Das Schweizer Französisch (Patois) ist keine eigenständige Sprache, sondern ein Überbegriff der verschiedenen "Patois" der französischen Sprache, ähnlich wie beim Schweizerdeutschen.
Die heute in der Schweiz nahezu ausgestorbenen Dialekte gehören der galloromanischen Sprachgruppe an. Zu letzterem gehören das Frankoprovenzalische, die Langues d'oïl (zu dem auch das Standardfranzösisch gehört) und das Okzitanische.
Während ursprünglich fast in der ganzen Romandie frankoprovenzalisch gesprochen wurde, wurde im nördlichen Kanton Neuenburg, im französischsprachigen Bern und im Kanton Jura ein Dialekt, welcher zur Gruppe der Langues d'oïl gehört, gesprochen.
Entwicklung
Die Kantone der Romandie sind, mit Ausnahme von
Fribourg (
1481), erst relativ spät (
1803 bzw.
1815) als souveräne Einheiten in die
Schweizerische Eidgenossenschaft aufgenommen worden. Zu diesem Zeitpunkt hatten verschiedene Einflüsse, darunter die
Reformation, die Eroberungen durch Bern und die
Französische Revolution zuerst in den Städten, später auch in den ländlichen Gebieten die Mundartdialekte (
Patois) bereits fast vollständig zum Verschwinden gebracht (1990 sprachen nur noch 2% der frankophonen Bevölkerung der Schweiz Patois). Das Walliserfranzösisch hat sich noch in einigen Gemeinden wie
Evolène,
Savièse oder
Nendaz gehalten, während das Neuenburgerfranzösisch als ausgestorben gilt.
Heutiges Schweizer Französisch
Im Großen und Ganzen entspricht das schweizerische Französisch dem Standardfranzösisch, so dass eine Verständigung zwischen einem
Romand und einem Franzosen generell überhaupt kein Problem ist.
Germanismen und Archaismen
Trotz der starken Normalisierung kennt das in der Romandie gesprochene Französisch einige Eigenheiten in der Aussprache und im Vokabular (auch regional). Neben den aus dem Patois stammenden
Archaismen sind auch viele
Germanismen bekannt, die insbesondere entlang der Sprachgrenzen verstärkt eingesetzt werden (
vattre et mouttre statt
père et mère,
poutzer statt
nettoyer oder
speck statt
lard sind z.B. im Berner und Neuenburger Jura wowie im angrenzenden
Greyerzerland oft benutzte Ausdrücke).
Frühstück wird in der Schweiz wie in Belgien und in Québec als déjeuner und Mittagessen als dîner bezeichnet. Das Abendessen, in Frankreich le dîner, wird le souper genannt.
Zahlwörter
Die Zahlwörter
siebzig und
neunzig werden wie in Belgien und in den Kantonen
Genf,
Waadt,
Freiburg und
Wallis als
septante bzw.
nonante bezeichnet statt wie in
Frankreich soixante-dix und
quatre-vingts-dix. Statt
quatre-vingts (
achtzig) wird in den Kantonen
Waadt,
Freiburg und
Wallis huitante verwendet.
Weblinks (alle französisch)
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