Das schwedische Bildungssystem umfasst vier Teilbereiche: Vorschule, Schule, Hochschulen und Universitäten sowie Erwachsenenbildung. Die Schulpflicht beträgt neun Jahre (7. bis 16. Lebensjahr).
Die neunjährige Grundschule soll eine gleichwertige Ausbildung im ganzen Land bieten. In den ersten Schuljahren (in einem Drittel der Gemeinden schon im ersten Schuljahr) wird mit dem Englischunterricht begonnen. Eine weitere Fremdsprache (Deutsch, Französisch oder Spanisch) wird später angeboten. Zentral ausgearbeitete Prüfungen in den Basisfächern sind im neunten Schuljahr obligatorisch. Noten werden erst ab dem achten Schuljahr nach einer dreigradigen Skala (Genügend, Gut und Sehr gut) gegeben. Schüler, die in einem Fach kein Genügend erreichen, werden in diesem Fach nicht benotet. Am Ende der Grundschule gibt es ein Abgangszeugnis, das der Bewerbung um einen Gymnasialplatz zugrundeliegt.
Etwa 98% der Schüler wechseln nach der Grundschule auf ein Gymnasium über. Die Gymnasien bieten Ausbildungsprogramme an, wobei hier nach praktischen und theoretischen Ausbildungen unterschieden wird. Theoretische Ausbildungen sind direkt studienvorbereitend und praktische Ausbildungen bereiten eher auf einen Beruf vor. Jedoch können alle Schüler, die das Gymnasium erfolgreich abschließen, eine Universitätsausbildung anfangen. In einigen Fällen müssen jedoch Fächer in der kommunalen Erwachsenenbildung (Komvux) nachgeholt werden, wenn diese nicht auf dem Gymnasium belegt worden sind, für die gewählte Universitätsausbildung aber notwendig sind. Ab 2010 steht dieser Weg jedoch nicht mehr zur Verfügung um den Gymnasialabschluss aufzuwerten und harte Arbeit und fleisiges Lernen zu belohnen. Komvux wird es weiterhin geben, jedoch wird es bei der Bewerbung um einen Studienplatz künftig weniger Plätze (ca. ein drittel weniger) für diese Schüler geben und Abschlüsse mit Komvux Erweiterung werden in einer eigenen Gruppe bewertet.
Die gesamte Hochschulausbildung wird in Form von Kursen durchgeführt. Die Kurse können von den Studierenden zu Studiengängen zusammengestellt werden, die zu einem akademischen Examen führen. Vorschläge für solche Studiengänge können von den Hochschulen und Universitäten in Form von Programmen gegeben werden. Abgesehen von Berufsexamen (beispielsweise Lehrerexamen) gibt es fünf akademische Examen: Diplom (högskoleexamen) nach einem zweijährigen Studium, Bachelor (kandidatexamen) nach einem dreijährigen Studium mit gewissen spezifischen Anforderungen, Magister (magisterexamen) nach einem vierjährigen Studium mit gewissen spezifischen Anforderungen, Lizentiat (licentiatsexamen) nach einer kürzeren Forscherausbildung von zwei bis zweieinhalb Jahren inklusive einer Lizentiatsabhandlung und das Doktorat (doktorsexamen) nach einer vierjährigen Forscherausbildung inklusive einer Dissertation.
Der Umfang eines Kurses oder Studienganges wird mit Hilfe eines Punktesystems gemessen, wobei 40 Punkte einem Studienjahr (= 40 Studienwochen) entsprechen, das in zwei Semester eingeteilt ist. Unterrichts- und Prüfungsformen werden von den Hochschulen festgelegt. Zensuren werden im Allgemeinen nach einer dreigradigen Skala (Nicht bestanden, Bestanden, Mit Gut bestanden) vergeben.
Alle Studierenden können – unabhängig vom Einkommen der Eltern – Studiengeld beantragen. Das Studiengeld besteht aus einer Studienbeihilfe (etwa 35 %) und einem Studiendarlehen (etwa 65%) und wird für maximal 240 Studienwochen gewährt. Doktoranden sind meistens angestellt und deren Lohn wird mit Forschungsmitteln finanziert.
Bildung in Schweden | Nationales Schulsystem
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