Schwarze Pumpe (sorb. Čorna Pumpa) ist ein Stadtteil von Spremberg, gelegen etwa sieben Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Spremberg an der Landesgrenze von Brandenburg zu Sachsen. Er hatte am 1. Januar 2006 1.988 Einwohner. Unter diesem Namen ist auch das dortige große Industriegebiet mit einem Großkraftwerksstandort bekannt, das bis auf sächsisches Gebiet reicht.
Geschichte
Ursprünglich hieß die Gastwirtschaft der zur Gemeinde Terpe gehörendes Siedlung
Restaurant zur schwarzen Pumpe.
1955 wurde in der benachbarten Heidelandschaft mit dem Bau eines
Braunkohlenveredlungswerkes begonnen. Für dessen Arbeiter wurde die
Plattenbausiedlung Hoyerswerda-Neustadt als zweite „sozialistische Wohnstadt“ der
DDR errichtet.
1959 lieferte das Werk erstmals Strom.
1958 wurde der VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe gebildet, bis 1965 wurden mehrere Brikettfabriken errichtet. Außerdem produzierte das Werk Gas sowie Braunkohlehochtemperaturkoks.
1990 erfolgte die Umwandlung des Kombinates zur Energiewerke Schwarze Pumpe AG (ESPAG). Die Kokerei, die auch als Verursacher der in weitem Umkreis spürbaren Geruchsbelästigung Schwarze-Pumpe-Gestank bekannt war, wurde 1992 stillgelegt und abgerissen. Die ESPAG ist 1993 in der Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft (LAUBAG) aufgegangen. 1993 begann der Bau eines neuen Kraftwerkes, bestehend aus zwei Blöcken mit je 800 MW, durch die VEAG in Schwarze Pumpe. Die Kraftwerksblöcke gingen 1997 bzw. 1998 in Betrieb. Das Braunkohlekraftwerk hat eine Gesamteistung von 1600 Megawatt. Markant am Kraftwerk Schwarze Pumpe ist das 161 Meter hohe Kesselhaus des Kraftwerks, welches über einen Aussichtspunkt verfügt. Das Kesselhaus ist das zweithöchste Gebäude aller Kraftwerke in Deutschland nach dem Kesselhaus des Blocks K des Kraftwerks Niederaußem.
CO2-freies Kohlekraftwerk
Am 29. Mai 2006 wurde im Industriegebiet Schwarze Pumpe der Grundstein für das weltweit erste
CO2-freie Kohlekraftwerk gelegt. Es handelt sich um eine Anlage mit einer Leistung von 30 MW, die nach dem sogenannten
Oxyfuel-Verfahren die Kohle mit reinem Sauerstoff und stickstoffbereinigtem Rauchgas verbrennt. Das dadurch entstehende Kohlendioxid wird verdichtet und verflüssigt. Es soll dann in die Erde gepresst und gespeichert werden und damit nicht zur
globalen Erwärmung beitragen. Der projektierte Wirkungsgrad der Anlage liegt noch 10 bis 12 % unter dem herkömmlicher Kohlekraftwerke, da sowohl Sauerstoffgewinnung, Rauchgasbehandlung und CO
2-Absonderung viel Energie kosten. Die vom Energieversorgungsunternehmen
Vattenfall Europe errichtete Anlage soll bis 2008 in Betrieb gehen und als Pilotanlage für größere Kraftwerke dienen. Von Umweltschützern wird die Anlage als „Feigenblatt“ des Energiekonzerns bezeichnet und als zu aufwändig kritisiert. Nach deren Meinung ließe sich mit dem gleichen Geld durch Investitionen in eine effektivere Energieerzeugung und -nutzung eine größere Wirkung zur Reduzierung der
globalen Erwärmung erreichen.
Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe
1995 gründete sich die
Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe GmbH (SVZ) aus der Lausitzer Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Hier erfolgt die Abfallverwertung, insbesondere von
Klärschlamm, zu
Synthesegas und
Methanol. 2004 meldete das SVZ Insolvenz an. Im September 2005 wurde es an die
Sustec Schwarze Pumpe GmbH, einer Tochtergesellschaft der Schweizer
Sustec Industries AG, und damit der Weiterbetrieb gesichert.
Weblinks
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