| Strukturformel | |
|---|---|
| H2S.PNG | |
| Allgemeines | |
| Name | Schwefelwasserstoff |
| Andere Namen | Wasserstoffsulfid, Hydrogensulfid, Martinswasser |
| Summenformel | H2S |
| CAS-Nummer | 7783-06-4 |
| Kurzbeschreibung | farbloses, nach faulen Eiern riechendes Gas |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 34,08 g/mol |
| Aggregatzustand | gasförmig |
| Dichte | 1,5392 kg/m³ |
| Schmelzpunkt | -85,5 °C |
| Siedepunkt | -60,33 °C |
| Dampfdruck | 17900 hPa (20 °C) |
| Löslichkeit | Wasser (20 °C, 1 bar): 3,6 g/l wenig in org. Lösungsmitteln |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | R: 12-26-50 |
| MAK | 15 mg/m³ |
| Explosionsgrenze (in Luft) | 4,3 - 45,5% |
| Zündtemperatur | 270 °C |
Schwefelwasserstoff ist brennbar, farblos und in Wasser wenig, in Alkohol etwas besser löslich. Er ist eine extrem schwache Säure, deren Salze die Sulfide sind.
In der Petroleumchemie (Raffinerien) fällt Schwefelwasserstoff in großen Mengen bei der Hydrodesulfurierung von Erdöl an.
Thermodynamik:
ΔfH0g : -20,5 kJ/mol
S0g, 1 bar : 205,77 J/(mol · K)
In 1 L Wasser lösen sich bei Raumtemperatur bis zu 2,582 L Schwefelwasserstoffgas. Es verbrennt bei Luftzufuhr mit blauer Flamme zu SO2 und Wasser. Aus der wässrigen Lösung scheidet sich bei Luftzufuhr allmählich Schwefel ab.
Die obige Reaktion zur Gewinnung ist auch umkehrbar. Bei natürlichen Bedingungen (pH 5 - 10) kann man Schwefelwasserstoff in wässriger Lösung mit Eisen(II)-chlorid zu Eisensulfid binden.
Dies ist bei Biogas, Faulgas und im Abwasserkanal gängige Praxis. Man macht sich die große Affinität von Eisen zu Schwefel zunutze um Biogas und Faulgas zu reinigen. Hier würde bei der weiteren Verwendung in Gasmotoren das nach der Verbrennung entstehende Schwefeldioxid erhebliche Korrosionsprobleme verursachen. Mit Schwefeldioxidgas komproportioniert es in Anwesenheit von Wasserdampf zu Schwefel und Wasser (Rauchgasentschwefelung, Redoxreaktion), mit Chlorgas bildet sich Schwefel und Chlorwasserstoffgas (Salzsäure) und bei Verbrennung in Sauerstoff Schwefeldioxid und Wasserdampf. Schwefelwasserstoffgas ist zudem ein kräftiges Reduktionsmittel.
Wegen seiner Giftigkeit wird im Kationen-Trennungsgang zunehmend auf Schwefelwasserstoff verzichtet. Stattdessen werden die benötigten Sulfid-Anionen in situ erzeugt, zum Beispiel mit Hilfe von Thioacetamid, in kleineren Mengen auch durch Erhitzen von Schwefel mit Kerzenwachs.
Die eigentliche Giftwirkung beruht auf einer Zerstörung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und damit einer Lähmung der intrazellulären Atmung. Der Mechanismus ist bis heute unklar, es wird vermutet, dass allgemein schwermetallhaltige, sauerstoffübertragende Enzyme inaktiviert werden. Der kleinere, nichtoxidierte Teil des Schwefelwasserstoffs kann Schäden im zentralen und evtl. auch peripheren Nervensystem hervorrufen.
Auf den Menschen ergeben sich folgende Wirkungen:
Langzeit-Einwirkung unter niedrigen Dosen kann zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Gedächtnisschwäche und Konzentrationsschwäche führen.
Auf den Menschen ergeben sich konzentrationsabhängig Vergiftungserscheinungen:
Das bedeutet, dass 0,1% nach wenigen Minuten und 0,5% nach wenigen Sekunden tödlich wirken! Bewusstseinsverlust tritt bei solchen Konzentrationen schon innerhalb eines oder mehrerer Atemzüge ein.
Am Montag, den 12.06.2006 starben 4 Reinigungskräfte an Schwefelwasserstoff bei Kanalarbeiten in Poissy nordwestlich von Paris. Drei waren sofort tot, der Vierte verstarb wenige Tage später im Krankenhaus. Die Temperatur war kurzfristig auf 37,5 °C in Paris geklettert.
An der kanadischen Universität von Calgary zeigten Versuche an Teichschnecken, die unterschiedlichen Konzentrationen von Schwefelwasserstoff ausgesetzt waren, dass schon geringe Mengen das Gedächtnis stark beeinträchtigen. Selbst bei natürlich vorkommenden Konzentrationen verloren die Kriechtiere dabei vollständig ihre Fähigkeit, zu lernen und Erinnerungen zu bilden.
Sulfan | Hydrogen sulfide | Sulfuro de hidrógeno | Sulfure d'hydrogène | מימן גופרתי | Acido solfidrico | 硫化水素 | Diwaterstofsulfide | Siarkowodór | Sulfeto de hidrogénio | Сероводород | Kalový plyn | Vätesulfid | Сірководень | 硫化氫
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