Schwarzenberg ist eine
Große Kreisstadt im
sächsischen Erzgebirge im
Landkreis Aue-Schwarzenberg und gehört zum
Städtebund Silberberg. In der 850 Jahre alten Stadt, die einmal Zentrum der
Herrschaft Schwarzenberg war, leben heute knapp 18.600 Menschen.
Geographie
Die Stadt liegt auf Höhen zwischen 427 und 823 m ü. NN.
Stadtgliederung
Schwarzenberg besteht aus 10 Stadtteilen und 5 Ortsteilen. Seit ihrer Entstehung haben schon immer zur Stadt gehört:
- Altstadt (Stadtkern innerhalb der alten Stadtmauern)
- Vorstadt/Bärenackerweg (Siedlung außerhalb der alten Stadtmauern)
- Neustadt (Neuansiedlung westlich der Altstadt, Standort des neuen Rathauses)
- Hofgarten (in den 1960er Jahren entstandenes Wohngebiet in Großblockbauweise)
- Heide (in den 1970er Jahren entstandenes Wohngebiet in Großblockbauweise)
- Rockelmann
- Sonnenleithe (1981–1991 entstandenes Plattenbau-Wohngebiet)
Durch Eingemeindungen kamen weiterhin vormals unabhängige Gemeinden hinzu:
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind im Nordosten
Grünhain-Beierfeld, im Osten
Raschau, im Südosten
Pöhla, im Süden
Rittersgrün, im Südwesten
Breitenbrunn und
Sosa sowie im Westen
Bockau und
Lauter.
Geschichte
Schwarzenberg_Dilich.jpg
Gründung
Schwarzenberg fand erstmals 1282 als
civitas Swartzenberg urkundliche Erwähnung. Die Ursprünge der Stadt liegen aber mehr als ein Jahrhundert davor. Bei Grabungen des Landesmuseums Dresden wurden 1977 unter anderem Keramkikscherben gefunden, die man zeitlich um das Jahr 1200 einordnet. Man geht daher davon aus, dass bereits deutlich früher eine Siedlung auf dem benannten Gebiet bestanden haben muss. Als etwaiges Gründungsjahr Schwarzenbergs und Ausgangspunkt für die 850-Jahr-Feier der Stadt 2000 wurde das Jahr 1150 festgelegt. Die Angaben einiger Quellen, die die Besiedlung bereits vor der ersten Jahrtausendwende vermuten, sind hingegen unwahrscheinlich. In jedem Fall ist Schwarzenberg eine der ältesten Siedlungen der Region.
Ursprünge des Namens
Der Sage nach soll Kaiser Otto, dem man auch die Gründung der Stadt selbst zu verdanken habe, die Stadt so genannt haben, wie sich der Berg, auf dem sie gebaut ist, sich ihm zeigte. Auch seriöse Quellen gehen davon aus, dass die Stadt ihren Namen dem äußeren Erscheinungsbild seiner Umgebung verdankt. Die dichte, dunkle Bewaldung, die sich von weitem wie ein schwarzer Berg erhob, lässt eine derartige Namensvergabe plausibel erscheinen.
Anlage der Stadt
Das Stadtbild von Schwarzenberg wird dominiert durch das Ensemble von Kirche und Schloss. Letzteres ist auf den Grundmauern einer Burg erbaut, die als Festungsbau zu den ersten Gebäuden der Stadt zählen dürfte. Die St.-Georgen-Kirche hingegen ist deutlich jünger und wurde erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Anhand der ältesten erhaltenen Abbildung Schwarzenbergs, einer Federzeichnung
Wilhelm Dilichs aus den späten 1620er Jahren, lässt sich das ursprüngliche Stadtbild erahnen. Am Ende der heutigen "Oberen Schloßstraße" erhebt sich das eins als Burg errichtete Schloss, das im Verlaufe seiner Geschichte mehrmals durch An- und Umbau verändert wurde. Direkt am Markt, am anderen Ende der vorgenannten Straße erkennt man das Rathaus. Das dritte auffällige Gebäude im damaligen Stadtkern war die Kirche, die im 17. Jahrhundert zu klein und durch die St.-Georgen-Kirche ersetzt wurde. Neben der alten Kirche befand sich der Friedhof an der Stelle, die heute als "Unterer Markt" bezeichnet wird. Bald wurde auch der Gottesacker zu klein und wurde durch einen zweiten, außerhalb der Stadtmauern, entlastet und später ganz ersetzt. Von den Stadtmauern selbst ist bereits auf Dilichs Zeichnung nichts mehr zu sehen. Bis heute haben sich lediglich die Bezeichnungen "Oberes Tor" und "Unteres Tor" erhalten.
