – wurde indirekt auch der Entscheid gefällt ein eigenes Stromnetz aufzubauen.

Kraftwerke

Der Kraftwerkspark der SBB umfasst sechs eigene Wasserkraftwerke und drei Partnerwerke mit namhafter Beteiligung der SBB.

  • Amsteg
  • Châtelard-Barberine
  • Etzelwerk
  • Massaboden
  • Ritom
  • Vernayaz
Partnerwerke:
  • Göschenen (40%)
  • Rupperswil-Auenstein (55%, NOK 45%)
  • Wassen (50%)

Frequenzumformer

Ursprünglich zur Deckung von Energieengpässen aus dem 50 Hz-Landesnetz erstellten die SBB Bahnstromumformerwerke. Da die Frequenzumrichter in beide Richtungen arbeiten, betreiben die SBB inzwischen einen lebhafen Stromhandel: tagsüber wird Strom ins Landesnetz gespiesen, nachts wird unter Ausnutzung der pumpspeicherfähigen Kraftwerke Strom günstig eingekauft.

  • Giubiasco
  • Kerzers
  • Massaboden
  • Rupperswil
  • Zürich Seebach
Die kurzfristige und unangemeldete Deckung von Energieengpässen auf dem Landesnetz regelt der «BEN»-Vertrag, benannt nach den Anfangsbuchstaben der Vertragspartner Bernische Kraftwerke (BWK), Energie Ouest Suisse (EOS) und Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK).

Übertragungsnetz

Die SBB besitzen 2- bis 4-polige Übertragungsleitungen mit 66 oder 132 kV. Das Netz ist nicht vermascht, sondern sternförmig. Verschiedene Leitungsprojekte scheiterten an Einsprachen von Naturschützern. Die Leitungszüge werden nach Möglichkeit entlang von Bahntrassen gebaut. Teilweise geniessen die SBB Nutzungsrechte von Übertragungsleitungen der Kraft- und Übertragungswerke.

Übertragungsleitung Altendorf-Sargans

Die Leitung Altendorf-Sargans war bis in die 1980er Jahre den ganzen Weg zweipolig. In einer ersten Etappe wurde sie von Altendorf bis Ziegelbrücke ausgebaut und dort an das SBB-Unterwerk angeschlossen. Die Fortsetzung verläuft am Walensee teils unterirdisch. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) erklärte sich 1999 bereit, ihre 380-kV-Leitung Sils–Fällanden, die auch das Seeztal bei Sargans tangiert, den SBB zur Verfügung zu stellen. Dazu wurden die Masten erhöht und über den 6 380-kV-Stromkreisen die SBB-Stromschleife angebracht. Dazu mussten Mastfundamente teils verstärkt werden, was zu Enteignungen führte.

Übertragungsleitung Rupperswil-Muttenz

In und um Rupperswil beginnen bzw. enden Gemeinschaftsleitungen der NOK und der SBB. Unter ihnen ist auch die Energiestrasse nach Muttenz. Zusammengelegt mit einer NOK-Feinverteilleitung passiert sie die Staffelegg. Bei Frick folgt sie erst der Autobahn A3 und trennt sich dann von der NOK-Leitung. Bis Muttenz folgt sie ausnahmslos dem Bahntrassee und enthält den ganzen Weg 4 Stromkreise. Fortsetzungen sind die Leitungen nach Delemont und Haltingen. Die Letztgenannte ist eine der wenigen Übertragungsleitungen für Bahnstrom zwischen der Schweiz und Deutschland.

Bilder


Bild:rbde560.jpg|RBDe 560 NPZ Bild:doppelstock_intercity_hbwinterthur.jpg|Doppelstock InterCity im Hauptbahnhof Winterthur Bild:doppelstock_intercity_1klasse_eg.jpg|1. Klasse im Doppelstock InterCity Bild:doppelstock_zvvsbahn_hbzuerich.jpg|Doppelstock S-Bahn (ZVV) im Hauptbahnhof Zürich Bild:Sbb_rabde500.jpg|InterCity Neigezug Bild:Zuerich Hauptbahnhof 3370.JPG|Zwei nicht zusammengekoppelte InterCity Neigezüge Bild:re460.jpg|Re 460 Lok 2000 Bild:S1-Ebikon Stadtbahn Zug.jpg|Die neuen RegioR Züge, hier S1, Zug

Siehe auch


Weblinks


Bahngesellschaft (Schweiz) | Ehemaliger Staatsbetrieb | Schienenverkehr (Schweiz)

SBB | SBB-CFF-FFS | Chemins de fer fédéraux suisses | Ferrovie Federali Svizzere | Schweizerische Bundesbahnen | SBB-CFF-FFS

 

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