Schweinezyklus (auch Schweinebauchzyklus) ist ein Begriff aus der Wirtschaftswissenschaft und bezeichnet eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite, wie sie exemplarisch ursprünglich auf dem Markt für Schweinefleisch nachgewiesen wurde.
Bei hohen Preisen kommt es zu verstärkten Investitionen, die sich allerdings wegen der Aufzuchtzeit erst verzögert auf das Angebot auswirken und dann zu einem Überangebot und Preisverfall führen. Infolgedessen kommt es zur Reduzierung der Produktion, die sich ebenfalls erst zeitverzögert auswirkt und dann zu einem Überschuss der Nachfrage und dadurch steigenden Preisen führt. Durch diese Zeitverzögerungen im Regelmechanismus zwischen Angebot, Nachfrage und Preis entsteht eine instabile Marktsituation, die das Angebot regelmäßig schwanken lässt.
Der Begriff wird im übertragenen Sinne für ähnliche Vorgänge zum Beispiel auf bestimmten Arbeitsmärkten gebraucht: Hohe Gehälter führen zu einer steigenden Zahl von Studienanfängern, die dann nach mehreren Jahren gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt drängen. Die schlechteren Job-Aussichten schrecken sodann neue mögliche Studienanfänger ab.
Eine theoretische Erklärung für den Schweinezyklus versucht das Spinnwebtheorem (Cobweb-Theorem) zu geben. Die Situation ähnelt einer Räuber-Beute-Beziehung, wie sie beispielsweise in der Simulation Wator virtuell nachgebildet ist.
Das Phänomen kann heutzutage z.B. in der Branche für Computerchips beobachtet werden.
Siehe auch: Synergetik
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