Als die Gebäude innerhalb der Stadt für die stetig wachsende Bevölkerung nicht mehr ausreichten, errichtete man Häuser auch Außerhalb der Stadtmauer. Auf der oben genannten Zeichnung lassen sich unterhalb der Kirche bereits die ersten Gebäude der "Vorstadt" erkennen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach der Kapitulation
Deutschlands im
Zweiten Weltkrieg blieb Schwarzenberg aus historisch nicht geklärten Gründen zunächst unbesetzt (siehe
Republik Schwarzenberg). Am
11. Mai 1945 übernahmen mehrere Bürger Schwarzenbergs mit einem antifaschistischen Aktionsausschuss die Initiative, um das entstandene Machtvakuum zu füllen. Diese Episode endete bereits am
25. Juni 1945 mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen.
1984 schuf der Schriftsteller
Stefan Heym mit seinem an die damaligen Ereignisse angelehnten Roman "Schwarzenberg" den Begriff
Republik Schwarzenberg. Um diese Zeit rankt sich eine rege Legendenbildung. 2004 beschäftigte sich auch der Schriftsteller
Volker Braun mit dieser Geschichte.
Religionen
- evangelisch-lutherische St.-Georgen-Kirchgemeinde
- evangelisch-methodistische Kirchgemeinde
- katholische Pfarrei Heilige Familie
- Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen)
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
|
| 1834 bis 1950
1960 bis 1998
1999 bis 2004
- Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August
Bürgermeisterin
Heidrun Hiemer, die Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Schwarzenberg wurde 1952 geboren. Bei der Bürgermeisterwahl am 10. Juni 2001 erhielt die Vertreterin der
CDU 52,9 % der Stimmen.
Wappen
Das Wappen von Schwarzenberg zeigt den Drachentöter Ritter Georg. Dieser soll der Sage nach auf dem Schwarzenberger
Totenstein mit dem Lindwurm aufgenommen haben, der für die Bürger der Stadt eine permanente Bedrohung darstellte. Auf der Flucht vor der Gestalt soll er versucht haben, mit seinem Pferd das
Schwarzwasser zu überspringen und auf dem gegenüberliegenden Ottenstein zu landen. Dieser Plan schlug fehl und Georg zerschellte auf dem Grunde des Flusses. Noch heute soll der Abdruck des Hufeisens seines Pferdes im Fluss zu erkennen sein.
Städtepartnerschaft
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Schloss mit Museum
- St.-Georgen-Kirche (1690 bis 1699 erbaut)
- Historische Brunnenanlage mit Glockenturm (37 Glocken aus Meißner Prozellan)
- Die 1938 als Thingplatz eingeweihte Grenzlandfeierstätte bietet bei kulturellen Großveranstaltungen heute als Waldbühne etwa 15.000 Menschen Platz.
{| valign="top"
Schwarzenberg Schloss.jpg
| Schwarzenberg.jpg
| Schloss-schwarzenberg.jpg
|
Museen
- Museum Schloss Schwarzenberg
- Eisenbahnmuseum
Regelmäßige Veranstaltungen
- Fest alter Musik im Erzgebirge
- Schwarzenberger Ostermarkt
- Schwarzenberger Altstadt- und Edelweißfest
- Schwarzenberger Weihnachtsmarkt
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt entwickelt den Tourismus, durch sie führt die Silberstraße.
Bildung
Schwarzenberg verfügt über vier Grundschulen (
Neuwelt, Sonnenleithe, Heide und
Crandorf, zwei Mittelschulen (Mittelschule Sonnenleithe und Stadtschule), ein Gymnasium (Bertolt-Brecht-Gymnasium) und ein berufliches Schulzentrum für Wirtschaft. Es existieren weiterhin eine Lernbehindertenschule, eine Förderschule für geistig Behinderte sowie eine Volkshochschule.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Dr. iur. Ludwig Günther Martini (1647–1719), von 1672–1677 Jurist in Schwarzenberg, Schriftsteller und später Hofbeamter in Wernigerode.
- Ernst Schneller (1890–1944), ab 1919 Lehrer in der Stadt, später KPD-Reichstagsabgeordneter. Seine Wirkungsstätte, die heutige Stadtschule Schwarzenberg, trug über 40 Jahre seinen Namen.
Sonstiges
Schwarzenberg wurde weltberühmt durch die höchste "Urseldichte" Deutschlands. Jeder 17. Bewohner trägt diesen vermeintlich
avantgardistisch-
dadaistischen Namen.
Literatur
Zur Republik Schwarzenberg:
Weblinks
Ort in Sachsen | Erzgebirge