Trippsteinblick.jpg Schloss Schwarzburg ist eine Schlossruine in der Nähe der südthüringischen Gemeinde Schwarzburg.
Im 12. Jahrhundert gehörte die Burg dem Adelsgeschlecht der Sizzonen, deren Schwarzburger Linie sie zu ihrem Stammsitz machte. Im Rahmen von Erbstreitigkeiten wurde die Burg im 14. und 15. Jahrhunderts gleichzeitig auf bis zu drei Linien der Familie verteilt. 1448 verkaufte Günther XXXII. die Burg an den Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen. Aus dem Jahr 1453, als die Burg als sächsisches Lehen an eine Schwarzburgische Linien zurückgelangte, ist eine genauere Beschreibung der Anlage überliefert. Von Gräben, Wällen, Mauern, einer Zugbrücke über dem Zwinger im Norden, fünf Toren und einer Rüstkammer ist die Rede.
Die nächste detaillierte Beschreibung datiert auf 1548 und stammt von Graf Wolrad von Waldeck. Er berichtet von einem sehr holprigen Zugang, der durch fünf Tore führte, einem Schachtbrunnen, einer Leitung für Quellwasser und einem viereckigen Turm rechts vor dem ersten Tor. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg bereits keine Residenz mehr, sondern Sitz der Amtleute des ausgedehnten Amtes Schwarzburg. Als solches enthielt sie ein Gefängnis sowie spezielle Räume, in denen adlige Frauen wegen eines Vergehens festgehalten werden konnten.
Im 30jährigen Krieg siedelte die Grafenfamilie noch einmal von der Heidecksburg auf die Schwarzburg um. Auch die einfache Bevölkerung des Umlandes suchte Zuflucht auf der Burg. Allerdings muss es im 17. Jahrhundert mehrfach zu Felsabstürzen gekommen sein, die die Burg bedrohten. 1664 fanden größere Umbauarbeiten statt, um die Burg im Falle eines türkischen Angriffs erneut nutzen zu können. Bis 1682 wurden auch die Wohnräume modernisiert und mit barocken Verzierungen ausgestattet.
Zwei Brände, am 10. Januar 1695 und am 21. Oktober 1726, vernichteten den alten Bau in weiten Teilen.
Im Dritten Reich sollte das Schloss zum "Reichsgästeheim" umgebaut werden. Die Bauarbeiten wurden zwar 1942 abgebrochen, zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil der historischen Anlage aber bereits vernichtet. Auch aus der Inneneinrichtung wurden nur wenige Stücke nach Rudolstadt und Schloss Sondershausen gebracht. Nach längeren Renovierungsarbeiten wurde der Kaisersaal 1971 wieder eröffnet.
Der Turm der Schlosskirche mit seiner markanten Barockkuppel brannte durch Fahrlässigkeit 1981 völlig aus. 1994 wurde Schloss Schwarzburg an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übertragen.
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